Abschussbereich einer Nike-Raketenstellung bei Kreuzau

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Kreuzau, Vettweiß
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Zwei US-amerikanische Langstrecken-Flugabwehrraketen des Typs "Nike Hercules", die auch als taktische Nuklearwaffen eingesetzt werden konnten (2004)

    Zwei US-amerikanische Langstrecken-Flugabwehrraketen des Typs "Nike Hercules", die auch als taktische Nuklearwaffen eingesetzt werden konnten (2004)

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  • Aufzugs- und Förderschacht ("missile elevator") für eine US-amerikanische Langstrecken-Flugabwehrrakete des Typs "Nike" (2004)

    Aufzugs- und Förderschacht ("missile elevator") für eine US-amerikanische Langstrecken-Flugabwehrrakete des Typs "Nike" (2004)

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Nike-Raketenstellungen
Anfang der 1960er Jahre, während des Kalten Krieges, wurden im Rheinland neun Flugabwehrraketenstellungen gebaut. Sie gehörten zu einem Flugabwehrraketengürtel der NATO. Durch das Flugabwehrraketensystem Nike ließen sich hoch und schnell fliegende Flugkörper orten und abfangen. In der weiterentwickelten Form konnten die Nike-Fluglenkkörper als Version Nike-Hercules Atomsprengköpfe tragen. Bereits Anfang der 1980er Jahre galt die Nike-Technik als veraltet und das Flugabwehrraketensystem sollte auf das System Patriot umgerüstet werden. Hierzu kam es durch die atomare Abrüstung in den meisten Fällen nicht mehr.
Die Raketenstellungen besaßen einen standardisierten Aufbau. Jede Anlage umfasste zwei räumlich getrennte Liegenschaften, den Abschussbereich und die Feuerleitstelle. Von der Feuerleitstelle aus wurde der Lenkflugkörper bis zum Ziel vom Boden aus gesteuert. Die Feuerleitstelle und der Abschussbereich waren durch ein Kabel miteinander verbunden. Im Abschussbereich waren die Raketen untergebracht. Die Truppen, bei allen linksrheinischen Anlagen war es die belgische Armee, waren in nahegelegenen Kasernen untergebracht.

Abschussbereich in Vettweiß
In Vettweiß ist der 1966 eingerichtete Abschussbereich einer Nike-Raketenstellung relativ gut erhalten. Er ist über eine Panzerstraße mit der Kaserne in Düren verbunden. Die Feuerleitstelle befand sich bei Nideggen. In Vettweiß konnten die Nike-Raketen sowohl mit konventionellen als auch mit atomaren Sprengköpfen (Ausführung Nike-Hercules) bestückt werden.
Das gesamte Gelände wird von einem Doppelzaun umschlossen. Man kann erkennen, dass der innere Zaun später eingezogen wurde. Erhalten geblieben sind ein Wachhaus mit Turm sowie drei Abschussplattformen mit der zugehörigen Infrastruktur. Zu jeder Abschussplattform gehörte eine Halle, in der die Raketen mit den Sprengköpfen gelagert wurden. Die Hallen hatten für die Energieversorgung ein eigenes Generatorhaus mit Öltank und waren von einem u-förmigen Splitterschutzwall umgeben. Vor der Halle lag die Abschussplattform mit je drei Abschussgestellen. Für einen möglichen Einsatz wurde die Nike auf einer Laufschiene zu den Abschussgestellen gefahren und aufgerichtet. An den Rändern der Abschussplattformen standen durch Gitterkästen geschützte Lampen, wie sie sich in Vettweiß finden. Im Splitterschutzwall gegenüber den Abschussgestellen befand sich der Mannschaftsbunker, der von zwei Seiten aus zugänglich war.

Heutiger Zustand
Die Stellung wurde 1991 freigegeben. Das Gelände wird heute landwirtschaftlich genutzt und darf nicht betreten werden. Es ist aber durch den Zaun vom Wanderweg aus einsehbar.

(Wiebke Hoppe, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2014)

Literatur

Pötzl, Norbert F. / Traub, Rainer (2010)
Der Kalte Krieg. Wie die Welt den Wahnsinn des Wettrüstens überlebte. München.

Abschussbereich einer Nike-Raketenstellung bei Kreuzau

Schlagwörter
Ort
52372 Kreuzau - Thum
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1966, Ende 1991
Koordinate WGS84
50° 42′ 45,5″ N, 6° 31′ 57,31″ O / 50.71264°, 6.53259°
Koordinate UTM
32U 325805.89 5620773.98
Koordinate Gauss/Krüger
2537660.56 5619814.53

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„Abschussbereich einer Nike-Raketenstellung bei Kreuzau”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-106853-20141104-5 (Abgerufen: 29. Mai 2017)
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