Ziewer-Haus in Oberkail

Früheres Stockhaus Bischofs in Oberkail

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Oberkail
Kreis(e): Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 02′ 12,39″ N: 6° 40′ 45,76″ O 50,03678°N: 6,67938°O
Koordinate UTM 32.333.822,69 m: 5.545.299,65 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.548.715,48 m: 5.544.720,50 m
Wo heute die Häuser Bitburger Straße 2, 4 und 6 stehen, befand sich einst ein großer Hof der Familie Bischof. Über mehrere Generationen wurde das Anwesen vererbt, aufgeteilt und umgebaut. Im 19. Jahrhundert entstanden auf den ehemaligen Hof- und Gartenflächen neue Wohnhäuser, die später erneut geteilt und zusammengeführt wurden. Die wechselnden Besitzer - darunter die Familien Schwadorf, Ziewer, Probst, Kohl und Heinz - spiegeln dabei die enge Verflechtung der Oberkailer Familiengeschichte wider. Die heutigen Häuser erzählen somit nicht nur ihre eigene Baugeschichte, sondern auch die Geschichte eines ganzen Hofes, der sich im Laufe von rund zwei Jahrhunderten in drei eigenständige, später teilweise wieder vereinigte Gebäude verwandelte.

Lage und Baubeschreibung
Vom Bischof-Hof bis zur Aufteilung in drei Wohnhäuser
Aus dem Bischofs-Haus wird das Ziewer-Haus
Das Probst-Haus - heute in Bitburger Straße 2 integriert
Das Heinz-Haus (Bitburger Straße 6)
Quellen

Lage und Baubeschreibung
Das Gebäude Bitburger Straße 4 ist ein zweigeschossiges Wohnhaus mit verputzter Fassade und einem mit roten Ziegeln gedeckten Satteldach. Der Baukörper schließt beidseitig unmittelbar an die Nachbargebäude an und bildet mit diesen eine geschlossene Häuserfront, die durch unterschiedliche Bauhöhen und Dachformen gegliedert ist. Das Ziewer-Haus und das dahinter gelegene Heinz-Haus (Bitburger Straße 6) werden über eine Zuwegung erschlossen, die am linken Giebel des Hauses Bitburger Straße 2 vorbeiführt. Links vom Ziewer-Haus schließt, etwas zurückversetzt, der frühere Wirtschaftstrakt des Nachbarhauses an. Rechts schließt unmittelbar ein höherer Nachbarbau an, dessen dunkle Dacheindeckung und größere Trauf- und Firsthöhe einen deutlichen baulichen Übergang markieren.
Die schlicht gestaltete Vorderfassade des Wohnhauses wird durch eine unregelmäßige Anordnung der Fenster und des ungefähr in der Fassadenmitte angeordneten Hauseingangs geprägt. Im Erdgeschoss befinden sich zwei große, querrechteckige Fenster, zwischen denen der Hauseingang liegt. Im Obergeschoss befinden sich drei Fensteröffnungen. Zwei breitere Fenster nehmen die Achsen der Erdgeschossfenster auf. Rechts daneben befindet sich ein weiteres, deutlich schmaleres Fenster. Die Fenster besitzen moderne, dunkelbraune Rahmen und sind überwiegend zweiflügelig beziehungsweise durch eine Teilung gegliedert.
Ein verbindendes Gestaltungselement bilden die schmalen, hellbeige gefassten Fenster- und Türfaschen. Der Hauseingang ist leicht zurückgesetzt und ebenfalls von einer hellbeigen Fasche eingefasst. Die dunkelbraune Holztür besitzt einen verglasten oberen Bereich, der durch horizontale und vertikale Sprossen gegliedert ist. Über dem Eingang befindet sich eine einfache Außenleuchte; unmittelbar rechts daneben ist die Hausnummer 4 angebracht.
Ein hellbeige abgesetzter Sockel bildet den unteren Abschluss der Fassade. Die Fenster besitzen dunkle Außenfensterbänke aus Stein, die gegenüber der hell verputzten Fassade deutlich hervortreten. Das mit roten Ziegeln gedeckte Satteldach besitzt nur geringe Dachüberstände; entlang der Traufe verläuft eine schlichte Dachrinne.
Insgesamt zeigt sich das Gebäude als schlichter, zweigeschossiger Wohnbau ohne aufwendige architektonische Gliederung. Die unterschiedlichen Bauhöhen und Dachformen der unmittelbar anschließenden Nachbargebäude lassen zugleich die kleinteilige, historisch gewachsene Parzellen- und Baustruktur im Bereich des sogenannten „Bischofs-Ecken“ weiterhin deutlich erkennen.
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Vom Bischof-Hof bis zur Aufteilung in drei Wohnhäuser
Erstmals tritt im Feuerstättenverzeichnis von 1656 mit „Bischoffs Theiß“ ein Besitzer des gleichnamigen Hauses in Erscheinung. In der Rechnung der Herrschaft Kail aus dem Jahr 1660 wird dieser als Inhaber einer Vogtei geführt, die in der damaligen Rangfolge der Oberkailer Bauern allerdings zu den weniger bedeutenden Vogteien gehörte. Noch im selben Jahr scheint er verstorben zu sein, denn ab 1661 wird „Bischoffs Theißen Wittib“ geführt, die auch 1664 noch namentlich genannt wird: „Bischoffs Magdalen“. In den folgenden Jahren scheint der zum Bischof-Haus gehörende Besitz nicht mehr bewirtschaftet worden zu sein. Erst 1680 erscheint wieder ein ‚Bischoffs Theiß' in den Quellen, bei dem es sich vermutlich um einen Vertreter der nächsten Generation handelt. Spätestens 1695 war auch dieser Theiß verstorben; von da an bewirtschaftete seine Witwe Maria den Hof. Bis 1710 wird nur sie in den Rechnungen genannt. Im Jahr 1711 erklärt Leonard Junck, „das er wegen eines Gartens oben zu term hiesige Pfarrkirch, unten zu term Bischoffs modo des Debitoris Wohnhaus von eine Erbrenth jährlich der Pfarrkirchen liepfern mus gutten einpahren (einfachen) ollig ein Maß, sag. 1 Maß; wahr unten handtzeignet Linert Junck von Kayll.“ Leonard Junck musste der Pfarrkirche also jährlich ein Maß Öl als Erbpacht für einen Garten zwischen seinem Haus und der Kirche liefern. Ob er der Sohn oder der Schwiegersohn der Witwe Maria Bischof war, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. In den herrschaftlichen Rechnungen werden 1718 noch beide genannt: „Bischoffs Maria und Leonardt“. Von da an wird bis einschließlich 1748 nur noch Leonard genannt. 1749 erscheint mit „Bischoffs Steines“ erstmals ein Vertreter der nächsten Generation neben Leonard. Sein eigentlicher Name war August(inus). In der Rechnung von 1751 ist Leonards Name gestrichen; an seiner Stelle steht nur noch „Steines“. Dieser August Junck (um 1705-nach 1767) war mit einer Maria verheiratet. Nach August und Maria führte ihre älteste gemeinsame Tochter Katharina Junck (1731-um 1767) den Hof weiter. Sie war mit Philipp Schmitz (1729-1789) verheiratet. Dieser heiratete später noch zweimal: 1769 Margaretha Heintzen und 1775 Maria Frantzen. Beide Ehen wurden ebenfalls im Bischofs-Haus geschlossen bzw. geführt.
Die älteste Tochter aus der Ehe Schmitz-Junck, Maria Elisabeth Schmitz (1758-1812), führte Haus und Hof fort. Vor 1783 heiratete sie Johann Schwadorf (um 1755-1797), der der Überlieferung zufolge aus Köln stammte. Gemeinsam hatten sie sechs Kinder, von denen nur die Söhne August und Nikolaus das Erwachsenenalter erreichten. Im Jahr 1819 ließen die beiden beim Gindorfer Wald ein Kreuz errichten, dessen Inschrift „Augusdinus und Nicolaus Schwadorf von Oberkaeil 1819“ lautet. Der mündlichen Überlieferung zufolge soll die glückliche Heimkehr aus den Napoleonischen Kriegen Anlass für diese Stiftung gewesen sein. Nikolaus Schwadorf war zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Biermühle verheiratet und wurde damit zum Vorfahren der Familie Atzor, die dort bis in die 1980er Jahre wohnte. Im Bischofs-Haus in Oberkail lebten damals noch Maria Elisabeth Schmitz' zweiter Ehemann Johann Peter Högener (1759-1830) sowie August Schwadorf (1785-1839) mit seiner Ehefrau Katharina Weinand (1778-1836) aus Seiwerath und den gemeinsamen Kindern Angela, Maria Anna und Valentin.
Bereits 1834 wurden die zum Bischofs-Haus gehörenden Liegenschaften unter den Kindern aufgeteilt. Diese Aufteilung hatte jedoch keinen dauerhaften Bestand. In der Folge kam es zu weiteren Umschreibungen und Verkäufen innerhalb der Familie. Um 1854 standen auf dem Bering des Stammhauses bereits drei Wohngebäude. Angela Schwadorf (1812-1895) blieb mit ihrem aus Seinsfeld stammenden Ehemann Adam Erdorf (1803-1857) im Elternhaus wohnen. Dort wurden dem Ehepaar elf Kinder geboren. Maria Anna Schwadorf (1814-1873) heiratete Johann Herrmann (1811-1848) aus dem alten Metschend-Haus zwischen Bitburger Straße und Orsfelder Weg. Vermutlich lebte das Ehepaar zunächst in einem Teil des heute nicht mehr erhaltenen Kohs-Hauses bevor sie kurz vor 1850 auf einer ehemals zum Bischof-Haus gehörenden Gartenfläche das heutige Haus Bitburger Straße 6 errichteten.
Valentin Schwadorf (1819-1892) heiratete 1841 Katharina Funck (1817-1894) aus dem Gehänen-Haus (Kyllburger Straße 4). Ihre ältesten Kinder wurden vermutlich noch im Bischofs-Haus geboren. Im Jahr 1853 erbauten sie vor dem Bischofs-Haus ein neues Wohnhaus an die neue Provinzialstraße. Es bildet heute den linken, etwa zwei Drittel umfassenden Teil des Hauses Bitburger Straße 2.
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Aus dem Bischofs-Haus wird das Ziewer-Haus
Von den elf Kindern der Eheleute Erdorf-Schwadorf verstarben vier bereits im Kleinkindalter. Auch der Sohn Peter, der als Soldat am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teilgenommen hatte, starb im Alter von 24 Jahren „nach Ablauf des Krieges zu Saarlouis am Nervenfieber“. Vier weitere Kinder heirateten auswärts und zogen nach St. Thomas, Steinborn beziehungsweise Wilsecker. Im Elternhaus blieben die beiden Töchter Anna Maria und Johanna wohnen. Anna Maria Erdorf (1834-1906) heiratete 1858 Theodor Ziewer (1833-1898) aus Wilsecker und übernahm 1878 gemeinsam mit ihrem Ehemann das Haus.
Bis zu Johannas Tod 1878 lebten auch sie und ihr 1839 in Kalenborn geborener Ehemann Karl Leuschen im Haus. Gemeinsam hatten sie acht Kinder, von denen fünf im Säuglingsalter verstarben. Anna Maria Erdorf und Theodor Ziewer hatten sieben Kinder. Der älteste Sohn Nikolaus erwarb um 1890 gemeinsam mit seiner Ehefrau Margaretha Funck, die aus dem Gehänen-Haus (Kyllburger Straße 4) stammte, das Haus Kyllburger Straße 17. Der zweitälteste Sohn Matthias Ziewer (1859-1938) heiratete 1893 Magdalena Klasen (1869-1945) aus Neuheilenbach und zog mit ihr ins Elternhaus. Drei jüngere Geschwister heirateten Partner aus Kyllburg und zogen ebenfalls dorthin.
Im Gebäudebuch von 1910 wird „Ziewer, Matthias, Tagelöhner“ als Eigentümer des früheren Bischof-Hauses geführt. Zum Anwesen gehörten damals das Wohnhaus und ein kleiner, gegenüberliegender Stall.
Über die Kinder der Eheleute Ziewer-Klasen ist Folgendes bekannt: Cornelius fiel 1916 als Soldat im Ersten Weltkrieg. Nikolaus zog als Fabrikarbeiter aus Oberkail fort, kehrte später jedoch mit seiner Ehefrau und seiner Tochter zurück. Er erwarb das frühere Schmatz-Haus im Kuhberg 8. Joseph heiratete in Duisburg und verstarb auch dort. Anna Maria und Michael starben kurz nach ihrer Geburt. Der jüngste Sohn Valentin Ziewer (1910-1991) war als Landwirt und Sägewerksarbeiter tätig. Im Jahr 1934 heiratete er Johanna Breuer (1907-1990) aus dem Flips-Haus (heute nicht mehr erhalten, Standort: Schulstraße 2). Das Ehepaar bewohnte das Ziewer-Haus in der Bitburger Straße 4. Ihr Sohn Peter Ziewer (1935-2020) bewohnte das Haus in seinen letzten Lebensjahren allein. Nach seinem Tod erwarb der Nachbar Theo Herrmann das Haus.
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Das Probst-Haus - heute in Bitburger Straße 2 integriert
Im Jahr 1853 erbauten die Eheleute Valentin Schwadorf und Katharina Funck vor dem Bischofs-Haus ein neues Wohnhaus an der damals neu angelegten Provinzialstraße. Dieses Gebäude bildet heute die linken beiden Drittel des Hauses Bitburger Straße 2. Drei ihrer sechs Kinder verstarben bereits in jungen Jahren. Der Sohn Theodor heiratete 1878 und erwarb das Haus Kyllburger Straße 7, das er fortan mit seiner Familie bewohnte. Die Tochter Anna Maria heiratete 1877 Bernhard Breuer und zog zu ihm in die Wittlicher Straße 19. Nach dem Wegzug dieser beiden Kinder wurde 1878 die Hälfte des damaligen Hauses verkauft. Sie entspricht ungefähr dem mittleren Drittel des heutigen Hauses Bitburger Straße 2. Käufer war Matthias Herrmann, der damals im früheren Boden-Haus wohnte, das hinter dem rechten Teil des heutigen Hauses Bitburger Straße 2 lag. Er erweiterte die angekaufte Haushälfte zur rechten Seite hin. Auf diese Weise entstand der heutige Baukörper von Bitburger Straße 2 zumindest in seinen beiden rechten Dritteln.
Die andere Hälfte des 1853 errichteten Hauses verblieb bei der Tochter Katharina Schwadorf (1842-1895). Sie bildet heute das linke Drittel von Bitburger Straße 2. Katharina war seit 1867 mit dem aus Metterich stammenden Michael Probst (1835-1901) verheiratet.
Von ihren sechs Kindern lebte jeweils ein Sohn in Köln beziehungsweise im Saargebiet. Von einem Kind liegen keine weiteren Informationen vor. Im Elternhaus blieben die drei unverheirateten Kinder Theodor (1869-1942), Anna (1876-1941) und Veronika (1882-1943). Im Gebäudebuch des Jahres 1910 wird Theodor Probst mit den Berufen Ackerer und Holzhauer als Eigentümer des Hauses geführt. Zu seinem Gebäudebestand gehörten damals das Wohnhaus, ein Abort sowie eine Scheune, ein Stall und ein Holzschuppen. Diese Wirtschaftsgebäude befanden sich gegenüber vom Haus, etwa an der Stelle, an der sich heute die Doppelgaragenanlage des Hauses Bitburger Straße 2 befindet. Für 1938 sind auch die drei unverheirateten Kinder der Eheleute Probst-Schwadorf als Bewohner des Anwesens verzeichnet. Anfang der 1950er-Jahre war das Haus an die Familie Berwanger-Karen vermietet, die später nach Spangdahlem verzog. 1956 erwarben der Landwirt Matthias Herrmann und seine Ehefrau Katharina Kreutz die Gebäude und integrierten sie in ihr Anwesen Bitburger Straße 2.
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Das Heinz-Haus (Bitburger Straße 6)
Das heutige Haus Bitburger Straße 6 wurde von (Maria) Anna Schwadorf und ihrem Ehemann Johann Herrmann errichtet. Die nur schwer zu entziffernde letzte Zahl der Inschrift im Türsturz („18 J H A Sch 4?“) lässt als Baujahre 1845 oder 1849 zu. Das Baugrundstück war zuvor Teil einer zum Bischof-Haus gehörenden Gartenfläche. Das Oberkailer Grundbuch führt Johann Herrmann ab 1849 als Eigentümer, obwohl er bereits im Dezember des Vorjahres verstorben war. Zunächst scheint auch der Sohn Augustin mit seiner Familie im Hausgelebt zu haben. 1875 wohnte er jedoch bereits in der Kyllburger Straße 17. Vermutlich wurde das Haus im Bischofs-Ecken nach dem Tod der Mutter 1873 verkauft. 1875 gehörte es dem Witwer Andreas Kohl, der 1841 im Backes-Haus (Wittlicher Straße 5) geboren worden war. Spätestens 1910 lebte er in der Meisburger Straße 3, wo er auch 1930 verstarb. Als Eigentümerinnen des Hauses in der Bitburger Straße folgten ihm seine beiden Töchter Elisabeth und Susanna. Elisabeth Kohl (1874-1922) war seit 1904 mit Gerhard Klein (um 1862-1917) aus Badem verheiratet. Ihre Schwester Susanna Kohl (1877-1949) blieb unverheiratet und arbeitete als Näherin. Im Gebäudebuch von 1910 wird das Anwesen als „Wohnhaus und Abort, Scheune mit Stall, Holzschuppen mit Schweinestall“ geführt; als Lagebezeichnung ist „Bischofsecken“ angegeben. In den 1910er Jahren zog die Familie Klein zusammen mit der unverheirateten Schwester Susanna ebenfalls in die Meisburger Straße 3.
Das Haus in der Bitburger Straße 6 gelangte anschließend in den Besitz des aus Landscheid stammenden Ackerers Johann Heinz (1877-1971) und seiner Ehefrau Elisabeth Breuer (1880-1967), die aus dem Kosta-Haus in der Kyllburger Straße 11 stammte. Von ihren fünf Söhnen kehrten zwei nicht mehr aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Peter zog zu seiner Frau in den Kuhberg 15. Josef erbaute sich ein neues Haus im Frohnertweg 3. Lorenz zog zu seiner Frau nach Kyllburg. Die beiden Töchter blieben unverheiratet. Maria trat in den Orden der Borromäerinnen in Trier ein und lebte und arbeitete als Schwester Benita im dortigen Mutterhaus. Anna (1920-2000) führte die Landwirtschaft zunächst gemeinsam mit ihren Eltern und später allein weiter. Im Grundbuch ist sie ab 1952 als Eigentümerin eingetragen. Als Beruf ist „Landwirtschaftsgehilfin“ angegeben.
Nach Annas Tod wurde das Elternhaus zunächst vermietet. Schließlich erwarben es Sebastian Filke, der aus dem Haus Bitburger Straße 8 stammt, und seine Frau Cathleen Maria Fröde-Filke. Seitdem bewohnen und renovieren sie das Haus und passen es den Bedürfnissen ihrer Familie an.
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(Jörg Kreutz, Oberkailer Zeitspuren e.V. - geschichtlicher Verein der Ortsgemeinde Oberkail, 2026)

Quellen
Herzoglich von Croysches Archiv Dülmen, HCAD, BMB, 16, 15, Urteil vom 29. November 1832 in Sachen der Fürsten von Salm-Salm gegen die Stockbesitzer in Oberkail.
Herzoglich von Croysches Archiv Dülmen, HCAD, 1, 11, Pro Memoria, angelegt in den Jahren 1814-1818.
Kreisarchiv Bitburg: Akten des Standesamtes Oberkail.
LHAK 15, 1052, Maria-Theresia-Kataster 1766.
LHAK 15, 280, Steuerliste 1793.
LHAK, Außenstelle Kobern-Gondorf; Bestände 734-1104, 736-2291 und 736-3427.
Pfarrarchiv Oberkail und Bistumsarchiv Trier: Kirchenbücher der Pfarrei Oberkail.
Pfarrarchiv Oberkail: Gebundene Abschrift eines Güterverzeichnisses aus der Zeit um 1700.
Pfarrarchiv Oberkail: Lagerbuch angelegt 1747, Seite 38: Abschrift einer Erklärung von 1711.
Staatsarchiv Brüssel - Archives Générales du Royaume de Belgique, Bestand Arenberg, Rechnungen Oberkail.
Urteilsschrift des Rheinischen Appellations-Gerichtshof zu Cöln in seiner öffentlichen Sitzung des ersten Civil-Senats vom 22. April 1835.
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Literatur

Gerten, Erich; Ewald, Heinz (1982)
Keille, Keil, Oberkail. Geschichte - Kultur - Landschaft. Wittlich.
Gerten, Erich; Kreutz, Jörg; Rech, Claus (2001)
Oberkail - Geschichte eines Dorfes in der südlichen Eifel. Neuerburg.
Mehs, Matthias Joseph (1934)
Das Oberkailer „Nahmen Buch der Heiligen Undt Hochheiligen Bruderschaft Jesu undt Mariae“. In: Wittlicher Tageblatt, Nr. 277 und 282, Sonderdruck, Wittlich.
Rech, Claus (o.J.)
Stockbesitzer und Beisassen in Oberkail (Eifel). Ein Beitrag zur Geschichte der Oberkailer Häuser und ihrer Bewohner vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. o.O.. Online verfügbar: https://www.wgff.de/trier/

Ziewer-Haus in Oberkail

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bitburger Straße 2-6
Ort
54533 Oberkail
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Jörg Kreutz: „Ziewer-Haus in Oberkail”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360528 (Abgerufen: 28. August 2026)
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