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Kopie der Sixtinischen Madonna: Kunsthistorischer Bezug und Stiftung im kirchlichen Raum
Bildbeschreibung der „Sixtinischen Madonna“
Kulturdenkmal
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Durch die neue Eingangshalle wurde der Westturm im unteren Bereich umgebaut. Weiterhin wurde er um ein Geschoss erhöht und mit einer geschweiften Haube versehen. Die neubarocke Basilika ist dreischiffig. Im Chor der Kirche befindet sich ein Hochaltar, dessen zweigeschossiger Aufbau aus schwarzen Säulen und Gebälkstücken aus hellem Marmor besteht. Er wurde vom Koblenzer Bildhauer Johann Heinrich Neuss geschaffen und stammt ursprünglich aus der Koblenzer Karmeliterkirche. Der Seitenaltar im Stil des Spätrokokos aus Eichenholz stammt aus der Kapelle des von Eysschen Hauses. Die Holzkanzel der Kirche ist aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und stand ursprünglich in der Sankt Barbara Kirche in Koblenz.
Kopie der Sixtinischen Madonna: Kunsthistorischer Bezug und Stiftung im kirchlichen Raum
Ein bis heute sichtbares Zeugnis der Verbundenheit der Familie Mendelssohn mit der katholischen Gemeinde in Horchheim ist die großformatige Kopie der „Sixtinischen Madonna“ in der Pfarrkirche St. Maximin. Das Gemälde wurde 1865 von der Familie Mendelssohn gestiftet und befindet sich an der Stirnwand des nördlichen Querhauses der Kirche.
Die Vorlage bildet die weltberühmte „Sixtinische Madonna“ des italienischen Renaissance-Malers Raffael (Raffaello Santi), die 1512/1513 für den Hochaltar der Klosterkirche San Sisto in Piacenza entstand. Das Werk zählt zu den bekanntesten Marienbildern der europäischen Kunstgeschichte. Besonders die beiden Engel am unteren Bildrand haben eine eigenständige und bis heute weit verbreitete ikonographische Wirkung entfaltet.
Die Stiftung einer solchen Kopie durch die Familie Mendelssohn besaß in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine besondere symbolische Bedeutung. Die aus dem jüdischen Bankhaus Mendelssohn hervorgegangene Familie, deren Mitglieder teilweise zum Protestantismus übergetreten waren, überließ der katholischen Pfarrgemeinde ein bedeutendes religiöses Bildmotiv. Die Schenkung ist als Ausdruck lokaler Verbundenheit sowie als Zeichen konfessioneller Offenheit und gesellschaftlicher Verständigung zu verstehen. Die Kopie gehört damit zu den wichtigen erhaltenen Erinnerungsstücken an die Präsenz der Familie Mendelssohn in Horchheim und zugleich zu den Beispielen bürgerlichen Mäzenatentums im kirchlichen Raum des 19. Jahrhunderts.
Bildbeschreibung der „Sixtinischen Madonna“
Die „Sixtinische Madonna“ zeigt die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind als himmlische Erscheinung. Maria schwebt, von einem geöffneten grünen Vorhang gerahmt, auf weißen Wolken herab. Hinter ihr öffnet sich ein goldschimmernder Himmel, aus dem zahlreiche Engelsköpfe hervortreten. Das Jesuskind sitzt auf ihrem rechten Arm; beide blicken den Betrachter mit ernstem, eindringlichem Ausdruck unmittelbar an. Zu Füßen Marias befinden sich zwei Heiligengestalten auf den Wolken. Links kniet Papst Sixtus II., der seine dreifache Tiara vor sich abgelegt hat und andächtig zur Madonna aufblickt. Rechts ist die heilige Barbara dargestellt, erkennbar an dem neben ihr stehenden Turm. Sie wendet ihren Blick demütig zur Seite.
Besonders bekannt sind die beiden Engelknaben am unteren Bildrand. Sie lehnen sich an eine Balustrade und richten ihren Blick aufmerksam und zugleich neugierig auf die himmlische Szene. Dieses Motiv entwickelte sich zu einem der bekanntesten Bilddetails der europäischen Kunstgeschichte.
Die Komposition verbindet eine feierlich-sakrale Darstellung mit einer unmittelbaren, nahezu menschlich wirkenden Bildwirkung. Der geöffnete Vorhang verstärkt den Eindruck einer sich öffnenden Vision. Die ruhige Haltung der Figuren, klar geführte Blickrichtungen und eine ausgewogene Bildordnung verleihen dem Werk seine besondere Ausdruckskraft und tragen zur anhaltenden Bedeutung der „Sixtinischen Madonna“ als Schlüsselwerk der Renaissance bei.
Kulturdenkmal
Die Kirche Sankt Maximin in Horchheim wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler in der Kreisfreien Stadt Koblenz geführt (Stand 2026). Der Eintrag lautet:
„Kath. Pfarrkirche St. Maximin Emser Straße 351
Westturm 12. Jh., mit neubarockem Glockengeschoss; neubarocke dreischiffige Basilika, 1916-18, Arch. Richard von Broek, Duisburg; Ausstattung“.
(Simon Künzel und Miriam Lux, Universität Koblenz-Landau, 2014, aktualisiert 2026; Heimatfreunde Horchheim e.V., Koblenz-Horchheim, 2026)
Internet
www.koblenz-heilig-geist.de: St. Maximin - Horchheim (abgerufen 29.06.2026)
www.regionalgeschichte.net: St. Maximin (abgerufen 29.06.2026)
de.wikipedia.org: Sixtinische Madonna (abgerufen 29.06.2026)