Deichmauer Neuwied

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Neuwied
Kreis(e): Neuwied
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Den Anlass zum Bau der Hochwasserschutzanlage gaben drei hintereinander eingetretene schwere Hochwasser in den Jahren 1920, 1924 und 1926. Infolge der Hochwasser war die wirtschaftliche Existenz der Bevölkerung Neuwieds von damals etwa 20.000 Einwohnern bedroht. Das Hochwasser von 1925/26 überflutete fast das gesamte Stadtgebiet. Über 1.000 Wohnungen und 200 Geschäfte standen unter Wasser. Der Gesamtschaden belief sich auf vier bis fünf Millionen Mark.

Dies führte zu dem Beschluss des Baus einer großen Hochwasserschutzanlage, die die Stadt Neuwied umfasst. Getroffen wurde der Beschluss von dem damaligen Bürgermeister Robert Krups und den beiden Abgeordneten Eduard Verhülsdonk und Hans Böhm sowie weiteren Politikern. 1926 erhielten das Kulturbauamt Koblenz und das Stadtbauamt Neuwied den Auftrag für die Planung der Eindeichung Neuwieds. 1928 begann der Bau der Deichanlage, die 1931 fertig gestellt wurde.

Der Deich beginnt im Bereich der Kronprinzenbrücke im Stadtteil Engers als Verschluss der ehemaligen Flutmulde der Schleidt im Engerser Feld und endet oberhalb der Firma Rasselstein an der Wied.
Im Bereich der Stadtfront auf einer Länge von 600 Metern erhielt der Damm eine Mauerverkleidung aus Würzburger Muschelkalk. Um die Stadt nicht durch einen geschlossenen Deich von dem Fluss- und Fremdenverkehr abzuschneiden, wurde jeweils ein sechs Meter breites Wassertor vor der Schloss- und der Pfarrstraße sowie ein Fußgängertor von drei Metern Breite vor der Marktstraße eingebaut. Bei der Gestaltung des Rheinbildes der Stadt wurde hierbei besonders Wert auf die Gliederung der Tore und entsprechende Aufbauten wie dem Pegelturm am oberen Ende und der Deichkrone in der Mitte der Deichmauer gelegt.
Die Kosten für die Errichtung des 7,5 Kilometer langen Deiches betrugen 7,7 Millionen Mark.

Seit 1932 schützt der Deich die Stadt Neuwied zuverlässig gegen Hochwasser des Rheins und der Wied. Die Deichkrone liegt einen Meter über dem höchsten bekannten Pegel des Hochwassers von 1926 und ist für ein Ansteigen des Pegels auf 11,2 Meter am Pegel Neuwied ausgerichtet. Dies sind 9 Meter über dem normalen Wasserstand.

(Miriam Lux, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Internet
www.deichstadtweg.de (abgerufen 21.11.2016)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2015)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Neuwied (Denkmalverzeichnis Kreis Neuwied, 03. Februar 2015). Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Neuwied.pdf, abgerufen am 07.04.2015
Gränitz, Frauke / Grundmann, Luise (2003)
Das Mittelrheinische Becken. (Landschaften in Deutschland, Werte der Deutschen Heimat, 65.) Köln, Weimar u. Wien.
Meinhardt, Albert (1953)
Zwischen zwei Weltkriegen. In: 300 Jahre Neuwied, 1653-1955, S. 245-280. Neuwied.

Deichmauer Neuwied

Schlagwörter
Ort
56564 Neuwied
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1928
Koordinate WGS84
50° 25′ 34,87″ N, 7° 27′ 21,17″ O / 50.42635°, 7.45588°
Koordinate UTM
32U 390321.6 5587175.7
Koordinate Gauss/Krüger
2603496.03 5588846.61

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„Deichmauer Neuwied”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-111626-20150113-2 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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