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Das heutige Pegelhaus an der Rheinpromenade in Bingen am Rhein (2026)
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Johannes Heidecker, Binger Schifferverein 1895 e.V.
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Johannes Heidecker
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Hochwassermarkierungen am Binger Pegelhaus (1904)
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Historische Postkarte mit einer Ansicht der Binger Rheinanlagen mit dem Pegelhaus (1904). Die Aufschrift der Postkarte lautet: "Der Niederwald m. d. Nationaldenkmal
Das heutige Pegelhaus an der Rheinpromenade in Bingen am Rhein (2026).
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Johannes Heidecker, Binger Schifferverein 1895 e.V.
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Hochwassermarkierungen am Binger Pegelhaus (1904). Das größte Hochwasser fand im Jahr 1882 statt.
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Johannes Heidecker, Binger Schifferverein 1895 e.V.
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Johannes Heidecker
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Von 1901 bis zur Zerstörung durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg wurde der Wasserstand in Bingen am Rhein an einem Pegelhaus durch eine Pegeluhr mit 10 Ziffern angezeigt. 1950/51 wurde das Pegelhaus am Rheinufer, unweit des Lotsenmuseums, neu errichtet.
Binger Pegelhaus und Pegelstand Im Pegelhaus wird der Binger Pegelstand angezeigt. Im Vorbau war das Büro des Strommeisters. Der Pegel wird durch das Wasser- und Schiffahrtsamt Bingen betrieben. Für die Schiffe, die nicht in Bingen am Ufer anlegen, ist allerdings nicht der Pegelstand wichtig, sondern die Mindestfahrwassertiefe der Fahrrinne. Dazu muß man den GlW gleichwertigen Wasserstand kennen. Dieser Wert wird für zehn Jahre regelmäßig festgelegt, in Bingen liegt er derzeit bei 97 cm. Zusammen mit der Ausbautiefe von 190 cm muß man in Bingen Pegel + Ausbautiefe 190 cm – GlW 97 cm, vereinfacht: Pegel + 93 cm rechnen. Das heißt, ein Pegel von 32 cm bedeutet eine Mindestwassertiefe in der Fahrrinne von 125 cm.
Regeln bei Niedrigwasser Der Pegel- bzw. der Wasserstand sind wichtig, wenn es Niedrigwasser oder Hochwasser gibt. Bei Niedrigwasser können die Schiffe grundsätzlich weiterfahren. Aber sie müssen den Tiefgang ihres Schiffes kennen und erkennen am Wasserstand, ob sie die geplante Strecke noch befahren können. Durch geringere Zuladung können sie ihren eigenen Tiefgang anpassen. Das bedeutet aber auch, dass bei Niedrigwasser die Schiffe wesentlich weniger beladen werden können. Niedrigwasserstände traten in den letzten 1000 Jahren häufig auf. Es wird davon aus den Jahren 1000, 1132, 1303 und 1353 berichtet (siehe Absatz zu den Hungersteinen).
Regeln bei Hochwasser Bei Hochwasser gelten andere Regeln, denn Hochwasser gefährdet die Schifffahrt. Schiffe können zu hoch liegen und Brücken beschädigen. Das Wasser fließt schneller. Um noch steuern zu können, müssen die Motoren schneller laufen. Treibgut kann die Schiffe beschädigen, die Wellen die von den Schiffen verursacht werden schlagen gegen die Ufer und können Deiche beschädigen. Daher muss bei der Hochwassermarke I (in Bingen 350 cm) langsamer und genau in der Mitte des Stromes gefahren werden. Bei Hochwassermarke II (in Bingen 490 cm) wird die Schifffahrt eingestellt.
Am Pegelhaus sind die Höchstwasserstände der letzten 150 Jahre markiert. Aus historischen Quellen weiß man aber, dass es davor noch wesentlich höhere Wasserstände gab. 1374 wird von einem Wasserstand „bis zur Wölbung der Stadttore“ berichtet. Das dürfte dann noch einmal zwei Meter über dem am Pegelhaus angezeigtem Höchstwert von 6,30 m für 1882 liegen. Heute wird das Gebäude vom Städtischen Gartenamt benutzt und der Pegel mitsamt Anzeige automatisch betrieben. Der Pegelstand und alle Messwerte können automatisch abgerufen werden. (siehe www.pegelonline.wsv.de)
Hungersteine als einfache Messinstrumente Als Hungersteine bezeichnet man Steine, die man nur bei sehr niedrigem Wasserstand sieht, sie weisen auf Ernteausfälle hin, was nicht selten zu Hungerkatastrophen führte. Von 1417 gibt es den ältesten bekannten „Hungerstein“. Es gibt neun weitere Berichte oder Hungersteine, bis man 1816 die ersten systematischen Pegelmessungen einführte, nachdem man in Köln den „niedrigsten jemals bekannten Wasserstand“ festgestellt hatte. Bei Bacharach gab es bis zum Rheinausbau den „Bacchi Ara“ (Elterstein oder Bachusaltar), den man auch nur bei Niedrigwasser sah. Dieser weist aber auf die Bauernregel „Kleiner Rhein, guter Wein“ hin.
(Binger Schifferverein 1895 e.V., Bingen am Rhein, 2026 / Freundliche Hinweise von Herrn Johannes Heidecker)
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Binger Schifferverein 1895 e.V. (2026): „Pegelhaus Bingen am Rhein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360766 (Abgerufen: 3. November 2026)
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