Grube Nebo (Grubenfeld Nebo)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Bergisch Gladbach
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Bereich Grube Nebo (2004)

    Bereich Grube Nebo (2004)

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Lage des Standortes: Im Bereich des unteren Hombachtals, im Gebiet um Schiff, Herrenstrunden und Büchel bis nach Romaney verlief das Grubenfeld Nebo. In einer Mutungsübersichtkarte ist der Fundpunkt der Grube ca. 150 Meter südlich vom Hof Großbüchel eingetragen.
Datierung: Das Mutungsrecht wurde am 11. Januar 1868 verliehen.

Standortgeschichte: Im Bergisch Gladbacher Stadtgebiet ist ein fast lückenloses Netz von einzelnen Grubenfeldern vorzufinden, welche sich oftmals ganz oder teilweise überlagerten. Dies war insbesondere der Fall, wenn Zink-, Blei in Kupfergruben gemutet wurden, in dienen auch gleichzeitig Eisenerze oder Schwefelkies gemutet werden konnten. Das Mutungsrecht über die Grube Nebo wurde am 11. Januar 1868 verliehen – Eigentümer war die Gewerkschaft Nebo. Nach der Eintragung in die Mutungsübersichtkarte war die Grube Nebo auf Eisenstein verliehen worden. Das Grubenfeld Nebo grenzt nördlich an die Grubenfelder Smyrna.

Nach Stahl ergibt sich aus dem Situationsriss der Grube Prinz Wilhelm vom 18. April 1867, dass es sich hierbei um die Mutung Jericho handelt. Demzufolge handelt es sich hierbei um die Grube „Jericho modo Nebo“. Die Grube Nebo wurde wie die anderen Gruben mit alttestamentarischen Bezeichnungen laut Verleihungsurkunde an den Kaufmann Gottfried Vohwinkel aus Köln verliehen. Am 12. Juli 1882 wurden die Gruben David, Gilead, Josua, Nebo und Smyrna von den Eigentümern an Theodor Deichmann, Otto Deichmann sowie an die Firma Deichmann zu je einem Drittel verkauft. Wahrscheinlich handelte es sich bei den Herren Deichmann um Juden, deren Erben im nationalsozialistischen Zeitalter enteignet wurden. Die Bergwerksfeldakten der Grube Nebo wurden durch einen Beschluss des Oberbergamtes Bonn am 18. September 1937 gelöscht. Dem nationalsozialistischen Zeitgeist entsprechend wurden die Unterlagen gelöscht, um die Existenz der Gruben mit alttestamentarischen Grubennamen zu verschleiern und die Erinnerung an diese Grubennamen zu beseitigen. Im Berggrundbuch befindet sich bei der Grube der Vermerk: „Wegen Aufhebung des Bergwerkseigentums geschlossen am 10. November 1937“.

Überliefert ist jedoch auch der Hintergrund, dass auf dem so genannten „Reichsparteitag der Ehre“ in Nürnberg am 9. September 1936 der neue Vierjahresplan aufgestellt worden war. Dieser wiederum verfolgte das Ziel, Rohstoffquellen im eigenen Land für die Aufrüstung zu ergründen. Jedes „höffige Bergwerk“ wurde begutachtet, jüdisches Eigentum eingezogen.

Heutige Nutzung: Die Wiesen am „Rosenthaler Weg“, welche zum Gebiet der Grube Nebo gehörten, dienen als Viehweiden.
Substanz: Oberhalb des Herrenstrundener Friedhofs befindet sich an einem westlichen Berghang eine Viehweide, welche zum Hof Großbüchel gehört. Das Gelände zeichnet sich durch Wellen und kleine Senken aus – im Erdreich sind zugleich zahlreiche für Karstgebiete typische Einbrüche ins Erdreich zu beobachten. Die Vergangenheit als Grubengelände wird nicht sofort ersichtlich, in diesem Gelände haben nach Stahl jedoch in früherer Zeit Schurfarbeiten stattgefunden. Nachweislich gab und gibt es in diesem Bereich Eisenvorkommen, so dass von einer früheren Montantätigkeit ausgegangen werden kann.
Schutzstatus: Die Relikte der Grube Nebo haben keinen Schutzstatus.
Touristische Relevanz: Gering.
Historischer Zeugniswert: Hoch, die Grube Nebo ist ein Zeugnis für die Eisenerzgewinnung im Bergischen Land.
Erhaltungszustand: Außer der beschriebenen Viehweide sind von der Grube Nebo keine Relikte überliefert.
Seltenheitswert: Im Bereich von Bergisch Gladbach und Bensberg sind zahlreiche Zeugnisse der Bergbautätigkeit vorzufinden.
Regionaltypischer Wert: Die Grube Nebo war ein Grubenfeld im Umfeld des Bensberger Erzreviers. Die Erzgewinnung war typisch für das Bergische Land im 19. Jahrhundert.
Sensorielle Dimension: Gering, die Wellen und Senken im Gelände sind nicht landschaftsprägend.
Wert der räumlichen Zusammenhänge: Die Grube Nebo war eine Stätte zur Förderung von Eisenerz im Bensberger Erzrevier. Die Gewinnung von Erzen war typisch für das Bergische Land im 19. Jahrhundert.
Ausstrahlungswert: Gering, die Wellen und Senken im Gelände erschließen sich nicht direkt.
Künstlerischer Wert: Die vermutete Schurfstelle am Rosenthaler Weg erschließt sich nur dem interessierten Betrachter.
Historisch-Geographischer Wert: Mäßig, die Senken und Wellen in der Viehweide weisen nur in beschränktem Maße auf eine Bergbautätigkeit hin.

(Erfasser: Andreas Kaul, Kulturlandschaftliche Inventarisierung „oberes Strundetal“/ Herrenstrunden, 2007)

Literatur

Geurts, Gerhard / Hilden, Hans-Dieter / Ommer, Herbert / Stahl, Herbert / Bergischer Geschichtsverein Rhein-Berg (Hrsg.) (2006)
Das Erbe des Erzes, Band 3 - Die Gruben in der Paffrather Kalkmulde. (Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg e.V. 49.) Bergisch Gladbach.

Grube Nebo (Grubenfeld Nebo)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1868, Ende 1937
Koordinate WGS84
51° 00′ 25,63″ N, 7° 10′ 20,77″ O / 51.00712°, 7.17244°
Koordinate UTM
32U 371784.68 5652206.11
Koordinate Gauss/Krüger
2582331.84 5653093.27

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„Grube Nebo (Grubenfeld Nebo)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-11613-20110531-7 (Abgerufen: 24. September 2017)
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