Teufelsloch bei Altenahr

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Altenahr
Kreis(e): Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz
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Das Teufelsloch ist ein Loch in einem Felsvorsprung oberhalb der Ortsgemeinde Altenahr im Landkreis Ahrweiler. Um die außergewöhnliche Felsanordnung ranken sich verschiedene Mythen, welche eng mit der Geschichte Altenahrs verbunden sind. Das heutige Teufelsloch ist jedoch anthropogen entstanden und ein Replikat der ursprünglichen Felsformation, welche in den 1930er Jahren im Zuge eines Erdbebens zerstört wurde. Jedoch galt das Teufelsloch damals wie heute als eines der bekanntesten Naturphänomene der gesamten Verbandsgemeinde, so dass man sich entschloss, ein neues Loch in einen angrenzenden Felsen zu sprengen. Bereits im 19. Jahrhundert galt die eigenwillige Felsanordnung oberhalb Altenahrs als touristische Attraktion. So beschrieb 1866 der bekannte deutsche Botaniker Philipp Wirtgen in seinem Ahrtal-Reiseführer das Teufelsloch als ikonisches Wahrzeichen der Region.

Sage I
Die wohl bekannteste Sage, die sich um das Teufelsloch rankt ist die vom Teufel und seiner Großmutter. So sollen beide ein Haus am Rande des Berges bewohnt haben. Eines Tages brachen sie auf um Holz schlagen zu gehen. Sie gerieten in einen furchtbaren Streit, was den Teufel so stark erzürnte, dass er seine Großmutter aufforderte, ihn sofort zu verlassen. Die Großmutter schwang sich auf ihren Besen und flog davon. Aus der Luft rief sie ihrem Enkel jedoch noch ein Schimpfwort zu. Daraufhin schleuderte der wütende Teufel mit all seiner Kraft eine Axt nach seiner Großmutter. Diese verfehlte sie nur ganz knapp und schlug anschließend ein Loch in den massiven Felsen hinter ihr.

Sage II
Eine weitere Variante umfasst einen frommen Klausner, der auf einer abgelegenen Hütte auf dem Berg wohnte. Der gläubige Klausner hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Bewohnern des Ahrtals das Christentum näher zu bringen. Dem Teufel war das fromme Verhalten des Klausners jedoch ein Dorn im Auge. So entschloss sich der Teufel den Klausner und seine demütige und gottergebene Art auf die Probe zu stellen. Eines Abends erschien eine junge und äußerst attraktive Dame vor der Hütte des Klausners. Sie gab an, sich verlaufen zu haben und erbat eine Unterkunft für die Nacht. Der glaubensstarke Klausner gewährte der Dame Unterkunft. Diese probierte jedoch mit all ihren Reizen den Klausner zu umgarnen. In seiner Not rief der ehrfürchtige Mann den Namen des Teufels. Wie aus dem Nichts erschien der gepeinigte und winselnde Teufel vor dem Klausner. Um der Schmach zu entfliehen, verschwand der Teufel durch die Felswand und hinterließ ein Loch.

Sage III
Der dritte und letzte Mythos, der sich um das Teufelsloch rankt, beinhaltet ein weiteres wichtiges Kulturdenkmal Altenahrs. So soll sich der Teufel auf einem seiner Streifzüge durchs Ahrtal in ein schönes Mädchen, welches auf der Burg Are wohnte, verliebt haben. Das Mädchen war von so unbeschreiblicher Schönheit, dass es sich der Teufel zur Aufgabe machte, das Mädchen zu verführen. So verwandelte sich der Teufel in einen vornehmen Herrn und wickelte sich in die feinsten Kleider. Aber das Mädchen misstraute dem Fremden und wies ihn schlussendlich ab. Trotz der Ablehnung war der Teufel vom gütigen Wesen der jungen Frau so angetan, dass er melancholisch in alten Erinnerungen schwelgte. Er dachte an die Zeit, bevor er als gefallener Engel sein Unwesen auf der Erde trieb. Er entschloss sich, für seine bösen Taten Buße zu tun und zog sich in eine kleine und spärliche Hütte am Fuße des Berges zurück. Eines Tages klopfte es an seiner Tür. Der Teufel traute seinen Augen nicht, denn vor ihm stand das wunderschöne Mädchen von der Burg Are. Just in dem Moment, als sie anfing ihn zu umgarnen, merkte der Teufel, dass es seine eigene Großmutter war, die er da in seinen Armen hielt. Diese hatte diesen arglistigen Trick praktiziert, um das Höllenreich zu retten. Voller Wut schleuderte der Teufel seine eigene Großmutter durch die Hüttenwand und durch den angrenzenden Felsen, wodurch das Teufelsloch entstand.

Die Mythen rund um das Teufelsloch sollen die Bewohner und Besucher des Ahrtals daran erinnern, fromm und demütig zu sein. Beim Anblick des Teufelsloch sollen die Bewohner und Besucher inne halten und dankbar dafür sein, dass man dem Teufel widerstehen konnte, ganz egal in welcher arglistigen Gestalt oder Form er sich einem präsentiert.

(Patrick Drexler, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Literatur

Braun, Anton (2005)
Wanderungen und Spaziergänge auf den Spuren von Sagen und Legenden im Rheinland.. Kehl.
Gasterland, Achim (2013)
Die Mittelahr entdecken: Natur & Kultur Wandern & Wein Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen. Köln.
Penz, Herrmann Otto (1960)
Die Sage vom Teufelsloch. (Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler.) Ahrweiler. Online verfügbar: http://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1960/hjb1960.45.htm, abgerufen am 13.03.2015
Seidenfaden, Theodor (1960)
Die Lenzfahrt des Teufels: Ein Ahr-Märchen. (Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler.) Ahrweiler. Online verfügbar: http://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1960/hjb1960.47.htm, abgerufen am 13.03.2015
Wirtgen, Philipp (1866)
Das Ahrtal: Natur, Geschichte, Sage. Bonn.

Teufelsloch bei Altenahr

Schlagwörter
Ort
Altenahr
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1930 bis 1935
Koordinate WGS84
50° 30′ 46,59″ N, 6° 59′ 23,56″ O / 50.51294°, 6.98988°
Koordinate UTM
32U 357484.44 5597594.33
Koordinate Gauss/Krüger
2570255.16 5597933.26

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„Teufelsloch bei Altenahr”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-117914-20150313-6 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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