Rheinkran in den Andernacher Rheinanlagen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Andernach
Kreis(e): Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Bereits im Jahr 1400 besaß die Stadt Andernach am Rhein ein Kranschiff. Auf diesem pontonartigen Schiff war ein quadratischer, hölzerner Tretkran montiert. Diese Konstruktion war zwar innerhalb des Hafens mobil, jedoch erwies sie sich als instabil. Schon zu dieser Zeit erkannte man, dass ein feststehender Rheinkran erhebliche Vorteile mit sich bringen würde.

Im November 1554 begannen dann die Bauarbeiten am Rheinkran. Im Sommer des Jahres 1558 war der Kran fertiggestellt. Vor der Inbetriebnahme mussten noch Schuttarbeiten zur Sicherung des Krans vorgenommen werden, sodass der Kran im Jahr 1561 in Betrieb genommen werden konnte. Im Jahr 1590 wurde das Glockendrehdach der ursprünglichen Krankonstruktion gegen ein Kegeldach ausgetauscht.
Der Kran sorgte für eine Vielzahl an Arbeitsplätzen. Die „Kranarbeiter“ waren für die mechanische Arbeit im Kran verantwortlich. Sie bewegten die Treträder und die Ausleger. Die „Kranknechte“ sorgten für die Be- und Entladung der Schiffe. Der „Kranschreiber“ erstellte Kranlisten. Darauf vermerkt waren der Name des Wareneigners, die Art der Ware und deren Umfang, das Ziel sowie weitere Angaben. Des Weiteren schrieb er die Rechnung für die Dienste des Rheinkrans. Insgesamt gehörten alle Kranmitarbeiter der Zunft der „Aufläder“ an.

Nach Beendigung des Dreißigjährigen Kriegs um 1650 wurde der hinter dem Rheinkran liegende, zuvor als „Geiersberg“ bekannte Berg in „Krahnenberg“ umbenannt.
Ab 1761 wurde der Rheinkran nach 200 jährigem Stadtbetrieb verpachtet. Der Pächter war für die Funktion und Wartung der Konstruktion verantwortlich und benötigte weiterhin einen Kranmeister zum Betrieb.
Im Jahr 1879 bekam der Kran einen Gleisanschluss, welcher nach der Stilllegung wieder entfernt wurde.
Der Rheinkran von Andernach war lange Zeit die größte Verladevorrichtung an deutschen Binnengewässern. Er diente besonders zur Verladung von Weinfässern und Mühlsteinen.

Im Jahr 1909 wurde der Andernacher Hafen stromaufwärts verlegt. An der Stelle des neuen Hafens wurde auch ein neuer Rheinkran errichtet. Im Jahr 1911 wurde der alte Rheinkran vollständig stillgelegt und sofort restauriert.
Der alte Rheinkran ist bis heute funktionsfähig. Die hölzerne Konstruktion ist aufgrund der langen Standzeit und der Hochwasserschäden natürlich nicht mehr belastbar. Die Grundmechanik ist jedoch nach wie vor in Takt.

Im Jahr 2011 feierte die Stadt Andernach 450-jähriges Kranjubiläum.

(Simon Künzel, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Busley, Josef (1941)
Die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen. Düsseldorf.
Heyen, Franz-Josef (1988)
Andernach. Andernach.

Rheinkran in den Andernacher Rheinanlagen

Schlagwörter
Ort
56626 Andernach
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1554 bis 1558
Koordinate WGS84
50° 26′ 36,26″ N, 7° 23′ 30,69″ O / 50.4434°, 7.39186°
Koordinate UTM
32U 385815.38 5589167.98
Koordinate Gauss/Krüger
2598911.39 5590656.03

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Rheinkran in den Andernacher Rheinanlagen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-101350-20140827-8 (Abgerufen: 18. November 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang