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Federzeichnung des Kirchen-Hauses (2023)
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Erich Schäfers
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Stockhaus Kirchen-Haus in Oberkail (1936)
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Bildband Karl Weiler, Oberkail 1990, Seite 14
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Stockhaus Kirchen-Haus in Oberkail
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Martina Mahlke
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Stockhaus Kirchen-Haus in Oberkail
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Irmgard Arnoldy-Müller
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Stockhaus Kirchen-Haus in Oberkail (2001)
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Ortschronik Oberkail 2001, Seite 178
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Erich Gerten
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Stockhaus Kirchen-Haus in Oberkail
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Jürgen Elsen, Vallendar
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Kommunionjahrgang 1925 am Giebel der Scheune
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Ortschronik Oberkail 2001, Seite 249
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Stockhaus Kirchen-Haus in Oberkail (1930er)
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Das Kirchen-Haus im Jahre 2024.
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Jörg Kreutz
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Federzeichnung des Kirchen-Hauses mit dahinterliegender Pfarrkirche und Pfarrhaus.
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Die Gebäudestruktur des Kirchen-Anwesens ist auf dem Luftbild aus dem Jahr 1936 gut zu erkennen.
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Bildband Karl Weiler, Oberkail 1990, Seite 14
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Das Foto aus den 1950er Jahren zeigt Anneliese Mahlke, die im Garten des Hauses Wittlicher Straße 10 arbeitet. Im Hintergrund links ist das Haus Meisburger Straße 2 zu sehen, das 1935 von Wilhelm Böttel erbaut wurde, der aus dem Kirchen-Haus stammte.
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Martina Mahlke
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Aufnahme des Kirchen-Hauses 1997 mit Kirche und Pfarrhaus im Hintergrund.
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Irmgard Arnoldy-Müller
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Die Mehrheit der Oberkailer Gottesdienstbesucher ging traditionell durch die sogenannte Hosengasse am Kirchenhaus vorbei zur Pfarrkirche. Das Foto zeigt Frauen auf dem Heimweg nach der sonntäglichen Abendandacht im Frühjahr 2001.
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Ortschronik Oberkail 2001, Seite 178
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Erich Gerten
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Kinder posieren Anfang der 1940er Jahre für ein Foto im Paradiesgarten, den Matthias Böttel angelegt hatte.
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Jürgen Elsen, Vallendar
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Der extrem starke Kommunionjahrgang 1925 stellte sich am Giebel der Scheune des Kirchen-Hauses mit Lehrer Metz, Pfarrer Weins, Küster Lorenz Breuer und Lehrerin Thiel zum Gruppenfoto auf. (1925)
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Ortschronik Oberkail 2001, Seite 249
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Winterliche Aufnahme des Kirchen-Hauses in den 1930er Jahren.
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Hinter den Mauern des Kirchen-Hauses verbirgt sich weit mehr als die Geschichte eines alten Bauernhofs. Anfang des 19. Jahrhunderts führte die neue französische Gesetzgebung zu Streitigkeiten um Haus, Hof und Erbe, die sogar notariell geregelt werden mussten. Später machte Matthias Böttel das Anwesen weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt: Mit viel Geschick und Ausdauer schuf er auf einem Grundstück der Familie am Hang oberhalb des Ochsenbachs den legendären „Paradiesgarten“ - eine Gartenlandschaft mit Skulpturen, Mauern und Treppen, die bis heute Teil der Oberkailer Erinnerungskultur ist.
Lage und Baubeschreibung Das Haus mit der Anschrift Kirchstraße 5 grenzt mitsamt seinen Nebengebäuden und dem Hofgrundstück nordöstlich an das Gelände der Pfarrkirche und des Pfarrhauses. Das Wohnhaus steht traufseitig parallel zur Straße, ist zweigeschossig und besitzt drei Fensterachsen. Die schlichte Fassadengestaltung wird durch die regelmäßig angeordneten Fensteröffnungen mit hell gefassten Sandsteingewänden gegliedert. Der mittig angeordnete Hauseingang ist mit einer Natursteinrahmung hervorgehoben und über wenige Stufen erreichbar. Der rechte, ebenfalls vollständig aus Stein erbaute Gebäudeteil verweist auf die frühere landwirtschaftliche Nutzung des Anwesens. Hier befinden sich eine rundbogige Tordurchfahrt sowie Stalltür und Stallfenster. Über dem Stalleingang ist eine weitere, hochrechteckige Öffnung angeordnet, die zur Heu- und Strohbergung in den darüberliegenden Scheunenraum diente. Die unterschiedliche Anordnung und Größe der Öffnungen macht die funktionale Trennung von Wohn- und Wirtschaftsbereich bis heute deutlich ablesbar. Das Satteldach des Wohnbereichs ist etwas niedriger als das des Wirtschaftstraktes. Beide Dächer sind mit Wellfaserzementplatten gedeckt. Seitlich des Gebäudes führt, in direkter Verlängerung der Straße, eine Treppenanlage zur erhöht gelegenen Kirche beziehungsweise zum früheren Kirchhof hinauf. Der Giebel der Scheune ersetzt in diesem Bereich die ehemalige Friedhofsmauer. Diese Verbindung verstärkt die enge räumliche und historische Beziehung zwischen Wohnhaus, Nebengebäuden und sakralem Bauwerk und unterstreicht den ortsbildprägenden Charakter des Ensembles.
Die Anfänge des Kirchen-Stockhauses In den gräflichen Rechnungen bis einschließlich des 17. Jahrhunderts taucht eine Kirchen-Vogtei nicht in Erscheinung. Das als Abschrift im Pfarrarchiv Oberkail erhaltene Güterverzeichnis von 1698 mit Nachtragungen bis 1707 nennt kein solches Haus. Die nach dem aktuellen Forschungsstand älteste Erwähnung in einer Rechnung des Kailischen Hofes findet sich 1728. Damals musste Leonard Kirchen Schaftgeld zahlen und Abgaben an Eiern und ein Hochgerichtshuhn leisten. Damit war er zu diesem Zeitpunkt Vorsteher eines eigenen Haushalts. Somit lässt sich die Errichtung des ersten Kirchen-Hauses auf die Zeit zwischen 1707 und 1728 datieren. Der Hausname geht vermutlich auf den Standort in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche zurück. Sehr wahrscheinlich befand sich im 17. Jahrhundert an der Stelle gegenüber, wo heute das Gierjens-Haus in der Kirchstraße 6 steht, die Jäbges-Vogtei, die 1716 neu vergeben und anschließend aufgeteilt wurde. Einen Teil davon erhielt, wie spätere Abgabenlisten belegen, die Kirchen-Vogtei. Damit wäre die Zeit kurz nach 1717 als Gründung des ältesten Kirchen-Hauses anzusetzen. Im Jahr 1717 tritt „Kirchen Lenard“ in den Rechnungen der Hofhaltung auf. Damals verrichtete er einen Botengang nach Trier und erhielt dafür ein „Trinckgelt“; ebenso „wegen eines Gangß nacher Prümb“. Genaue Lebensdaten dieses Kirchen Leonard sind nicht überliefert. Es handelt sich aber sicher um Johann Leonhard Flesch. Der Familienname Flesch ist ansonsten im Oberkail des beginnenden 18. Jahrhunderts nur an einer Stelle überliefert und bis heute sichtbar: Das Wegekreuz am Ortsrand an der Straßengabelung nach Gindorf und Gransdorf trägt die Inschrift „1709 Zu Ehren Gottes hatt dis Creutz lasen auffrichten Wilem Flasch von Keill“. Ob der genannte Stifter Wilhelm Flesch ein Verwandter oder gar der Vater von Leonard Flesch war, lässt sich aktuell nicht klären. Leonards Ehefrau wurde Elisabeth oder auch Susanna genannt, sie verstarb im Jahr 1756. Ihre älteste Tochter Margaretha Flesch war wohl vor 1716 geboren. Sie heiratete Heinrich Wolfgang Berg, der aus Niedermanderscheid stammte. Beide Eheleute bewirtschafteten das Kirchen-Haus und lassen sich 1766 noch nachweisen. Die jüngste Schwester Anna Barbara Flesch (*1725) heiratete Oswald Zimmer (1720-1790) und zog zu ihm in das Schmatz-Haus im Kuhberg 8. Im Kirchen-Haus folgte ihnen ihr Sohn Wolfgang Heinrich Berg (1751-1809) mit seiner aus dem Jäger-Haus (Kirchstraße 6) stammenden Ehefrau Christina Rondé (1740-1780). Nach deren Tod heiratete er in zweiter Ehe Anna Maria Boden (um 1755-1809) aus Laufeld. Wolfgang Heinrichs jüngerer Bruder Johann Adam Berg (1756-1805) heiratete Anna Maria Kohl (1752-1815) und zog zu ihr ins Krones-Haus (Kyllburger Straße 3).
Schwierige Erbfolge nach der Französischen Revolution Im Kirchen-Haus gab es in der nächsten Generation Auseinandersetzungen ums Erbe, denn seit der Einführung des Code Napoleon waren alle Kinder gleichberechtigte Erben und nicht mehr wie im Ancien Regime nur das älteste Kind. Eine vom Notar beurkundete Vereinbarung zwischen den vier im Jahre 1809 noch lebenden Kindern Wolfgang Heinrich (1770-1854), Anton der Ältere (1773-1843), Maria Katharina (1775-1847) und Anton dem Jüngeren (geboren 1786) gibt uns heute einigen Aufschluss über eine pragmatische Erbfolgeregelung zu Beginn den 19. Jahrhunderts. Heinrich Berg, Landwirt in Oberkail, Sohn des verstorbenen „Wolff Henry Berg“ war eine Hauptpartei des Vertrages. Die andere Partei bilden die anderen drei Kinder Wolfgang Heinrichs: Katharina Berg, die von ihrem Ehemann Peter Zillien aus Laufeld vertreten wird, Anton Berg der Ältere, Landwirt in Oberkail, der für sich und seinen gleichnamigen Bruder Anton Berg dem Jüngeren handelt, der zu dieser Zeit beim Militär weilte. Die Genannten werden ausdrücklich als „alleinige und einzige Kinder“ des verstorbenen Wolff Henry Berg bezeichnet. Streitpunkt war die sogenannte Kirchen-Vogtei (auch als „Gut“ bezeichnet) in Oberkail mit zugehörigen Ländereien und Nebengebäuden. Heinrich Berg beanspruchte Haus und Hof aufgrund eines Erstgeburtsrechts allein für sich. Die übrigen Geschwister vertraten die Ansicht, dass das Gut nach geltendem Recht unter allen Erben teilbar sei. Zur Vermeidung weiterer Streitigkeiten schlossen sie dann aber einen Vergleich („transaction“). Demnach behielt Heinrich Berg ausdrücklich das eigentliche Haus, den Mistplatz vor dem Haus, bestimmte Nutzungsrechte an den Wirtschaftsgebäuden sowie einen schmalen Streifen Gartenland entlang des Hauses. Diese vorbehaltenen Teile wurden in ihrem Wert auf 200 Francs geschätzt. Die übrigen Bestandteile des Anwesens sollten zwischen allen Erben geteilt werden. Heinrich Berg gestand den anderen Erben jeweils einen Viertelanteil an den betreffenden Gütern zu, jedoch mit Ausnahme der oben genannten vorbehaltenen Gebäudeteile. Die genaue endgültige Teilung sollte in einem späteren separaten Vertrag geregelt werden. Besonders wichtig schien die Vereinbarung über einen gemeinsamen Zugang: Heinrich Berg verpflichtete sich, einen Anbau bzw. ein Hindernis am Haus zu entfernen, damit ein freier Durchgang zu der Scheune, den Stallungen und dem hinter dem Haus liegenden Garten entstehen könne. Dieser Weg durfte mit Wagen befahren werden, er blieb Gemeinschaftseigentum aller Beteiligten, die ihn nutzen aber auch gemeinschaftlich instand und sauber halten sollten. Im Gerichtsurteil um die Holznutzungsrechte der Oberkailer Bewohner aus dem Jahr 1835 wird dann auch Heinrich Berg als Besitzer des Stockhauses und Anton Berg als „Beiwohner in demselben Haus“ bezeichnet. Offensichtlich war Maria Katharina ausgezahlt worden und Anton nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt. Erst um 1840 wurde eine bauliche und grundbuchmäßige Trennung zwischen den Brüdern vollzogen. Aufgrund der Kinderlosigkeit des Wolfgang Heinrich (erste Ehe mit Margaretha Högener aus dem Haupisch-Haus, Haupichgasse 6, zweite Ehe mit Agatha Löwen aus dem Kiewel-Hilger-Haus, Standort im linken Teil von Bitburger Straße 14) folgte im gesamten Kirchen-Haus die Tochter von Anton Berg und seiner aus Kyllburg stammenden Ehefrau Anna Maria Mohr (1783-1835). Diese Tochter Margaretha Berg (1816-1866) und ihr Ehemann Nikolaus Kohn (1821-1871), der aus Seinsfeld stammte, betrieben in der nächsten Generation die Landwirtschaft im Kirchen-Haus und waren ab 1859 alleinige Eigentümer des gesamten Anwesens.
Der Familienname Böttel prägt das Kirchen-Haus für 120 Jahre Den Eheleuten Kohn-Berg folgte ihre Tochter Agatha Kohn (1848-1920). Sie war seit 1872 mit Peter Böttel (1843-1906) verheiratet, der im späteren Kiewel-Haus in der Schulstraße 7 geboren worden war. Im Gebäudeverzeichnis des Jahres 1910 werden beide als Eigentümer geführt. Damals gehörten zum Kirchen-Anwesen das Wohnhaus, das laut Inschrift über der Haustür im Jahr 1900 umgebaut worden war, und ein „Abort“, eine Scheune mit Stall, Schweineställe sowie ein Holzschuppen. Wenige Jahre später wurden der Stall und der Holzschuppen neu gebaut. Das Ehepaar Böttel-Kohn hatte zehn Kinder im Kirchen-Haus, von denen vier als Säuglinge starben, ein Sohn fiel im Alter von 28 Jahren als Soldat in den ersten Kriegsmonaten 1914 in Frankreich. Sohn Wilhelm war bereits über 50 Jahre alt, als er für sich und seiner Frau ein eigenes Haus in der Meisburger Straße 2 errichtete. Zwei weitere Geschwister blieben zeitlebens als Junggesellen im Kirchen-Haus wohnen. Matthias Böttel (1881-1944) heiratete 1909 Katharina Flügel (1884-1967) aus Spang. Er übernahm das Kirchen-Anwesen im Jahr 1914. Neben seiner Landwirtschaft schuf Matthias Böttel auf der linken Kailbachseite oberhalb des Ochsenbachs eine kunstvoll gestaltete Gartenlandschaft. Mit ihren Skulpturen, Trockenmauern und Treppenanlagen galt sie als etwas Besonderes und ging im Volksmund als „Paradiesgarten“ in die Ortsgeschichte ein. Zwischen 1910 und 1928 wurden dem Ehepaar Böttel-Flügel sieben Kinder geboren. Die älteste Tochter, Maria Böttel (1910-1999) heiratete Peter Vanck und zog ins Gehänen-Haus (Kyllburger Straße 4), wo die Familie das Sägewerk weiterführte. Die Tochter Katharina Böttel (1926-2018) heiratete Anton Arnoldy und wohnte zunächst mit diesem und den ältesten Kindern in dessen Elternhaus in der Burgstraße 9. Anton führte dort den Mühlenbetrieb seines Vaters fort. Kurz nach 1960 errichteten die Eheleute Arnoldy-Böttel jedoch ein neues Wohnhaus in der Meisburger Straße 17, das heute von deren Tochter Irmgard Arnoldy und ihrem aus Gindorf stammenden Ehemann Walter Müller bewohnt wird. Sohn Peter Joseph Böttel (*1921) fiel als Soldat im Januar 1942 an der Ostfront. Der ältere Bruder Johann Peter Böttel (*1914) war ebenfalls Kriegsteilnehmer, kehrte aber kriegsversehrt wieder ins Elternhaus zurück. Er blieb ledig und starb mit nur 42 Jahren. Der jüngste Sohn Nikolaus Böttel, genannt Klaus, (1928-2019) heiratete Therese Glück (1929-2016), die zuvor im Miehla-Haus (Haupichgasse 6), dem Elternhaus ihrer Mutter, gewohnt hatte. Kurz nach 1960 erbauten sie neben dem Grundstück des Paradiesgartens ein Wohnhaus für sich und ihre Familie mit der Anschrift Ochsenbach 4. Dieses Haus wurde nach dem Tod von Klaus Böttel verkauft und gehört heute der Familie Gierens. Derzeit wird es von Marcel Gierens umfassend saniert. Im Kirchen-Haus blieb zeitlebens die unverheiratete Tochter Anna (1917-2006) wohnen. Sie bewirtschaftete auch die zum Anwesen gehörende Landwirtschaft, zunächst mit ihrem älteren Bruder gemeinsam, der 1956 noch als Besitzer genannt wird: „Böttel, Johann, Landwirt“. Im Jahr 1949 errichteten sie eine Feldscheune in der Gemarkung (Flur 13, Parzelle 578/244), da in der Kirchstraße die Verhältnisse beengt waren. Nach dem Tod von Johann steht ab 1960 Anna Böttel als einzige Eigentümerin im Grundbuch. Ab den 1970er Jahren arbeitete sie in Teilzeit in der Küche der Schule für Körperbehinderte Menschen auf Schloss Bergfeld in Eisenschmitt. Nach ihrem Tod wurde das Haus an die heutigen Bewohner verkauft.
Ausgründungshaus Meisburger Straße 2 Wilhelm Böttel (1882-1965) stammte aus dem Kirchen-Haus und arbeitete bis 1925 in der elterlichen Landwirtschaft mit. Danach war er als selbstständiger Fuhrmann tätig. Im Jahr 1929 heiratete er Elisabeth Hieronimus (1885-1974) aus Wagenhausen. 1935 errichteten sie das Haus Meisburger Straße 2, das in ihrem gemeinsamen Eigentum stand. Nach seiner krankheitsbedingten Berufsunfähigkeit und seinem Tod lebte Elisabeth allein in dem Haus, denn sie waren kinderlos. Der aus der Nachbarschaft stammende Matthias Breuer (1937-2012) und seine aus Strotzbüsch stammende Ehefrau Anneliese Max (1940-2005) erwarben dann das Haus für sich und ihre drei Kinder. Im Jahr 2018 erwarb Ursula Weber, geborene Fischer, das Haus und bewohnte es in den folgenden sieben Jahren. Inzwischen besitzt und bewohnt Familie Schön aus Orsfeld das Haus.
(Jörg Kreutz, Oberkailer Zeitspuren e.V. - geschichtlicher Verein der Ortsgemeinde Oberkail, 2026)
Quellen Kreisarchiv Bitburg: Akten des Standesamtes Oberkail. LHAKo 15, 1052, Maria-Theresia-Kataster 1766. LHAKo 15, 280, Steuerliste 1793. LHAKo 927, 864. LHAKo, Außenstelle Rommersdorf, Bestand 587,005 Urkunde Nummer 85, Jahr 1811. LHAKo, Außenstelle Kobern-Gondorf: Bestände 734-1104, 736-2291 und 736-3427. Pfarrarchiv Oberkail und Bistumsarchiv Trier: Kirchenbücher der Pfarrei Oberkail. Pfarrarchiv Oberkail: Gebundene Abschrift eines Güterverzeichnisses aus dem Jahr 1698. Staatsarchiv Brüssel - Archives Générales du Royaume de Belgique, Bestand Arenberg, Rechnungen der Herrschaft Kail (Oberkail), verschiedene Jahrgänge 15.-18. Jahrhundert. Urteilsschrift des Rheinischen Appellations-Gerichtshof zu Cöln in seiner öffentlichen Sitzung des ersten Civil-Senats vom 22. April 1835.
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