Wolfsturm Montabaur

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Montabaur
Kreis(e): Westerwaldkreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Der eingerüstete "Wolfsturm" der zur ehemaligen Stadtmauer von Montabaur gehört (2014)

    Der eingerüstete "Wolfsturm" der zur ehemaligen Stadtmauer von Montabaur gehört (2014)

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  • Der eingerüstete "Wolfsturm" der zur ehemaligen Stadtmauer von Montabaur gehört (2014)

    Der eingerüstete "Wolfsturm" der zur ehemaligen Stadtmauer von Montabaur gehört (2014)

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Der 20 Meter hohe Wolfsturm ist der größte Turm der alten Stadtbefestigung. Er besteht aus einem Sockel mit zwei aufgesetzten Stockwerken und einen Dachkrone. Er wurde vermutlich um die Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut.

Der sechseckige Wolfsturm ist einer der wenigen erhaltenen Wehrbauten Montabaurs und recht eigenwillig. Auf einem dreiviertelrunden Sockel befinden sich zwei Stockwerke, die mit dem Sockel mit einer Gesamthöhe von ca. 20 Metern bis zur Dachkrone reichen. Es wäre möglich, dass diese besondere Gestaltung mit den von Bürgern als wichtig empfundenen städtischen Rechten und Privilegien zusammenhing. Denn darüber hinaus war Montabaur als Munzipalstadt bestätigt. So hatte die Stadt das Recht, Deputierte zum kurtrierischen Landtag zu entsenden, die dort über Steuerfragen mitentscheiden konnten.

Wie eine Chronik des 18. Jahrhunderts belegt, sind in der Nähe des Turmes zwischen 1628 und 1631 sogenannte Konstruktionsbögen der Stadtmauer zu Kerkern ausgebaut worden, um dort die als Hexen Beschuldigten im Rahmen der „schröckbaren Hexeninquisition“ (Hexenprozesse) in Gewahrsam zu halten. Diesbezüglich ist der Turm nach den bisher überlieferten und bekannten Quellen erstmals erwähnt worden.
Der Name „Wolfsturm“ deutet auf höheres Alter des Turmes hin. Die Bezeichnung „Wolf“ war damals nicht nur ein Tiername, sondern auch eine Bezeichnung für „merkaere“, „Aufpasser“ oder „Beobachter“, die sich auf die Wehrfunktion des Turmes im Mauergürtel der Stadt bezog. Denn an dieser Stelle der Stadtmauer gab es keinen Schutz durch eine natürliche Hanglage.

Die durch Stadtbrände 1491 und 1534 und durch die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts verarmte Stadt ließ trotzdem noch 1774 den Turm reparieren und das Dach neu decken, obwohl die mittelalterliche Wehranlage den zeitgenössischen Feuerwaffen nicht mehr standhielt. 1814 wurde der Dachstuhl des Turmes auf Abbruch verkauft und das Gebäude zerfiel.

Im Rahmen der Stadtsanierung wurde 1969/1970 die Renovierung des Turmes beschlossen und durchgeführt, die von der Kreissparkasse Westerwald finanziell unterstützt worden ist. Seitdem dient der Turm als Begegnungsstätte für vielfältige Anlässe.

Trotz der Kritik auf die Neugestaltung der Turmkrone mit einem Zinnenkranz ist der Turm ein wichtiger historischer Zeuge für die damalige Bedeutung der Stadt.
Heute kann der Wolfsturm nicht mehr besichtigt werden. Zur Zeit wird er von außen restauriert.

(Niklas Wörsdörfer, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Quellen
Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur (Mai 2013): Montabaur von Punkt zu Punkt

Internet
www.montabaur.de: Montabaur entdecken und erleben (abgerufen: 19.11.2014)

Literatur

Hollmann, Michael / Roth, Hermann Josef / Schwenk, Bernd (2000)
Geschichte der Stadt Montabaur, 1. Teil: Humbach-Montabaur. Montabaur.
Meister, Karl Andreas Ambrosius / Löwenguth, Franz-Josef (1977)
Geschichte der Stadt und Burg Montabaur nach urkundlichen Quellen (Nachdruck der Ausgabe 1876). Montabaur.
Roth, Hermann Josef (1989)
Stadt Montabaur (2. erw. Auflage). (Rheinische Kunststätten, Heft 227.) Neuss.

Wolfsturm Montabaur

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1300 bis 1400
Koordinate WGS84
50° 26′ 6,92″ N, 7° 49′ 40,09″ O / 50.43525°, 7.8278°
Koordinate UTM
32U 416754.08 5587682.65
Koordinate Gauss/Krüger
3416795.77 5589478.1

Empfohlene Zitierweise

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„Wolfsturm Montabaur”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-103250-20140912-9 (Abgerufen: 17. November 2018)
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