Stolpersteine zur Erinnerung an Familie Dellheim und Marx
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Werner Dellheim hintere Reihe 3. von rechts
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Werner Dellheim 86 Jahre in Mutterstadt
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Mutterstadter Pferdefreunde mit dem Pferd "Flott weg" - Simon Marx vierter von links
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Stolpersteine zur Erinnerung an Dellheim Hedwig, Jakob, Werner und Marx Theodor und Simon (2024)
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Werner Dellheim hintere Reihe 3. von rechts. Anlässlich Bar Mizwa Feier von Fred Dellheim in der Friedensstraße 8 (1937).
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Werner Dellheim 86 Jahre in Mutterstadt (2010).
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Mutterstadter Pferdefreunde mit dem Pferd "Flott weg" - Simon Marx vierter von links (1920er-Jahre).
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Familie Dellheim und die Großeltern Marx lebten zusammen im Oberdorf in einem Haus, das heute nicht mehr existiert. Theodor Marx (*23.01.1872, Mutterstadt - †05.01.1958, Mutterstadt) war Getreidehändler. Seine Frau Johanna geb. Löb aus Schifferstadt starb schon im Jahr 1930. Zu dem Zeitpunkt waren die Kinder Simon Marx (*21.02.1899, Mutterstadt - †06.08.1965, Neustadt / Weinstraße) und Hedwig Marx (*17.09.1902, Mutterstadt - † um 1981, USA) erwachsen, Hedwig verheiratet und Simon schon ein Jahr geschieden. Seine Ex-Frau Frieda geb. Blum aus Gauersheim kam in 07.1942 im KZ Minsk um. Hedwig Marx hatte am 09.05.1923 Jakob Dellheim (*03.07.1895, Mutterstadt - † um 1957, Chicago) aus Mutterstadt geheiratet. Er war der Bruder von Johanna Sundelowitz (*29.06.1891), die in Auschwitz ermordet wurde. Hedwig und Jakob bekamen am 29.06.1924 einen Sohn: Werner Dellheim (*29.06.1924, Ludwigshafen - †09.10.2016, Florida). Über ihn wissen wir sehr viel: Er kam nach dem Krieg mehrere Male nach Mutterstadt, wo er im Sinne einer Versöhnungskultur, initiiert von Herbert Metzger aus Mutterstadt, stets herzlich empfangen wurde. Im Jahr 1958 lernte er seine Frau Alma geb. Grübel (Jg. 1939) kennen, die er im Mutterstadter Rathaus heiratete und die mit ihm in die USA ging. Zurück in die 1930er Jahre: Ab 1933 wurde die Ausgrenzung der jüdischen Bürger immer deutlicher. Im Schuljahr 1936/37 wurden für die jüdischen Kinder Sonderklassen eingerichtet, um sie von den „arischen“ Kindern zu trennen. Werner Dellheim besuchte eine solche Klasse in Ludwigshafen und fuhr nun täglich, u.a. mit Alfred Dellheim aus der Friedensstraße, mit der Lokalbahn, dem „Feurigen Elias“ nach Ludwigshafen. Die Sonderklassen bestanden bis zur sog. Pogromnacht, die auch bei der Familie Dellheim und Marx alles veränderte. Großvater Theodor Marx, 66 Jahre alt, wollte den Brand der Synagoge mit anderen löschen, wurde aber brutal davon abgehalten. Die Wohnung in der Speyerer Straße wurde kurz nach dem Brand geplündert und zerstört. Vater Jakob und sein Onkel Simon Marx kamen mit den anderen jüdischen Männern aus Mutterstadt in das KZ Dachau. Als Häftling Nr. 25331 wurde Jakob dort mehrere Wochen festgehalten und gequält. Physisch und psychisch geschwächt kam er zurück. Simon erging es nicht besser, er wurde am 16.12.1938 entlassen. Mutter Hedwig meldete Werner für einen Kindertransport nach England an. Dieser war Teil eines Kinderrettungsprogramms, das die britische Regierung ins Leben rief, um 10 000 Kinder aus Deutschland aufzunehmen. Werner und Alfred Dellheim reisten im Januar 1939 ab. Ende Mai 1939 durfte Werner seine Familie im französischen Hafen Boulogne sur Mer treffen und konnte mit ihnen nach Argentinien auswandern. In Avigdor übernahmen die Familien Dellheim und Marx eine Farm mit 200 Morgen Land von der JCA (Jewish Colonization Association). Das Leben in der Kolonie war hart und so gab zumindest die Familie Dellheim 1948 die Farm auf, um in die USA nach Chicago zu gehen. Hier arbeitete Werner Dellheim bei seinem Onkel Arthur als Metzger. 1957 starb Jakob Dellheim in Chicago mit 62 Jahren. Theodor Marx und sein Sohn Simon waren 1955 von Argentinien zurück nach Mutterstadt gekommen. Hier starb Theodor am 5. Januar 1958. Deshalb kam auch sein Enkel Werner Dellheim zur Beerdigung nach Mutterstadt. Simon Marx starb mit 66 Jahren im August 1965 in einem jüdischen Altersheim in Neustadt a. d. Weinstraße. Werner ging 1958 mit Alma zurück in die USA, sie bekamen zwei Söhne, Norman und Ralph. Er arbeitete als Fleischgroßhändler. Seine Firma verkaufte er 1980, um in Florida Pferde zu züchten. Hier starb er am 09.10.2016. Durch seine detailgenauen Erinnerungen hat Werner Dellheim dazu beigetragen, dass eine virtuelle Rekonstruktion der 1938 zerstörten Mutterstadter Synagoge angefertigt werden konnte. Bemerkenswert sind insbesondere die figürlichen Darstellungen der Fenster.
(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt, 2024)
Internet www.mutterstadt.de Schicksale Familie Dellheim und Familie Marx PDF-Datei 2,1 MB (abgerufen 17.08.2026) www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 17.08.2026) www.mutterstadt.de Vierte Verlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 17.08.2026) judeninmutterstadt.de Lebensweg des Werner Dellheim (abgerufen 17.08.2026)
Literatur
Kukatzki, Bernhard (2006)
Jüdisches Leben in der Pfalz. S. 128. Erfurt.
Stolpersteine zur Erinnerung an Dellheim Hedwig, Jakob, Werner und Marx Theodor und Simon in Mutterstadt
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Empfohlene Zitierweise
Christina Wolf: „Stolpersteine zur Erinnerung an Dellheim Hedwig, Jakob, Werner und Marx Theodor und Simon in Mutterstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360461 (Abgerufen: 17. September 2026)
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