Ophülsgraben

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Moers, Neukirchen-Vluyn
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Ophülsgraben und seine räumliche Beziehung zum Hof Eick in Neukirchen-Vluyn (2014)

    Der Ophülsgraben und seine räumliche Beziehung zum Hof Eick in Neukirchen-Vluyn (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Boldt, Kai-William / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Kai-William Boldt
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  • Wasserbauliche Maßnahmen am Ophülsgraben in Neukirchen-Vluyn (2014)

    Wasserbauliche Maßnahmen am Ophülsgraben in Neukirchen-Vluyn (2014)

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Naturräumliche Zurordnung, Geschichte und Bedeutung für die Kulturlandschaft
Der Niederrhein ist geprägt durch den Rhein und seine Terrassen. Weite Verbreitung haben die Niederterrassen, die aufgrund des veränderten Transportverhaltens in der letzten Eiszeit entstanden sind. Seitdem sind die Niederterrassen durch die Erosion kleinerer Fließgewässer zerschnitten worden.
Die entstandene Landschaft besteht aus den entsprechenden, teils komplex miteinander verbundenen Tiefenlinien (Kendel) und dazwischen stehen gebliebenen Vollformen bzw. Wasserscheiden (Donken). Die Niederungen sind je nach Abfluß Fließgewässer oder vernässte bis vermoorte Gebiete. Die Ableitung des Begriffs Kendel vom lateinischen „canna“ (Schilf, Rohr) ist nachvollziehbar. Die Reliefenergie bzw. die Höhenunterschiede sind sehr gering. Die potentielle natürliche Vegetation variiert zwischen Buchenwäldern auf den trockeneren Standorten und Eichen-Hainbuchenwäldern und Erlenbruchwäldern in den feuchten Niederungen. Bei sandigem Untergrund treten Birken in den Vordergrund.
Der Ophülsgraben ist ein Kendel des Moerser Donkenlands (575.01 nach der Naturräumlichen Gliederung). Sein Verlauf und Charakter sind durch kulturelle Eingriffe stark verändert worden: Begradigung, Befestigung, teils unterirdische Kanalisierung, Anlage von Wehren, Kläranlage. Er ist ein Zufluß des Moersbachs und damit Teil eines größeren Entwässerungssystems, das u.a. Relevanz für den Hochwasserschutz hat. Interessant: Moersbach und Fossa Eugeniana fließen nicht weit entfernt zusammen und dann weiter Richtung Rhein. Eine Veränderung der Tiefenlinien und ihrer Verläufe erfolgte vermutlich grundsätzlich seit dem Mittelalter und spätestens mit Beginn der Industrialisierung dürften die Gewässer zunehmend verschmutzt worden sein. Für die Emscher auf der anderen Rheinseite war zu dieser Zeit der Begriff „Köttelbecke“ noch untertrieben (Boldt / Gelhar 2008).

Wasserwirtschaft und Bauleitplanung erfolgen auf der Basis des Wasserhaushaltsgesetzes und des Landeswassergesetzes. Technische Maßnahmen sind notwendig, um die Sedimentation zu minimieren und den notwendigen Abfluß zu ermöglichen. Besonders wichtig ist das am Standort und seines Umlands wegen der bergbaulichen Senkungen (Polder). Pumpen ermöglichen den Abfluß auch bei stärkerem Abfluß. Der Ophülsgraben ist - sofern quasinatürlich erhalten - wie andere Kendel mit deutlich konvexen Rändern in die Niederterrasse eingeschnitten. Er weist je nach Grundwasserstand variable Abflußpegel auf.

Die kulturelle Nutzung des Moerser Donkenlands umfasst vor allem die Landwirtschaft; Ackerbau erfolgt in den höheren Gebieten und Wiesen und Weiden befinden sich in den feuchteren Tiefenlinien - sofern diese überhaupt genutzt werden. Das korreliert mit der Bodenqualität: (Para-)Braunerden auf den Donken und (pseudo-)vergleyte Böden bis zu vermoorten Arealen in den Tiefenlinien. Auf den exponierten Lagen fand auch die Anlage von Siedlungen statt.
Auch die Anlage der landwirtschaftlichen Höfe erfolgte gerne erhöht, oft entlang der Kendel am Donkenrand. Obwohl die Tiefenlinien zum Teil vermoort sind, boten sie teilweise die Möglichkeit zur Nutzung des Wassers. Hof Eick zum Beispiel liegt direkt am Ophülsgraben.

Abgrenzung
Bei der Abgrenzung wurden die unterirdischen Verläufe in den Kanälen berücksichtigt, nicht kartiert wurde der kurze Teilabschnitt, in dem der Ophülsgraben durch die Kläranlage westlich der Alten Kolonie der Zeche Niederberg (Siedlungen der Zeche Niederberg) unterbrochen wird.

(Kai-William Boldt, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. / LVR-Fachbereich Umwelt, 2015)

Ophülsgraben

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Koordinate WGS84
51° 26′ 14,16″ N, 6° 33′ 28,15″ O / 51.43727°, 6.55782°
Koordinate UTM
32U 330260.38 5701281.91
Koordinate Gauss/Krüger
2538831.59 5700440.89

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„Ophülsgraben”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-111601-20150109-3 (Abgerufen: 16. November 2018)
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