Die Herxheimer Synagoge
In dem Bereich, wo sich heute der Synagogenstein befindet, stand von 1845 bis 1938 die Herxheimer Synagoge. Sie stand etwas von der Hauptstraße zurückversetzt, denn der Gemeinderat wollte keine zu große Sichtbarkeit mitten im Ort. Vor der Synagoge war eine Birkenallee angelegt. Zur Oberen Hauptstraße hin befanden sich in zwei einstöckigen Wohnhäusern ein Unterrichtsraum für jüdische Kinder und die Lehrerwohnung. Um 1900 lebten rund 160 jüdische Menschen im Ort.
Am 9. November 1938 fiel die Synagoge den Novemberpogromen der Nationalsozialisten zum Opfer - sie wurde zerstört und geplündert, aber nicht in Brand gesteckt. Schon ab 1933 hatten die Repressalien gegen die Juden begonnen. Viele Familien verließen in Vorausahnung, welch Schreckliches der Naziterror noch bringen würde, in den folgenden Jahren Herxheim und Deutschland. So gab es 1938 nur noch vier Familien im Ort.
Das Abrissmaterial der Synagoge nutzte man zur Wegebefestigung - der Ochsenweg in Richtung Rülzheim ist heute noch stummer Zeuge. 1984 wurde der Ornamentstein in einer ehemaligen Lehmgrube geborgen und restauriert.
Gegen das Vergessen: STOLPERSTEINE in Herxheim
Im Rahmen der jährlichen Gedenkfeier „Wider das Vergessen“, einer Veranstaltung in Gedenken an die Pogrome, wurden in den Jahren 2024, 2025 und 2026 in der Herxheimer Hauptstraße STOLPERSTEINE verlegt.
Diese Gedenksteine sind 96 x 96 x 100 mm große Messingplatten, in Handarbeit gegossen in einem Betonblock, die vor den Wohnhäusern angebracht werden, in denen die Opfer des Nationalsozialismus zuletzt freiwillig lebten. Sie erinnern dort mit den einleitenden Worten HIER WOHNTE an die verfolgten und ermordeten Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen.
Wir erinnern uns an ELISA und WILHELM ENGEL, an GUSTAV ROSENTHAL, an JOSEF ANSCHEL und an SARA LINA, HUGO und ALISE REGINA HAAS.
STOLPERSTEINE liegen bislang in Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Lichtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Republik Moldau, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn.
Das Projekt ist im August 2024 auf über 107.000 verlegte Steine in fast 1900 Kommunen angewachsen.
(Ortsgemeinde Herxheim bei Landau, 2026)