Ritterstein Am Seicheneck bei Gleiszellen-Gleishorbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Gleiszellen-Gleishorbach
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 07′ 23,67″ N: 7° 59′ 10,39″ O 49,12324°N: 7,98622°O
Koordinate UTM 32.426.033,17 m: 5.441.650,97 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.426.079,10 m: 5.443.388,65 m
Der Ritterstein Nr. 204 „Am Seicheneck“ befindet sich im Waldgebiet bei Gleiszellen-Gleishorbach an einem Rastplatz mit Tischen und Bänken.

Thematische Einordnung
„Am Seicheneck“ ist ein Ritterstein aus der Kategorie „Orientierungspunkte“. Er markiert einen Platz im Wald, der als Rast- und Wegepunkt dient.

Spezifische Einordnung
Der Name „Seicheneck“ wird mit einer feuchten Stelle beziehungsweise einem feuchten Eck im Wald in Verbindung gebracht. Die genaue sprachliche Ableitung sollte allerdings vorsichtig behandelt werden, da solche kleinräumigen Waldnamen oft aus mündlicher Überlieferung, örtlicher Aussprache und älteren Flurbezeichnungen hervorgegangen sind. Sicher ist vor allem, dass der Name auf eine besondere Stelle im Gelände verweist, die für Ortskundige erkennbar und benennbar war.

Der Ritterstein steht an einem ruhigen Rastplatz, der durch Tische und Bänke als Aufenthalts- und Wegepunkt erkennbar ist. Damit gehört er zu jenen unscheinbaren, aber praktischen Orientierungspunkten, die im Wanderalltag eine wichtige Rolle spielen. Gerade solche Plätze zeigen, dass die Rittersteine nicht nur große historische Ereignisse markieren, sondern auch kleine überlieferte Geländenamen bewahren, die aus der alltäglichen Wahrnehmung des Waldes entstanden sind.

Das „Eck“ verweist vermutlich auf eine bestimmte Lage im Gelände, etwa auf eine Geländekante, Wegbiegung oder einen abgegrenzten Waldwinkel. Der feuchte Charakter des Ortes schwingt in der Bezeichnung mit, ohne dass daraus zwingend eine wasserbauliche oder quellbezogene Bedeutung abgeleitet werden sollte. Ohne einen solchen Stein könnten derartige Namen leicht aus dem Gedächtnis verschwinden, weil sie selten in Urkunden oder großen Geschichtswerken auftauchen. Der Ritterstein macht den Platz als Orientierungspunkt sichtbar und hält zugleich eine alte Waldsprache lebendig, in der sich Boden, Feuchtigkeit, Wege und menschliche Nutzung zu einem Namen verdichtet haben.

(Thomas Mann, Weidenthal, 2026)

Literatur

Eitelmann, Walter / Pfälzerwald-Verein e.V. (Hrsg.) (2005)
Rittersteine im Pfälzerwald. Gedenksteine und Inschriften - Eine steinerne Geschichtsschreibung. Neustadt an der Weinstraße (5. Auflage).

Ritterstein Am Seicheneck bei Gleiszellen-Gleishorbach

Schlagwörter
Ort
76889 Gleiszellen-Gleishorbach
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation

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Thomas Mann: „Ritterstein Am Seicheneck bei Gleiszellen-Gleishorbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360724 (Abgerufen: 15. Oktober 2026)
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