Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Hermann, Helene, Johanna, Lilli und Hilda
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Lilli Löb mit 20 Jahren
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Lilli Killmann (geb. Löb) mit 70 Jahren
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Lilli Killmann (geb. Löb) mit 80 Jahren
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Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Hermann, Helene, Johanna, Lilli und Hilda (2024).
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Lilli Löb mit 20 Jahren.
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Lilli Killmann (geb. Löb) mit 70 Jahren.
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Lilli Killmann (geb. Löb) mit 80 Jahren
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Helene Löb (*28.12.1880, Mutterstadt - †02.11.1963, New York). Sie war die Schwester von Sara (*01.05.1869, Mutterstadt - †04.05.1953, Mundenheim) und Ferdinand Löb I (*01.05.1866, Mutterstadt - †03.12.1943, Frankreich) aus der Speyerer Straße 1. Im Mai 1905 heiratete sie den Mutterstadter Kaufmann und „Landesproduktenhändler“ Hermann Löb (*19.03.1879, Mutterstadt - †11.07.1939, Mutterstadt). Das Paar bekam drei Töchter: Johanna (*15.03.1906, Mutterstadt - †26.12.1959, New York), Lilli (*29.03.1907, Mutterstadt - †21.07.2006, New York) und Hilda (*25.05.1913, Mutterstadt - †USA). In der Luitpoldstraße steht noch heute das Haus, in dem die Familie lebte. Schräg gegenüber (Hausnummer 47) befand sich das große Gebäude, das Hermann Löb als Lagerhalle für seine Handelsprodukte Mehl, Getreide und „Fourage“ (Tierfutter) nutzte. Die älteste Tochter Johanna heiratete in Mutterstadt am 18.02.1932 Moritz Löb (09.01.1905, Mutterstadt - †05.06.1982, New York), ebenfalls Kaufmann, aus Mutterstadt. 1936 floh das Ehepaar nach Frankreich und in Paris wurde Tochter Evelyn (* 07.02.1938, Paris) geboren. Moritz Löb wurde in Frankreich verhaftet und kam in ein Lager nach Bordeaux während Johanna nach Gurs musste. Moritz befreite erst sich selbst und dann seine Frau und Tochter und wanderte dann mit ihnen in die USA aus. Johanna Löb starb 1959 in New York. Die zweite Tochter Lilli heiratete am 05.09.1929 in Mutterstadt den nichtjüdischen Augenarzt Dr. med. Martin Killmann (03.02.1899, Trachenberg). Trotz formaler Scheidung am 06.06.1934 in Berlin, wohl um der beruflichen Diskriminierung und drohender Verfolgung in einer sogenannten „Mischehe“ zu entgehen, emigrierte er 1936 mit ihr in die USA, wo sie 1937 in New York City wieder heirateten. 1945 und 1946 wurden die beiden Söhne Peter und Ralph geboren. Ralph erinnert sich gut daran, dass für seine Eltern immer nur ihr erster Hochzeitstag in Deutschland Bedeutung hatte. Lilli starb am 21.07.2006 mit 99 Jahren. Die jüngste Tochter Hilda floh am 06.03.1940 von Mutterstadt in die USA, wo sie zunächst im Haushalt ihrer Schwester Lilli lebte. 1942 heiratete sie den aus Kaiserslautern stammenden Walter Vendig(*um 1912, Kaiserslautern). Am Morgen des 10.11.1938 brannte auch die Mutterstadter Synagoge. Danach zog eine Gruppe Nazis durch den Ort, um Geschäfte und Wohnungen von jüdischen Bürgern zu plündern und zu zerstören. Auch das Haus der Familie Löb war darunter. Eine Zeugin berichtet im Zusammenhang des Verfahrens „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ beim Landgericht Frankenthal (1948-1952): „Am Tage der Aktion gegen die Juden war unsere Wohnung hier in der Unteren Kirchstraße. Von meiner Küche aus sah ich unter dem Lindenbaum vor der evangelischen Kirche den Hermann Löb stehen. Sein Blick war nach der abgebrannten Synagoge gerichtet. Ich ging an Löb und fragte ihn, was mit ihm los wäre. Er gab mir jedoch keine Antwort. Während ich Löb fragte, sprangen viele Leute an mir vorbei […] nach der Luitpoldstraße. Ich folgte ihnen. Von dem Anwesen des Hermann Löb war ich etwa 30 m entfernt gestanden. Es kann zwischen 10 und 11 Uhr gewesen sein, als in das fragliche Gebäude 10 bis 15 Männer in Zivil eintraten. Kaum waren die Männer in dem Anwesen des Hermann Löb, hörte ich, wie es krachte. Einige Tage danach begab ich mich die Wohnung des Hermann Löb, um zu sehen, was dort alles zusammengeschlagen war, denn einige Tage vor der Aktion habe ich bei der Familie Löb verschiedene Gegenstände gekauft, welche ich aber noch bei Löb stehen ließ. Eigentlich wollte ich die Sachen während der Dunkelheit holen, damit mich niemand sieht, dass ich in einem Judenhaus war. Die Familie Löb war sehr niedergeschlagen.“ Hermann und Helene Löb wurden Ende 1938 von den Nazis gezwungen, die Häuser in der Luitpoldstraße aufzugeben und zogen zunächst in die Speyerer Str. 86 zu Hermanns Schwester Franziska Löb. Am 11.07.1939 starb Hermann Löb 60-jährig in Mutterstadt. Helene zog dann im Oktober 1939 zu ihrem Bruder in die Speyerer Str. 1. Am 22.10.1940 wurde sie nach Gurs deportiert. Hier war sie in Block 1, Baracke 9. Nachdem sie beantragt hatte, zu ihrer in Frankreich lebenden Tochter Johanna entlassen zu werden, durfte sie am 15.12.1940 nach Jurançon reisen. Spätestens am 15.01.1941 sollte sie wieder zurück sein. - Sie kehrte nie zurück. Am 04.03.1941 erhielt sie in Marseille ihr Visum für die USA und konnte am 09. Juni 1941 mit dem Schiff „Excambion“ von Lissabon in die USA ausreisen. Hier lebte Helene Löb bei ihrer Tochter Lilli Kilmann in New York bis zu ihrem Tod am 2. November 1963.
(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt, 2024)
Internet www.mutterstadt.de Schicksale Hermann und Helene Löb mit Töchter Johanna, Lilli und Hilda PDF-Datei 3,2 MB (abgerufen 27.07.2026) www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 27.07.2026) www.mutterstadt.de (abgerufen 27.07.2026) Vierte Verlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 27.07.2026)
Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Hermann, Helene, Johanna, Lilli und Hilda in Mutterstadt
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Empfohlene Zitierweise
Christina Wolf: „Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Hermann, Helene, Johanna, Lilli und Hilda in Mutterstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360394 (Abgerufen: 17. September 2026)
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