Der Künstler
Hugo Ball, Sohn der Herxheimerin Josefine Arnold und des Schuhreisenden Karl Ball, wurde 1886 in Pirmasens geboren und wuchs dort auf. Er begann mit traditionellen Gedichten und Texten über die Idylle des Pfälzer Waldes. Nach dem Studium arbeitete er am Theater in München. Als er 1912 die exzentrische Autorin und Künstlerin Emmy Hennings kennenlernte, wurde er in die Turbulenzen der literarischen Avantgarde hineingezogen. Während des 1. Weltkrieges emigrierte er mit ihr in die Schweiz.
1916 begründeten sie das Cabaret Voltaire in Zürich und bereiteten der Kunstform des Dadaismus den Weg. Die Künstlerinnen und Künstler, die sich dort trafen, einte der Wunsch, sich mit ihrer Kunst einer Welt im Krieg zu verweigern. Als Pazifisten protestierten sie gegen politische Willenlosigkeit und Hörigkeit, gegen den Krieg, gegen kirchliche Autoritäten und gegen den Missbrauch der Sprache. Verwirren und Provozieren war die Absicht. Ball reichte die herkömmliche Sprache nicht mehr aus, um eine Welt zu beschreiben, die ihn sprachlos machte. Er erfand Lautgedichte, die stammelnd und verrätselt, aber überaus klangvoll und poetisch waren. Satzfragmente wirkten wie willkürlich zusammengefügt, begleitet von Lärmmusik. Traditionelle Hörgewohnheiten wurden völlig auf den Kopf gestellt, aus Sprachkritik wurde Gesellschaftskritik.
Ball war vielseitig: Er arbeitete als Journalist, Schriftsteller, Lektor, Dramaturg, Dichter, Vortragsreisender, Klavierspieler, Klavierlehrer, Schauspieler, Biograf, Notenschreiber u.v.m. Sein Leben war geprägt von sprunghafter Sinnsuche und stets prekären wirtschaftlichen Verhältnissen. 1927 starb er mit nur 41 Jahren im Schweizer Exil. Er gilt mittlerweile als einer der bedeutendsten Pfälzer Künstler.
(Ortsgemeinde Herxheim bei Landau, 2026)