Stolperstein zur Erinnerung an Bähr Johannes in Mutterstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Mutterstadt
Kreis(e): Rhein-Pfalz-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 26′ 39,7″ N: 8° 21′ 11,03″ O 49,44436°N: 8,35307°O
Koordinate UTM 32.453.104,08 m: 5.477.056,23 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.453.160,66 m: 5.478.808,05 m
  • Stolperstein zur Erinnerung an Bähr Johannes

    Stolperstein zur Erinnerung an Bähr Johannes

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    Gemeindearchiv Mutterstadt, Michael Hemberger
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    Michael Hemberger
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  • Pfarrer Johannes Bähr (1937 - 1954 in Mutterstadt)

    Pfarrer Johannes Bähr (1937 - 1954 in Mutterstadt)

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  • Pfarrer Johannes Bähr predigt von der Kanzel

    Pfarrer Johannes Bähr predigt von der Kanzel

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Johannes Bähr (05.09.1902, Düsseldorf - †26.05.1980, Landau). Nach dem Studium der Evangelischen Theologie war er seit 1926 zunächst Vikar in Kusel, Oppau und Germersheim, dann Pfarrverweser in Neustadt. Die erste Pfarrstelle hatte er in Heuchelheim (Dekanat Bergzabern). Im August 1937 bekam er die Stelle in Mutterstadt zugewiesen. Hier wirkte er 17 Jahre lang. Er war mit Margarete Jerusel (Jg. 1909) verheiratet und sie bekamen zehn Kinder. 1954 übernahm er die Pfarrstelle in Mußbach und starb am 26.05.1980 in Landau.
Schon in Heuchelheim setzte sich Pfarrer Bähr für die jüdischen Bewohner des Orts ein und wurde aufgrund dessen nach Mutterstadt versetzt.
Am 10. November 1938 unterrichtete Bähr eine 5. Klasse der Volksschule. Die Synagoge war an dem Morgen in Brand gesteckt worden und die Löscharbeiten wurden behindert. Es kam zu Misshandlungen von Bürgern jüdischen Glaubens und zu Plünderungen. Bähr sagte zu seinen Schülern: „Was hier gemacht wird, ist nicht recht - Juden sind auch Menschen und mit Menschen muss man immer menschlich umgehen.“ Noch am gleichen Tag wurde Bähr verhaftet und ins Amtsgericht Ludwigshafen überführt. Kurz zuvor hatte Bürgermeister Ewald Backe ihn verhört und verhängte über ihn Hausarrest. Bähr war Mitglied der Pfälzischen Pfarrbruderschaft, die 1938 von den Nazis verboten wurde. Aufgrund der Fürsprache von Ludwig Diehl, der seit 1934 Landesbischof der Landeskirche Pfalz war und schon 1927 der NSDAP beigetreten war, wurde er nach zwei Tagen wieder aus der Haft entlassen. Er bekam aber einen mehrtägigen Ortsverweis für Mutterstadt und wurde aufgrund von „Judenbegünstigung“ verwarnt. Das gegen ihn eingeleitete Verfahren wegen „Vergehen gegen das Heimtückegesetz“ wurde später eingestellt. Bähr ließ sich auch danach nicht einschüchtern und die Nazis beobachteten ihn, mehrfach wurde er noch verhört, u.a. wegen „Fürbitte für die um des Glaubens willen Verfolgten“. Im Dezember 1943 beerdigte er heimlich die jüdische Frau des Mutterstadter Organisten Reppert auf dem jüdischen Friedhof in Mannheim.
In Mussbach, wo er seit 1954 predigte, gründete er 1956 einen Posaunenchor, der heute noch aktiv ist und von Alexander Bähr, seinem Enkel, geleitet wird.
Zur Erinnerung an Pfarrer Johannes Bähr wurde das 1987 eröffnete, evangelische Gemeindehaus im Mutterstadter Wohngebiet Blockfeld nach ihm benannt.

(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt, 2024)

Internet
www.mutterstadt.de Schicksal Pfarrer Johannes Bähr PDF-Datei 2,9 MB (abgerufen 27.07.2026)
www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 27.07.2026)
www.mutterstadt.de Vierte Verlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 27.07.2026)
judeninmutterstadt.org Mutterstadter Persönlichkeiten in Sonderstellung zu der ehem. jüdischen Gemeinde (abgerufen 27.07.2026)

Literatur

Dittus, Eberhart; Morweiser Hermann; Schellhammer, Ingrid (2003)
Niemand hatte das Herz sich zu rühren. Mutterstadt 1933 - 1945. S. 132. 67364 Speyer.

Stolperstein zur Erinnerung an Bähr Johannes in Mutterstadt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Luitpoldstraße 14
Ort
67112 Mutterstadt / Deutschland
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Archivauswertung, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2024

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Christina Wolf: „Stolperstein zur Erinnerung an Bähr Johannes in Mutterstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360393 (Abgerufen: 17. September 2026)
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