Geschichte
Eine erste Pfarrkirche in Kues ist für das Jahr 1258/1259 urkundlich belegt. Im Jahr 1463 wurde die Pfarrei auf Bitten von Nikolaus von Kues mit dem St.-Nikolaus-Hospital verbunden; der jeweilige Rektor des Hospitals war damit zugleich Pfarrer von Kues. Diese Verbindung bestand bis 1909. Ende des 18. Jahrhunderts befand sich das Kirchengebäude in einem schlechten baulichen Zustand. 1784 wurde daher ein Neubau errichtet. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums erfolgte 1921/1922 eine Erweiterung durch den Anbau von zwei Seitenschiffen.
Bau und Architektur
Der Neubau von 1784 entstand als Saalkirche mit einem 48 Meter hohen Turm. Der Innenraum ist von einem rundbogigen Tonnengewölbe und großen Rundbogenfenstern geprägt, die für eine helle und weiträumige Wirkung sorgen. Durch die Erweiterung von 1921/1922 erhielt die Kirche einen kreuzförmigen Grundriss und eine deutlich erhöhte Aufnahmekapazität. Mehrere Renovierungs- und Restaurierungsphasen im 20. Jahrhundert dienten der baulichen Sicherung und der Erneuerung des Innenraums.
Nutzung und Ausstattung
St. Briktius ist bis heute ein regelmäßig genutzter Gottesdienstort. Die Kirche ist tagsüber geöffnet und verfügt über eine umfangreiche historische Ausstattung, darunter Altäre, Skulpturen und Kirchenfenster aus unterschiedlichen Entstehungszeiten. Sie beherbergt zudem eine große Pfeifenorgel, die seit dem 19. Jahrhundert mehrfach erneuert und erweitert wurde.
Clara Cryfftz – Schwester des Nikolaus von Kues
Eine wichtige Rolle im Umfeld der Pfarrkirche St. Briktius spielte Clara Cryfftz, die Schwester von Nikolaus von Kues. Sie ist vor allem als Stifterin belegt: In ihrem Testament vom 12. April 1473 vermachte sie der Kirche in Kues einen bronzenen Kessel, aus dem ein Taufbecken gefertigt werden sollte. Diese Stiftung unterstreicht nicht nur die familiäre Verbundenheit der Familie Cryfftz mit der Pfarrkirche, sondern auch die Bedeutung bürgerlicher und familiärer Stiftungen für die Ausstattung und das religiöse Leben der Gemeinde im Spätmittelalter. Das Taufbecken ist bis heute ein zentrales Ausstattungsstück der Kirche und erinnert an das Engagement der Schwester des berühmten Gelehrten.
Kulturdenkmal
Die katholische Pfarrkirche Sankt Briktius wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Bernkastel-Wittlich geführt (Stand 2026). Der Eintrag lautet:
„Kath. Pfarrkirche St. Brictius Weingartenstraße 22
Saalbau, 1784, Architekt Le Blanc, dreischiffiger Erweiterungsbau, 1923, Architekt L. Becker, Mainz“.
(Claus Conrad, Stadt Bernkastel-Kues, 2025)
Internet
www.bernkastel.de: Katholische Pfarrkirche St. Briktius (abgerufen 18.08.2026)