Kommandantenbau in der Zitadelle Mainz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Mainz
Kreis(e): Mainz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Das Kommandantenhaus der Zitadelle Mainz (2013)

    Das Kommandantenhaus der Zitadelle Mainz (2013)

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Baugeschichte und äußere Beschreibung
Der Kommandantenbau (heute Bau A) gilt als Hauptgebäude der Zitadelle und wurde 1696 unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn errichtet. Das in rot-weißen Farben angestrichene Gebäude ist vom Zitadellenweg als eindrucksvoller Bau zu erkennen.
Der dreiflügelige Kommandantenbau war ursprünglich Dienstsitz des jeweiligen Festungskommandanten. 1833 wurde das Gebäude um ein Stockwerk mit Walmdach erhöht, wobei das Mansarddach zerstört wurde. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Kommandantenbau aus, 1950 wurde er in der ursprünglichen Form als zweigeschossiger Mansarddachbau mit Gaubenreihung wiederhergestellt. Bei dem Mansarddach handelt es sich um das erste, das in Mainz vorhanden war. Der Massivbau ist verputzt und weist Gliederungen aus rotem Sandstein auf.

Der Kommandantenbau wurde über der seit 1660 bestehenden Toranlage mit Hauptportal, durch deren Tunnelgang der Weg in die Zitadelle führt, erbaut. Zwischen den beiden Seitenflügeln des Kommandantenbaus erhebt sich ein Balkon, dessen Balustrade sich mit dem Torgiebel biegt. Auf dem mittleren Sockel ist eine Sandsteinfigur erkennbar, die den heiligen Jakobus darstellt.

Die Hoffront
Die Hoffront weist drei Geschosse auf und ist in zwei Hälften geteilt, wirkt jedoch als Einheit. In der östlichen Hälfte befinden sich Fenster erst im zweiten Obergeschoss, ebenfalls befindet sich hier der Torbogen. Die Fenster sind in Sandstein eingefasst. Auf der rechten Seite sind etwas weiter oberhalb des Torbogens allegorische Figuren auf beiden Seiten einer Sonnenuhr angebracht. Diese wurden um 1785 von Johann Sebastian Pfaff geschaffen.
Die westliche Seite ist mit dem aus rotem Sandstein angefertigten hofseitigen Hauptportal versehen, das einen rechteckigen Rahmen besitzt. Darüber ist eine Inschriftentafel sichtbar, die von zwei Halbfiguren gehalten wird. Darüber sind wiederum zwei Löwen zu erkennen, die eine Wappenkartusche mit Kurhut halten. Das Wappen ist jedoch herausgeschlagen.

Toranlage und Hauptportal
Die Toranlage mit Tunnelgang, der ins Innere der Zitadelle führt, wurde 1660, der Kommandantenbau darüber 1696 erbaut. Die Toranlage mit Tunnelportal befindet sich unter dem Kommandantenbau auf der Stadtseite. Kennzeichnend für das Hauptportal ist der rote Sandstein, der sich deutlich hervorhebt. Im Giebelfeld sind zwei Löwen zu erkennen, die ein Wappen halten. Bei diesem handelt es sich um das Wappen des Bauherrn der Zitadelle, Lothar Franz von Schönborn.
Auf dem Giebel des Hauptportals ist die Figur des heiligen Jakobus zu erkennen. Von 1050 bis 1793 stand das Benediktinerkloster St. Jakob innerhalb der Zitadelle, wurde jedoch durch starken Beschuss bei der Belagerung der Franzosen 1793 zum größten Teil zerstört. Im Tunnelgang sind Inschriftentafeln angebracht.

Bedeutung des Kommandantenbaus
Der Kommandantenbau stellt das Hauptgebäude der Zitadelle in Mainz dar und trägt eine besondere Bedeutung. Zum einen weist er ein Mansarddach, welches das erste in Mainz war, auf. Desweiteren übte das Bauwerk in stilistischer Hinsicht eine tragende Funktion für die Ausbildung der barocken Palaisbauten im Mainzer Stadtgebiet aus.

Der Kommandantenbau heute
Heute befinden sich im Kommandantenbau (Bau A) das Dezernat für Planung, Bauen, Verkehr und Sport, außerdem Stadtplanungsamt, Sport- und Bauverwaltungsamt sowie die Bürgerinformation Zitadelle.

(Nina Pfeiffer, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet:
www.festung-mainz.de: Der Kommandantenbau (abgerufen 21.03.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Mainz (Denkmalverzeichnis Mainz, 31. März 2014). S. 5, o. O. Online verfügbar: http://www.denkmallisten.gdke-rlp.de/Mainz.pdf, abgerufen am 21.02.2015
Wegner, Ewald (1990)
Stadt Mainz, Altstadt. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 2.2.) S. 72 - 74, Düsseldorf.

Kommandantenbau in der Zitadelle Mainz

Schlagwörter
Ort
Mainz - Oberstadt
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1696
Koordinate WGS84
49° 59′ 37,03″ N, 8° 16′ 30,56″ O / 49.99362°, 8.27516°
Koordinate UTM
32U 448045.85 5538173.04
Koordinate Gauss/Krüger
3448100.13 5539949.06

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„Kommandantenbau in der Zitadelle Mainz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-118804-20150321-3 (Abgerufen: 20. November 2018)
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