Eine Familie verlässt die Pfalz
Die Ursprungsfamilie
Die neue Heimat
Die ersten Jahre
Lunenburg und die Mahone Bay
Erfolge in der neuen Heimat und familiäre Entwicklung
Firmengründungen und politisches Engagement der Familie Zwicker
Gebäude, die an die Siedler und die Zwicker-Familie erinnern
Zwicker in der Geschäftswelt
Grabsteine als historische Zeugnisse der Zwicker-Familie
Quellen / Internet
Eine Familie verlässt die Pfalz
Johann Peter Zwicker, geb. 1710 in Zeiskam, und seine sechs Jahre ältere Frau Maria Magdalena geb. Haffner, die aus Landau stammte, reisten am 5. Juni 1752 von Rotterdam aus mit dem Schiff Gale mit drei Söhne und zwei Töchtern im Alter zwischen 16 und 1 ½ Jahren über den Atlantik. Geworben hatte in Deutschland im Auftrag der britischen Regierung der Agent John Dick. 1500 „protestantische Ausländer“ sollte er nach Nova Scotia, Kanada, bringen. Eine amtliche englische Werbeschrift war unter dem Titel „Historische und geografische Beschreibung von Neu-Schottland“ 1750 ins Deutsche übersetzt und verbreitet worden. Versprochen wurden jedem Auswanderer 50 Morgen Land, für das er zehn Jahre lang keine Steuern zahlen musste. Für jedes weitere Familienmitglied wurden weitere zehn Morgen zugesagt. Außerdem sollten die Familien Baumaterial für einen Hof und die nötigen Gerätschaften für den Ackerbau, die Waldrodung und für den Fischfang erhalten. Zudem versprach man ihnen die notwendigen Sämereien und eine einfache Viehhaltung.
Mindestens drei Wochen mussten die Reisenden nach der Ankunft in Nova Scotia, Kanada, noch warten, bevor sie schließlich 3 ½ Monaten nach dem Beginn der Überfahrt am 26. September 1752 von Bord gehen konnten. Abgereist war das Schiff mit 249 Passagieren, die meisten aus der Pfalz. Bei der Ankunft waren es nur noch 220 Personen, der Rest war unterwegs verstorben. Die Gale hatte eine lange und stürmische Fahrt mit heftigen Westwinden. Auch einige Seeleute starben unterwegs. Wegen den Krankheiten an Bord verzögerte sich deshalb auch das Ausschiffen. Zugleich gab es an Land 1752/53 epidemieartige Todesfälle, so dass es erstaunlich ist, dass die Mitglieder der Familie Zwicker alle diese vielfältigen Gefahren überlebte. Und die versprochenen Zusagen lagen noch in weiter Ferne.
Die Ursprungsfamilie
Der Vater des Familienoberhaupts war Samuel Zwicker (1685 – 1751), die Mutter, eine Dorfhebamme in Zeiskam, die mit ihrer Ursprungsfamilie aus der Schweiz eingewandert war, Susanna Barbara Weiß (1685 – 1746). Diese beiden waren, als die Zwicker-Familie ausreiste, bereits verstorben. Der Pfarrer schreibt über die ehemalige Geburtshelferin des Ortes:
„eine ehrlich-gut und stille Frau, welche 16 jahr d. hebamme dienst erbracht hat – ihres alters 60 jahr 10 menses 3 dies -Sie hat 350 Kinder zur Welt gebracht.“ Wir kennen nur noch einen Bruder des Auswanderers, der in Zeiskam überlebte und den Familiennamen dort erhalten hat.
Die neue Heimat
Nova Scotia (Neuschottland) ist eine halbinselförmige Provinz an der kanadischen Atlantikküste und hat durch seine Lage einen sehr maritimen Charakter. Im Namen kommt die frühe Besiedlung durch schottische Auswanderer Anfang des 17. Jahrhunderts zum Ausdruck. Doch war die Gegend immer wieder Streitobjekt zwischen Frankreich und Großbritannien. Im Frieden von Utrecht wurde Nova Scotia den Briten zugesprochen. Die Regierung in London störte es allerdings, dass die Siedler auf der Halbinsel zu einem großen Teil aus katholischen, französisch sprechenden Siedlernachkommen (Akadiern) bestand. Viele von ihnen wurden 1755 schließlich von den Briten gewaltsam vertrieben und dafür deutsche Protestanten zur Unterstützung die englischen Siedler angeworben. Dies sollte die Franzosen von einer weiteren Ansiedlung abhalten.
Die ersten Jahre
Die Auswanderer-Familie Zwicker ließ sich auf der Nova Scotia-Halbinsel zunächst in Halifax nieder. Es ist kaum vorstellbar, wie schwer die ersten Jahre im fremden Land gewesen sein müssen. Die deutschen Siedler konnten gar kein Englisch. Viele waren „redemptioners“, was bedeutete, dass sie den Kredit für ihre Fahrtkosten, die von der britischen Regierung übernommen wurden, abarbeiten mussten. Für einen Erwachsenen waren sieben britische Pfund aufzubringen, für Kinder zwischen vier und vierzehn Jahren die Hälfte. So zahlte die Familie für die Schiffsreise wohl über 30 Pfund, was einem Seemannlohn von 2 ½ Jahren oder dem Preis für den Kauf von 30 einfachen Hosen entsprach.
Aufgrund ihrer Unerfahrenheit wurden die Siedler anfangs schamlos von Regierungsvertretern ausgenutzt, die dann in der Folge jedoch vom verantwortlichen Gouverneur entlassen wurden.
Eigentlich hatte London beabsichtigt, erfahrene Landwirte in Nova Scotia anzusiedeln. Die überwiegende Mehrheit der ausländischen Protestanten gab an, Bauern zu sein, was auch den Angaben auf der Passagierliste des Schiffes Gale entsprach. Viele Siedler hatten keine landwirtschaftliche Erfahrung, doch nutzten sie die Zusagen von kostenlosem Land, um eine neue Existenz zu begründen. Von den Zeiskamern ist auszugehen, dass der bei der Übersiedlung 42 Jahre alte Johann Peter Zwicker Erfahrungen für die Landbestellung mitbrachte und durch den ältesten Sohn von 16 Jahren darin unterstützt wurde. Doch die Urbarmachung einer bewaldeten und abgelegene Kolonie brachte unvorhergesehene Herausforderungen.
Lunenburg und die Mahone Bay
Zunächst hatten viele Deutschen in Dutch Village gelebt, bis die Behörden nach einigen Jahren entschieden, die Deutschen in dem Gebiet der Städte Lunenburg und ein Jahr später in der Mahone Bay anzusiedeln. Mit 14 kleinen Segelschiffen waren sie Ende Mai 1753 die Küste entlang bis zur auf dem Landweg 100 km entfernten Merliguesh-Bucht gesegelt, wo unter militärischem Schutz die neue Stadt angelegt wurde. Bei ihrer Ankunft am Standort wurden der künftige Stadtplan vermessen und den Siedlern Grundstücke zugewiesen. Auch Garten- und Dreißig-Acre-Bauernhöfe wurden angelegt und verteilt. Die Zwicker-Familie befand sich unter diesen Neu-Siedlern. Viele Familien lebten zunächst vorwiegend in der Stadt Lunenburg und bestellten das ihnen zugewiesene Land draußen an der Mahone Bay. Die meisten „ausländischen Protestanten“ standen jedoch noch bis 1758 auf Lebensmittellisten, über die sie „königliche Zuwendungen“ zur Unterstützung erhielten. Die Siedler mussten zudem fortwährend Angst vor Überfällen der Mi'kmaq, Ureinwohner der Region, haben, die sich auf die Seite französischer Interessen geschlagen hatten und die Außenhöfe angriffen und Siedler töteten. Diese Bedrohung endete erst mit der Kapitulation der Franzosen 1758/59. Durch ihre landwirtschaftlichen Erfolge konnten die Bauern nun damit beginnen, ihre überschüssigen Produkte, dazu Brennholz und Bauholz aus den Rodungen nach Halifax zu verkaufen. An einem kommerziellen Fischfang waren die Siedler zu diesem Zeitpunkt noch nicht interessiert. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Lunenburger gelegentlich fischten und Muscheln für den eigenen Verbrauch in der Familie sammelten.
Erfolge in der neuen Heimat und familiäre Entwicklung
Gegen Gebühr vergab die britische Krone in den 1760er Jahren weitere große Grundstücke. Die Auswanderersöhne Johann Peter II., Georg Melchior und Johann Georg Zwicker gehörten zu den größten Grundbesitzern im Gebiet von Mahone Bay. Aus einer Volkszählungsstatistik erfahren wir über Peter Zwicker Senior, dass er 2 Pferde, 3 Kühe, 3 junge Rinder, 3 Schweine besaß und vor allem Roggen und Gerste, aber auch Hafer und Erbsen anbaute. Von Sohn Johann Peter Junior erfahren wir ähnliche Angaben. Die Familie des noch in Zeiskam geborenen ältesten Sohnes Peter Zwicker II. gehörte bald zum Netzwerk der prominenten Familien Lunenburgs. Ende der 1750er ließ er sein Land von 1760 als 30-Morgen-Bauernhof im Grundbuch eintragen. Zum Zeitpunkt der Landvergabe 1784 besaß Peter Zwicker II. 1140 Morgen Land und war damit einer der größten Landbesitzer der Gemeinde. Er besaß den Großteil seines Besitzes in der Gegend von Nova Scotia-Oakland, ebenso wie seine Brüder und Schwäger. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert betrieb er ein Gasthaus in Mahone Bay. Bis 1770 hatte sich Peter Zwicker II. als fähiger Landwirt erwiesen. Die Größe der Familie mag seinen Erfolg als Landwirt beeinflusst haben; er musste möglicherweise große Ländereien erwerben, um seine große Familie ernähren zu können. Aus zwei Ehen gingen neunzehn Kinder hervor. Seine erste Frau war Catharina Schmidt, die er am 18. Juni 1759 heiratete und mit der er elf Kinder hatte. Nach Catharinas Tod heiratete Peter am 17. Februar 1781 Anna Gertraud Ernst und hatte mit ihr acht weitere Kinder. Die weite Verbreitung der Zwicker-Familie zeigte sich somit bereits in der ersten Generation ihre Ursachen. Johann Zwicker II. hatte mit seiner ersten Frau Catharina Barara geb. Schmidt elf Kinder und mit der zweiten Frau Anna Gertrude Eva geb. Ernst sieben weitere direkte Nachkommen. Insgesamt gingen aus der Familie 87 Enkelkinder hervor. Es wird berichtet, dass er ein gebildeter Mann war und zahlreiche Bücher besaß. Außerdem trat er vor seinem Haus in Oakland, 3 km östlich von Mahone Bay, im Freien als Prediger auf. Sein Landbesitz umfasste 1200 Acres (fast 500 Hektar). Die Auswanderertochter Maria Magdalena, geb. 1739 in Zeiskam, heiratete Johann Philipp Heyson aus einer angesehenen Bauernfamilie und wohnte ebenfalls in Oakland. Zusammen mit einem Schwager erwarb und bestellte Heyson gemeinsame Ländereien. Von dem Paar sind zehn Kinder namentlich bekannt. Ihr Bruder Georg Melchior zeugte mit seiner Frau Judith Rosina Bleisteiner zwölf Kinder. Der jüngste der Zwicker-Brüder Johann Georg hatte zusammen mit seiner ersten Frau Anna Renoir einen Sohn, mit der zweiten Frau Anna Katharina aus der einflussreichen Familie Kaulbach fünf Kinder und mit der dritten Ehefrau Maria Katharina geb. Böhmer drei Nachkommen. Die Jüngste der Geschwister, Maria Barbara, die noch 1750 in Zeiskam zur Welt gekommen war, hatte den in Frankfurt geborenen John Henry Lantz geehelicht. Neun Kinder des Paares sind nachweisbar. David Paul Zwicker (1943 – 2019) und Lana G. Veinotte haben 2004 aus Anlass des 250. Jubiläums der Gründung von Mahone Bay alle Nachkommen von Johann Peter Zwicker I. erfasst. Das umfangreiche Werk enthält über 2000 Träger des Familiennamens Zwicker über acht Generationen. In Zeiskam ist der Familienname ausgestorben. Ein letztes Zeugnis war die Metzgerei und das Gasthaus zum Pfälzer Hof in der Bahnhofstraße 1.
Firmengründungen und politisches Engagement der Familie Zwicker
Georg Melchior Zwicker, geb. 1743 in Zeiskam, wurde Betreiber einer Sägemühle. Auch sein jüngerer Bruder Johann Georg Zwicker, geb. 1747 in Zeiskam, erwarb 1777 ein 138 Hektar großes Mühlengrundstück im westlichen Teil von Mahone Bay sowie einige Stadtgrundstücke. Auf einem großen Grundstück in der Orchard Street errichtete er sein Wohnhaus in Mahone Bay, Nova Scotia. Anschließend verkaufte er Teile des Mühlengeländes an Verwandte und Freunde und behielt das dem Ufer am nächsten gelegene Gebiet einschließlich der Mühle für sich.
Die Familie Zwicker knüpfte immer wieder verwandtschaftliche Beziehungen, so dass sie mit vielen politischen und kaufmännischen Familien verbunden war. Einige Siedlerfamilien hielten, wie berichtet wird, über 150 Jahre an ihren deutschen Sprachgewohnheiten fest, regional entwickelte sich ein „Lunenburg Dialekt“. Familie Zwicker war an der Entwicklung der Gegend und der Stadtentwicklung maßgeblich beteiligt. Die deutschen Siedler errichteten die Stadt inmitten von Wäldern und Bächen und legten einen geschützten Hafen an. Überall in Mahone Bay zeugen die alten, aber gut erhaltenen Häuser und Gebäude vom Vermächtnis der Gründer. Manche Namen von Straßen und Plätzen, aber auch viele Familiennamen erinnern in ihrem Ursprung an die frühen Siedler. Die Stadt Lunenburg wurde 1995 UNESCO-Weltkulturerbe und ist damit eine von nur zwei Städten in Nordamerika, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Sie gilt als eine der am besten erhaltenen britischen Kolonialstädte und hat eine lange Fischerei- und Schiffbautradition. Johann Melchior Zwicker (Sohn von Peter II.) gründete 1798 in Lunenburg das Handelsunternehmen Zwicker & Co. Ltd., das bis 1970 bestand. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder John engagierte sich die Firma auf den Westindischen Inseln (Karibik), verschiffte Trockenfisch, Bauholz und Dauben, und brachten im Gegenzug Zucker, Melasse, Tabak und Rum mit. Das Familienunternehmen betrieb über Generationen eine eigene Schiffsflotte für die Kabeljaufischerei auf den Grand Banks bei Neufundland. Die Lagerhäuser der Firma mit ihrer Holzfront prägen noch heute die Waterfront von Lunenburg. Mahone Bay ist nach wie vor heute ein bedeutender Umschlagplatz für Brennholz, das neben dem von zahlreichen Sägewerken in der Umgebung gelieferten Schnittholz ein wichtiges Exportgut darstellt.
Der Bootsbau war nach der Gründungszeit lange der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt. Sie verdankt ihre Vormachtstellung in diesem Gewerbe vor allem den Selfmade-Männer aus den Familien Langille und Zwicker. Die erste kommerzielle Werft in Mahone Bay wurde 1850 von Elkanah Zwicker (1820 – 1874) aus der fünften Zwicker-Generation gegründet. John Henry Zwicker (1833 - 1913), der Bruder von Elkanah, begann 1862 mit seinen Schiffsbaubetrieb. Die Werft soll insgesamt 148 Schiffe gebaut haben. Eines seiner Schiffe soll das größte je in Mahone Bay gebaute gewesen sein, das 1200 Tonnen schwere Schiff Kinburn im Jahr 1873. Die Werft schloss im Jahr 1906. Heute erinnert das jährlich im August stattfindende Mahone Bay Classic Boat Festival an diese Zeiten. Viele Zwicker-Nachkommen hatten ein Amt in der lokalen Verwaltung inne. Edward Zwicker (1812 –1859) war Kaufmann und Politiker in Nova Scotia. Er vertrat das County Lunenburg von 1840 bis 1843 im Nova Scotia Kreisparlament. Er war im Fischexport und im Handel in den Westindischen Inseln tätig. Alfred Clairmont Zwicker (1864 – 1949) - sechste Generation - war Holzfäller und Immobilienmakler, Gemeinderat, Bürgermeister von Mahone Bay und Mitglied im Kreisparlament des County Lunenburg. Zudem war er Hotelbesitzer, verkaufte das Gebäude an die Stadt, das heute als Rathaus genutzt wird. Ein Sherman Zwicker war Bürgermeister von Lunenburg. Ebenso Ferwick Homer Zwicker (1894 – 1987) - sechste Generation. Er wird als Mitgestalter der regionalen Wirtschaft und Politik beschrieben..
Gebäude, die an die Siedler und die Zwicker-Familie erinnern
Auch die religiösen Bedürfnisse der Siedler wollten gestillt werden. Nach der Gründung der Stadt Lunenburg, als Datum wird der 7. Juni 1753 angegeben, soll zehn Tage später bereits ein Gottesdienst ein Gottesdienst im Freien stattgefunden haben, für „Foreign Protestants and British Settlers“. Dass sich die Zwicker-Familie in die Gegebenheiten der britischen Kolonie einfanden, zeigt, dass die kirchlichen Trauungen in Anpassung an die Ehepartner teilweise in der St. John’s Anglican Church erfolgten, obwohl die Auswanderer aus der Pfalz aus der reformierten Kirche stammten. Einige Heiraten der jungen Zwicker-Einwanderer finden sich verzeichnet in den Kirchenbüchern der „Dutch Reform Church“ in Lunenburg. (Im englischen Sprachraum bezieht sich „Dutch“ nicht immer auf holländische Aspekte, sondern kann auch durch Umwandlung aus dem Wort „Deutsch“ kommen. In Nova Scotia sind zu diesem Zeitpunkt keine Siedler aus den Niederlanden bekannt.) Die reformierte Glaubensgemeinschaft ging in die Presbyterianische Kirche über, die 1770 ihre erste eigene Kirche in Lunenburg errichtete. Mit anderen Familien zusammen gründeten die zu einem Viertel in Halifax zurückgebliebenen deutschen Siedler nach einigen Jahren auch dort eine Kirche, die heute als Little Dutch (Deutsch) Church noch an die ersten deutschen Siedler erinnert. Sie wurde am Ostermontag 1761 eingeweiht. Mit der Wahl von St. Georg, dem Schutzpatron Englands, als Namen ihrer Kirche wollten die Deutschen ihre Treue zur Krone ausdrücken. Im Oktober 1760 hatte zudem König Georg III. in Großbritannien den Thron bestiegen.
Zwicker in der Geschäftswelt
Die Nova Scotia-Region zeigt viele weitere Hinweise auf den prägenden Charakter der Zwicker-Familie: Zwicker’s Galerie, die älteste private Kunstgallerie Kanadas, wurde 1886 von Judson Aubrey Zwicker (1866 – 1942) - sechste Generation - gegründet, der die Galerie 51 Jahre lang leitete. 1937 übernahmen sein Sohn LeRoy Judson Zwicker und seine Frau Marguerite Mary geb. Potter das Geschäft. Es war hauptsächlich gegründet worden, um Offizieren der britischen Garnison und ihren Ehefrauen Kunstgemälde anzubieten. Halifax war damals der Standort der zweitgrößten Militärgarnison des Britischen Empire, und die große Anzahl von Militär- und Marineoffizieren sowie deren Familien bot einen guten Markt für die Dienstleistungen der Galerie. Viele lokale Künstler trafen sich in der Galerie, um die Arbeiten der anderen zu sehen und um Kunstreisen in die Umgebung zu organisieren.
Grabsteine als historische Zeugnisse der Zwicker-Familie
Auf dem alten Friedhof Bayview Cemetery stehen Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert. Auch dort ist der Name Zwicker zu finden. Die Grabsteine des Auswanderer-Ehepaars selbst und die meisten ihrer Kinder sind kaum mehr zu entziffern. Doch die Grabmale des ältesten Sohns Johann Peter Zwicker II., seiner ersten Frau Catherine Margareta geb. Schmidt und den acht Kindern aus beiden Ehen sind noch gut lesbar.
(Hartwig Humbert, Zeiskam, 2025)
Internet
www.immigrantships.net: Liste der Passagiere auf dem Schiff Gale Juni – September 1752 (abgerufen 19.08.2026)
www.progenealogists.com: The Palatine Projekt (abgerufen 19.08.2026)