Alvensleben-Stollen Burglahr

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Burglahr
Kreis(e): Altenkirchen (Landkreis Altenkirchen / Westerwald)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Alvensleben-Stollen bei Burglahr, Blick auf den Eingang des Besucherstollens (2014).

    Alvensleben-Stollen bei Burglahr, Blick auf den Eingang des Besucherstollens (2014).

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  • Alvensleben-Stollen bei Burglahr, Tafel über dem Eingang des Besucherstollens (2014).

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  • Alvensleben-Stollen bei Burglahr, Blick auf die nebenstehende Lore und eine Infotafel (2014).

    Alvensleben-Stollen bei Burglahr, Blick auf die nebenstehende Lore und eine Infotafel (2014).

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Der Alvensleben-Stollen fand seine Benennung nach Albrecht Graf von Alvensleben (1794-1858), der als preußischer Finanzminister zur selben Zeit für das Themengebiet Bergbau (ab 1836) Verantwortung trug.

Zu dieser Zeit genoss die nahe gelegene Grube Louise ein bedeutendes Ansehen, was auf der Reinheit der durch sie geförderten Eisenerze basierte und zugleich Ausdruck in den umfangreichen Fördermengen fand. Um 1825 jedoch zeichnete sich ein Ende der Abbauarbeiten durch Erschöpfung des Erzganges ab. Aufgrund der zu dieser Zeit fehlenden den (Pump-)Technik und des nahe gelegenen Lahrbachs mit nur wenigen Höhenmetern Differenz entschied man sich einen Stollen auf der gegenüberliegenden Seite des Harzbergs zu erschließen. Die auf dieser Seite fließende Wied erlaubte einen Stollen zu graben, welcher mit 30,80 m Differenz deutlich tiefer angelegt war, als der bisherige Louisenstollen. Die Bauarbeiten des Alvensleben-Stollens begannen 1835 und endeten nach 1.546 Meter Länge (Durchschnittlicher Vortrieb pro Tag: 14,6 Zentimter) im Jahr 1864, nach 29 Jahren Bauzeit. Durch diesen Bergstollen mit einem Gefälle von 1,5 Meter auf 1.000 Meter Stollenlänge war die Arbeit im Bergwerk für eine ganze Generation gesichert. Zu vermerken ist, dass bei Verwendbarkeit einer geeigneten Technik zum benötigten und beschriebenen Zeitpunkt in der Grube Louise, der Alvensleben-Stollen nie gegraben worden wäre.

Der Standort erscheint nach heutigen Betrachtungen jedoch nicht vollkommen ideal gewählt zu sein. Zum einen, da ein Stollenbeginn flussaufwärts (Wied) sich als insgesamt kürzer erwiesen hätte. Zum anderen, da laut alten Aufzeichnungen des Oberbergamts Bonn vom 12.11.1843 der Verlauf der Wied zu diesem Zeitpunkt viel näher am heutigen Stolleneingang gelegen war und somit die ungünstige Lage bestärkte. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Orientierung der Vermessungen sich unter damaligen Umständen bei der Ausrichtung an der Burg Lahr als hilfreich erwiesen.
Durch die später im Bergbau eingeführte Dampfmaschine war nun auch in der Grube Louise ein Abteufen (Erschließen von senkrechten Schächten) möglich. 1872 wurde der Gerlachschacht und 1883 der Barbaraschacht abgeteuft, mit dem tiefsten Aufschluss im Barbaraschacht bis zu 450 m. Der Alvensleben-Stollen wurde bis 1930 weiter als Wasserlösungsstollen betrieben, indem man das Grubenwasser aus den Tiefen der Schächte nur bis zu seinem Sohlenniveau mittels Dinglerscher Wasserhaltungsmaschine anhob.

Seit 1988 wurde der in den 1950er Jahren zugeschüttete Alvensleben-Stollen durch private Hand (u.a. ehemalige Bergleute) wieder aufbereitet und durch eine Betriebserlaubnis zur Nutzung als Besucherbergwerk im Mai 2000 durch das Bergamt in Koblenz freigegeben. Heute ist der Stollen die 14. Station des Erz-Wanderwegs und gegen einen kleinen Obolus jeden dritten Samstag im Monat auf 400 Metern begehbar.

(Jan Grendel, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Internet
burglahr.de: Alvenslebenstollen (abgerufen 11.08.2014)

Literatur

Schäfer, Albert (2012)
Von Berg- und Hüttenleuten, Köhlern und Fuhrknechten. (Heimatkundliche Buchreihe zum östlichen Rheinischen Schiefergebirge, Band 7.) Weilburg.
Schäfer, Albert (2010)
Schriften zur Geschichte des Erzbergbaus im Gebiet der Verbandsgemeinde Flammersfeld. Flammersfeld.

Alvensleben-Stollen Burglahr

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1835 bis 1864
Koordinate WGS84
50° 36′ 56,01″ N, 7° 30′ 0,91″ O / 50.61556°, 7.50025°
Koordinate UTM
32U 393898.35 5608148.31
Koordinate Gauss/Krüger
3393930.89 5609951.64

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„Alvensleben-Stollen Burglahr”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-101989-20140901-5 (Abgerufen: 14. August 2018)
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