Bitburger Brauerei Th. Simon

Bitburger Braugruppe GmbH

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bitburg
Kreis(e): Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Braukessel in der Brauhalle der Bitburger Brauerei, im Hintergrund an der Wand der Anfang eines Werbe-Schriftzugs "Bitte ein Bit" (2002).

    Braukessel in der Brauhalle der Bitburger Brauerei, im Hintergrund an der Wand der Anfang eines Werbe-Schriftzugs "Bitte ein Bit" (2002).

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  • Das Gebäude der "alten Brauerei" in Bitburg (2007).

    Das Gebäude der "alten Brauerei" in Bitburg (2007).

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  • Hinweisskulptur auf die "Bierstadt Bitburg" und die Bitburger Brauerei an einem Verkehrskreisel in Bitburg (2015)

    Hinweisskulptur auf die "Bierstadt Bitburg" und die Bitburger Brauerei an einem Verkehrskreisel in Bitburg (2015)

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  • Die Einfahrt zum Werksbereich der Bitburger Brauerei Th. Simon in Bitburg (2015).

    Die Einfahrt zum Werksbereich der Bitburger Brauerei Th. Simon in Bitburg (2015).

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  • Die Bitburger Brauerei Th. Simon in Bitburg (2015)

    Die Bitburger Brauerei Th. Simon in Bitburg (2015)

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  • Das Gebäude der "alten Brauerei" in Bitburg (2015)

    Das Gebäude der "alten Brauerei" in Bitburg (2015)

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„Bitte ein Bit“ - dieser Slogan von Bitburger ist der wohl bekannteste Werbespruch einer deutschen Brauerei und hat inzwischen den deutschen Biermarkt erobert. Die Stadt Bitburg ist durch ihre Brauerei als „Bierstadt“ international bekannt und verdankt ihre Berühmtheit insbesondere dem Erfolg des Bitburger Biers.
Als die Bitburger Brauerei im Jahr 1817 gegründet wurde, hat wohl noch niemand geahnt, dass sich das Unternehmen zu einer der bedeutendsten Privatbrauereien Deutschlands entwickeln würde. Die Geschichte der Bitburger Brauerei geht auf eine lange Tradition zurück.

Erfolgreich seit 1817
1817 errichtete Johann Peter Wallenborn (1784-1839) eine erste kleine Landbrauerei in Bitburg „vor dem Schaakentore“ in der heutigen Römerstraße Bitburgs und setzte damit den Grundstein für die heutige Bitburger Brauerei. Der Bierausstoß stieg innerhalb von etwa 70 Jahren auf 4.000 Hektoliter und führte dazu, dass 1880 die Flaschenbierproduktion aufgenommen wurde.
1833 braute die Bitburger Brauerei das erste Bier nach Pilsener Art und nannte es „Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ (inzwischen benannt nach der angeheirateten Brauereifamilie Simon aus Kyllburg). Dieses Pils stieß auf rege Begeisterung und wurde mit höchsten Auszeichnungen auf der Landwirtschaftsausstellung für Rheinpreußen in Bonn gekrönt.

Die „Pilsener Brauart“ unterschied sich stark von den damals üblichen, mit herkömmlichen Braumethoden produzierten Bieren. Sie setzt auf die Verwendung besonders feiner Gerstenmalze und aromatischer Hopfen, die dem Bier seine helle Farbe, seinen feinherben Geschmack und seine hohe Schaumhaltbarkeit verleihen. Es handelt sich dabei um ein untergäriges Verfahren mit kalter Gärung und mehrmonatiger Reifung bei niedrigen Temperaturen.
Für die Verwendung der Bezeichnung „Pils“ bzw. „Pilsener Brauart“, musste Bitburger allerdings kämpfen, da eine Klage der Brauhäuser im böhmischen Pilsen (Plzeň, heute Tschechien) vorlag – der Stadt, die namensgebend für den Typus „Bier nach Pils(e)ner Brauart“ ist. 1913 gewann man diesen Rechtsstreit und das Bitburger Pils konnte weiterhin unter diesem Namen vermarktet werden.
Im Jahr 1921 wurde ein erstes Betriebslabor zur Qualitätssicherung auf dem Brauereigelände errichtet.

Werbung: „Bitte ein Bit“ und der „Genießer“
Schon seit etwa 1880 galt Bitburger in Sachen Werbung als sehr fortschrittlich. Dafür ist vor allem Brauereibesitzer Dr. Theobald Simon (1847-1924) verantwortlich, der mit seiner Art der Promotion neue Akzente für innovative Werbung setzte. Für die Vermarktung des Produkts „Simonbräu-Deutsch-Pilsener“ startete Bitburger 1909 seine erste große Werbekampagne mit Annoncen in regionalen Zeitungen und mit Bierdeckeln als Werbeträgern. Später folgten erste Fernseh-Werbespots (1955).
Besonderen Wiedererkennungswert hat auch der so genannte „Genießer“, das Markenzeichen der Bitburger Brauerei. Der „Genießer“ wurde 1929 entworfen und ist bis heute als Logo auf allen Flaschen und Gläsern von Bitburger zu finden. Den ebenso bekannten charakteristischen Schriftzug des Werbeslogans „Bitte ein Bit“ lieferte der seinerzeitige Brauerei-Besitzer Dr. Theobald Simon 1951 höchstpersönlich mit seiner eigenen Handschrift.

Die weitere Entwicklung
1944 zerstörten Kriegsbomben weite Teile der Stadt Bitburg, darunter auch die gesamte Bitburger Brauerei. Dies hatte zunächst erhebliche Einbußen zufolge, die aber nur wenige Jahre später durch einen erneuten Aufschwung kompensiert wurden.
1970 wurde ein neues Brauereigelände in der Südstadt Bitburgs erbaut, das wegen steigender Nachfrage und mangelnder Expansionsmöglichkeiten in der Innenstadt von Nöten war. Die stetig steigende Jahresproduktion betrug 1967 über 400.000 Hektoliter und im Jahr 1973 wurde erstmals ein Ausstoß von über einer Millionen Hektoliter erreicht.

Das 1817 von Wallenborn errichtete alte Brauereigebäude befand sich in der Römerstraße, wo bis heute das historische Sudhaus mit den kupfernen Braukesseln zu sehen ist. Hier wurde 2009 eine Bitburger „Marken-Erlebniswelt“ errichtet: Besucher erfahren hier in Führungen auf über 1.500 Quadratmetern Fläche alles über die Geschichte der Brauerei.
1990 wurde eine Versuchsbrauerei in Betrieb genommen, die neue Biersorten produziert und testet.

Bitburger heute
In den letzten Jahrzehnten konnte der kontinuierliche Ausbau des Unternehmens vor allem durch die Erweiterung des Sortiments und die Erschließung des Wachstumsmarktes nichtalkoholischer Getränke erfolgreich fortgesetzt werden. Obwohl alles mit dem Bitburger Pils anfing und diese Sorte auch weiterhin eines der führenden Produkte ist, setzte Bitburger in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt auf neue Biersorten und Biermischgetränke, aber auch auf nichtalkoholische Erfrischungsgetränke und sogar Mineralwasser.
Nach der Übernahme mehrerer namhafter Brauereien und Getränkehersteller zählt die seit 1999 unter einer Holding-Gesellschaft „Bitburger Holding GmbH“ geführte „Bitburger Braugruppe GmbH“ zu den führenden deutschen Getränkeherstellern.

Gegenwärtig liegt die Jahresproduktion bei rund vier Millionen Hektolitern Bier (vor allem „Bitburger Premium Pils“), das weltweit in etwa 60 Länder exportiert wird. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 780 Millionen Euro und rund 1.800 Mitarbeitern (beide Angaben für 2014) ist die Brauerei für die Region Bitburg von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung.

(Cali Burton, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet
bitburger.de: Historie (abgerufen 11.03.2015)

Literatur

Henle, Dietmar / Dehnke, Katharina (2003)
Chronik der Bitburger Brauerei. Bautradition seit 1817. Köln.
Kulturgemeinschaft Bitburg (Hrsg.) (2001)
Bitburg. Trier.

Bitburger Brauerei Th. Simon

Schlagwörter
Ort
53634 Bitburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1817
Koordinate WGS84
49° 58′ 28,56″ N, 6° 31′ 17,43″ O / 49.9746°, 6.52151°
Koordinate UTM
32U 322289.75 5538750.82
Koordinate Gauss/Krüger
2537453.9 5537713.92

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„Bitburger Brauerei Th. Simon”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-117826-20150311-3 (Abgerufen: 18. August 2018)
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