Lage und Baubeschreibung
Verkauf des ehemaligen Pferdestalls des Schlosses im Jahr 1811
Erst Pferdestall, dann Wohn- und Wirtschaftsgebäude, später Scheune
Das eigentliche Klossen-Haus unter Nikolaus Probst
Die Nachfolger von Nikolaus Probst im Klossen-Haus
Quellen, Internet
Lage und Baubeschreibung
Das Klossen-Haus ist ein zweigeschossiges Wohnhaus, das mit seiner Giebelseite zur Bitburger Straße ausgerichtet ist. Die Hausanschrift ist Bitburger Straße 3. Der rechteckige Baukörper wird von einem steilen Krüppelwalmdach mit dunkler Kunstschiefereindeckung abgeschlossen. Die verputzten Fassaden sind in einem hellen Grauton gehalten. Die Sandsteineinfassungen von Türen, Fenstern und sonstigen Öffnungen sind weiß abgesetzt.
Die straßenseitige Giebelfassade ist annähernd regelmäßig fünfachsig gegliedert. Im Erdgeschoss befindet sich mittig der Hauseingang mit Natursteingewände. Der Türsturz trägt die Inschrift „NMP 1828“. Beidseits des Eingangs sowie im Obergeschoss sind rechteckige Fenster angeordnet. Während die linke Fassadenhälfte regelmäßig aufgebaut ist, befindet sich im Erdgeschoss der rechten Seite nur ein extrabreites Fenster und im Obergeschoss ist eine Fehlstelle in der fünften Achse. Im Giebeltrapez befinden sich drei kleinere regelmäßig gesetzte Fensteröffnungen. Rechts der Haustüre ist eine breite Treppe, die hinunter zum äußeren Kellereingang führt.
Die Traufseiten haben nur wenige Fensteröffnungen: Jeweils ein breites Fenster befindet sich im hinteren Teil des Erdgeschosses und rechterhand zwei, linkerhand ein Fenster im Obergeschoss.
An der hinteren Giebelseite schließt ein niedrigerer Wirtschaftsteil an. Dieser ist ebenso breit wie das Wohnhaus und besitzt ebenfalls ein Satteldach mit gleicher Firstausrichtung. Sowohl an der Fassadengliederung als auch an der Dacheindeckung erkennt man deutlich zwei unterschiedliche Baukörper. Der vom Wohnhaus am weitesten entfernte Gebäudeteil wurde um 1960 als Stall mit darüberliegender Scheune und mit Well-Faserzementplatten gedeckt. Der Teil dazwischen ist der älteste Baukomplex des ganzen Anwesens. Seine Dachfläche ist mit dunklen Ziegeln gedeckt. An der Hofseite dominiert das große rundbogige Scheunentor, dessen Schlussstein die Inschrift „1840 PN“ trägt. Außerdem gibt es zwei Lüftungsschlitze im Obergeschoss und ein kleines Fenster im Erdgeschoss, das direkt an das Wohnhaus angrenzt. Im Inneren sind zwei Giebel erhalten, die von ihrer Baustruktur auf eine Entstehung im 17. Jahrhundert schließen lassen. Das ursprüngliche Dach dürfte wesentlich steiler gewesen sein, denn man erkennt, dass die Traufhöhe durch Aufmauerung um ca. 1,5 Meter angehoben wurde, unter Beibehaltung der originalen Firsthöhe.
Auf der rechten Seite dieses Scheunengebäudes schließt ein gemauerter eingeschossiger Schuppen jüngeren Datums an. An der Grundstücksgrenze befindet sich ein weiteres Nebengebäude mit einem flach geneigten Dach, das unter anderem eine Garage beherbergt. Beide Nebengebäude stammen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Verkauf des ehemaligen Pferdestalls des Schlosses im Jahr 1811
Bereits ein Jahr nach dem Erwerb des ehemaligen Schlossareals in Oberkail begann der Käufer Michael Feltes, Teile der abseits gelegenen Gebäude sowie einzelne Grundstücke auf der Oberkailer Flur zu veräußern. Der vierte entsprechende Verkaufsakt wurde im Mai 1811 vor dem Notar Franz Inguel in Oberkail abgeschlossen. Käufer war Jean (Johann) Thielgen (um 1784-1848), der wie Feltes aus Niederfeulen in Luxemburg stammte und als dessen Angestellter („domestique“ im französischsprachigen Original) nach Oberkail gekommen war. Zum Kaufobjekt gehörten ein schiefergedecktes Gebäude mit Nebengebäude, der zugehörige Hof- beziehungsweise Bauplatz, ein Wiesengrundstück sowie weiteres Land.
Die Urkunde beschreibt die Lage des Anwesens sehr genau. Es grenzte an den Hof und die bereits abgebrochenen Gebäude des Verkäufers - die Fläche hinter dem Haus zur Burgstraße hin - an den ehemaligen Schlossgraben, auf dessen ehemaliger Fläche sich heute die Ökonomiegebäude rechts des Wohnhauses sowie die Scheunen der Anwesen Haupichgasse 2 und 1 befinden, ferner an den großen Gemeindeweg von Oberkail („grand chemin communal d'Oberkayll“, heute Bitburger Straße) sowie an den Mühlenkanal („canal du moulin“), der heute unterirdisch am linken Grundstücksrand verläuft. Zusätzlich erhielt der Käufer das Recht, Wasser aus dem Kanal auf sein Grundstück zu leiten und dort eine Pumpe anzulegen.
Besondere Bedeutung kommt der ausdrücklich erwähnten Futterraufe beziehungsweise Futterkrippe („mangeoire“) zu, die auf eine frühere Nutzung zur Pferdehaltung hinweist. Tatsächlich wird das Anwesen in späteren Urkunden als ehemaliger Reit- beziehungsweise Pferdestall des Oberkailer Schlosses bezeichnet. Auch die von Pfarrer Siegbert Anton Ganser um 1875 festgehaltene mündliche Überlieferung berichtet, dass sich an der Stelle des heutigen Hauses Bitburger Straße 3 einst der gräfliche Pferdestall befunden habe.
Jean Thielgen war mit Anna Elisabeth Poth (1786-nach 1851) aus Welscheid verheiratet. Das erste ihrer neun Kinder wurde 1809 in Niederfeulen geboren, die weiteren acht zwischen 1810 und 1823 in Oberkail. Vermutlich richteten die Eheleute das ehemalige Stallgebäude zu einem Wohn- und Wirtschaftsgebäude für eine kleine Landwirtschaft her. Noch 1821 wird Thielgen in einer Verkaufsurkunde für ein Nachbargrundstück als Eigentümer des gesamten Besitzes genannt. Zwischen 1823 und 1828 verließ die Familie mit ihren fünf damals noch lebenden minderjährigen Kindern den Ort und ließ sich später in Eschdorf nieder, unweit von Niederfeulen und Welscheid. Dort starb auch Jean Thielgen.
Die Gründe für den Fortzug bleiben unklar. Während Oberkail nach dem Wiener Kongress zu Preußen gehörte, wurden die Dörfer an Alzette und Sauer Teil des „modernen“ Großherzogtums Luxemburg. Denkbar ist auch, dass Thielgen wirtschaftlich nicht Fuß fassen konnte und nach dem frühen Tod seines Dienstherrn im Jahr 1812 in den wirtschaftlichen Abstieg der Familie Feltes-Kuhn hineingezogen wurde, den er als sozial und finanziell Abhängiger nicht überstehen konnte.
Seinen Besitz veräußerte Thielgen schließlich in zwei Teilen. Den ehemaligen Pferdestall mit Garten und dem größten Teil der Hoffläche erwarben die Eheleute Leonards-Schmitz. Der bereits 1811 erwähnte Anbau mit dem davorliegenden Hofbereich sowie ein weiterer Garten auf der gegenüberliegenden Seite des Grundstücks gingen an Nikolaus Probst. In einer erhaltenen Quittung aus dem Jahr 1828 bestätigte Thielgen, der damals bereits nicht mehr in Oberkail wohnte, den vollständigen Erhalt des Kaufpreises von Probst.
Erst Pferdestall, dann Wohn- und Wirtschaftsgebäude, später Scheune
Johann Lenerts (um 1770-1845) stammte aus Hüttingen/Kyll, wo er auch mit seiner Frau Katharina Valerius lebte. Nach deren Tod heiratete er 1812 Margaretha Schmitz aus dem Oberkailer Kiewel-Hansen-Haus (um 1780-1857). Johann brachte zwei Kinder mit in diese neue Ehe. Die älteste Tochter der Eheleute Leonards-Schmitz wurde 1813 noch in Hüttingen geboren. Die weiteren sechs Kinder zwischen 1815 und 1829 in Oberkail. Über die Unterkunft der Familie liegen nur für die Jahre 1828 bis 1837 und dann wieder ab 1850 genaue Informationen vor. Die Zeit zwischen 1815 und 1828 lässt sich jedoch anhand der erhaltenen Akten rekonstruieren. Die als Zeugen genannten Nachbarn legen nahe, dass sowohl der Eheleute Thielgen-Poth als auch die der Eheleute Leonards-Schmitz in den 1811 erworbenen Gebäuden wohnten. Spätestens 1828 gehörte dann aber der frühere Reitstall der Familie Leonards, den sie zwischen 1823 und 1828 von Jean Thielgen gekauft haben muss. Das Gebäude wird im Gebäudeverzeichnis der Jahre zwischen 1828 und 1832 als Wohnhaus der Klasse 1 bezeichnet, es war also nur mit dem geringsten Steuersatz belegt. Im Jahr 1830 lebten also neben den Eltern Johann (ca. 60 Jahre alt) und Margaretha (ca. 50) auch die Kinder Georg (26) und Katharina (22) aus erster Ehe und die Kinder aus der zweiten Ehe (17, 13, 11, 5 und 1 Jahr alt) im Haus, sofern sie nicht als Knechte oder Mägde in anderen Häusern angestellt waren. Georg heiratete 1835 und verzog zu seiner Frau nach Hüttingen. Katharina heiratete 1837 den Witwer Bernhard Herrmann und zog zu ihm ins Oberkailer Bäna-Haus (Schulstraße 1). Im Jahr 1837 verkaufte die Familie ihr Häuschen wieder und zwar an den Nachbarn Nikolaus Probst. In welchem Gebäude die Familie danach wohnte, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Belegt ist nur, dass vier der dann erwachsenen Kinder nach auswärts heirateten: 1842 Wittlich, 1844 Steinborn, 1851 Kyllburg und 1856 Eisenschmitt. Um 1850 hatte Margaretha Schmitz, damals schon Witwe, ein kleines Baugrundstück an der Stelle des 1848 abgerissenen Armenhauses der Gemeinde im unteren Kuhberg von Jakob Baierschen erworben. Darauf ließ Margaretha um 1853 ein neues kleines Haus erbauen. Nach dem Tod ihrer Tochter Elisabeth Leonards (1819-1874) gelangte das Haus in den Besitz von deren Ehemann Theodor Komes. Die nachfolgenden Eigentümer waren Joseph Kirsten, Nikolaus Ziewer, Katharina und Peter Berwanger sowie Peter Berwanger junior. Dieser veräußerte das Gebäude nach dem Tod seiner Eltern an Peter Schwickerath aus dem Boden-Haus, der es schließlich im Jahr 1957 abreißen ließ.
Der ehemalige Pferdestalls ging somit 1837 in den Besitz von Nikolaus Probst über. Dieser ließ ihn in den Folgejahren zu einer Scheune umbauen. Die Giebel blieben stehen, doch an der nördlichen Traufseite wurde der heute noch vorhandene Torbogen eingebaut, der im Schlussstein die Initialen „NP“ sowie die Jahreszahl „1840“ enthält.
Innerhalb von knapp vier Jahrzehnten wurde aus dem ehemaligen Pferdestall zunächst ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude und schließlich eine Scheune.
Das eigentliche Klossen-Haus unter Nikolaus Probst
Nikolaus Probst (1799-1856) war das drittjüngste der elf Kinder aus dem Reiss-Haus im heutigen Orsfelder Weg 4. Nach dem Tod der Mutter Anna Maria Densborn im Jahr 1827 galt nicht mehr das Stockerbenrecht, sondern die im Code Napoléon festgelegte Realteilung. Die damals noch lebenden sechs Kinder waren also alle zu gleichen Teilen erbberechtigt und mussten für ihre Familien neuen Wohn- und Besitzraum finden. Seit 1825 war Nikolaus Probst mit Margaretha Müller (um 1795-1878), der Witwe von Nikolaus Scholzen aus Pelm verheiratet. Sie kauften 1827 oder 1828 das Nebengebäude des früheren Reitstalls von Jean Thielgen mitsamt dem Hofplatz davor (zusammen rund 200 Quadratmeter groß) und einem etwa 70 Quadratmeter großen Garten an der heutigen Grundstücksgrenze zum Haus Bitburger Straße 1. Im Jahr 1828 erbauten sie an der Stelle des kleinen „Nebengebäudes“ das heute noch erhaltene Wohnhaus. Der Türsturz mit seiner Inschrift „NMP1828“ verweist auf Nikolaus und Margaretha Probst. Der Vorname des Erbauers Nikolaus prägte seitdem den Namen des Hauses: „Klossen“. Im Gebäudebestandsbuch der Jahre 1828 bis 1832 wird das Gebäude als Wohnhaus der Klasse 6 bezeichnet, gehörte also zu den zehn meistbesteuerten Gebäuden im Ort. Als Berufsbezeichnung wird bei den Eheleuten „Handelsleute“ angegeben. Dies korrespondiert mit dem ungewöhnlich großen Keller unter dem Haus sowie dem breiten Zugang zu diesem von der Straßenseite aus. Vermutlich kurz nach 1830 wurde dann ein Stallgebäude auf dem Gartengrundstück errichtet, das in den 1850er und 1860er Jahren nach hinten erweitert wurde. Diese Gebäude wurden erst nach dem Neubau weiterer Stall- und Scheunengebäude direkt neben dem Wohnhaus in den 1970er Jahren abgerissen. Im Jahr 1837 kaufte Nikolaus Probst auch den ehemaligen gräflichen Pferdestall, der ja zwischenzeitlich von Jean Thielgen und Johann Leonards als Wohn- und Wirtschaftsgebäude genutzt worden war, und baute 1840 ihn zu einer großen Scheune um. Im Jahr 1848 erwarb er zudem die Hälfte des damals unbebauten Nachbargrundstücks von Theodor Bickendorf und legte dort seinen Hausgarten an. Erst im 20. Jahrhundert wurden auf diesem Grundstückteil der einstöckige Schuppen sowie das weitere Nebengebäude an der Grundstücksgrenze erbaut.
Um die Abgrenzung dieses und des Hofgrundstücks gegenüber dem Gemeindeweg gab es in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen langwierigen Rechtsstreit. Nikolaus Probst hatte an der von ihm angenommenen Grenze noch auf seinem Grundstück Steine gelagert. Nun behauptete die Gemeinde, die Steine lägen auf dem „Gemeinde Feldweg“, also der heutigen Haupichgasse, und Probst müsse diese entfernen. Nachdem Probst dieser Aufforderung nicht nachkam, schaltete der Bürgermeister das Friedensgericht in Manderscheid ein. Zeugen beider Seiten wurden gehört, doch es ergab sich kein einheitliches Bild. Zur besseren Übersicht wurde die Erstellung eines „geometrischen Planes“ angeordnet. Dieser Plan wurde am 22. April 1851 vor Ort aufgenommen. Die Sache gelangte vor das königliche Landgericht in Trier. Festzustellen war die Nutzung des fraglichen Vielecks ABCDE im Plan in den zurückliegenden 30 Jahren. Erneut musste der Friedensrichter eine Reihe von Zeugen vernehmen, die als Kinder in der Nachbarschaft wohnten, als Jugendliche bei den Nachbarn bzw. Vorbesitzern in Diensten waren und so weiter. Die Anwälte beider Prozessparteien wollten einzelne Zeugen der Gegenseite ausschließen lassen. Das Verfahren zog sich in die Länge, bis schließlich 1854 ein Urteil zugunsten von Probst gefällt wurde. Das wollte die Gemeinde nicht anerkennen und ihr Anwalt rief den „königlich rheinischen Appelations-Gerichts-Hof zu Köln“ an. Dieser entschied dann 1855 endgültig für Probst. Von diesem Erfolg hatte er jedoch nur kurze Zeit etwas, denn wenige Monate danach verstarb Nikolaus Probst.
Die Nachfolger von Nikolaus Probst im Klossen-Haus
Neben der Tochter aus Margarethas erster Ehe, Anna Maria Scholzen, lebten fünf weitere Kinder im Klossen-Haus, von denen eines im Kleinkind- und eines im Jugendalter verstarben. Anna Maria Scholzen heiratete 1854 und verzog nach Pallien bei Trier. Sie scheint in Oberkail nicht am Erbe beteiligt gewesen zu sein. Gertrud Probst (1831-1872) heiratete 1858 Gotthard Wallscheid (1828-1909) aus Manderscheid. Die Eheleute lebten zunächst mit ihren Kindern im Oberkailer Klossen-Haus, verzogen aber zwischen 1866 und 1870 nach Bettenfeld und betrieben dort eine Gastwirtschaft. Wahrscheinlich war Gertrud von ihren Brüdern ausbezahlt worden. Matthias Probst (1829-1890) betrieb gemeinsam mit seinem unverheirateten Bruder Valentin (1837-1894) die Landwirtschaft. Er heiratete 1861 Susanna Borresch (1831-1909) aus Metterich. Diese Ehe blieb kinderlos.
Valentin vererbte seinen Anteil an seinen Patensohn, den Neffen Valentin Wallscheid (1866-1951), der inzwischen in Bettenfeld lebte. Valentin Wallscheid heiratete noch vor dem Tod seines Patenonkels die Nichte seiner Tante: Helene Boresch (1872-1939) aus Metterich. Matthias' Anteil blieb zunächst in den Händen seiner Witwe und ging nach deren Tod auch an den Neffen Valentin Wallscheid und dessen Ehefrau Helene über. Im Gebäudeverzeichnis des Jahres 1910 werden zum Anwesen gehörend ein „Wohnhaus und Abort“, eine Scheune, Stallungen, ein Schweinestall sowie ein Holzschuppen genannt.
Valentin und Helene wurden zwischen 1895 und 1916 dreizehn Mal Eltern. Zwölf der Kinder erreichten das Erwachsenenalter. Acht heirateten und verzogen nach auswärts, vornehmlich ins Ruhrgebiet. Nikolaus Wallscheid (1896-1970) heiratete Susanna Zils und zog zu ihr ins Haus Burgstraße 20. Maria Wallscheid (1898-1981) heiratete Johann Funk und zog zu ihm in die Kyllburger Straße 6. Magdalena Wallscheid (1908-1976) blieb im Elternhaus. Sie heiratete 1949 Oswald Kreutz (1908-1972) aus Kyllburg. Nach dem Tod von Valentin Wallscheid werden die Eheleute Kreutz-Wallscheid als Eigentümer des Klossen-Anwesens im Grundbuch geführt. Die Ehe blieb kinderlos, doch Magdalena (Klossen Lena) hatte einen Sohn aus vorehelicher Zeit: Peter Wallscheid (1931-2009). Peter blieb unverheiratet und führte die elterliche Landwirtschaft allein fort, zuletzt im Nebenerwerb, bevor er diese dann ganz zugunsten seines Arbeitsverhältnisses auf dem Flugplatz in Spangdahlem aufgab. Nach seinem Tod wurde das Klossen-Anwesen zunächst vermietet und schließlich 2020 an die heutige Besitzerin Cornelia Petronella van der Meer verkauft, die das Anwesen zusammen mit ihrer Partnerin Claudy Frankort zum Wohnen und Arbeiten nutzt. Mit viel Liebe zum Detail haben sie das Haus unter Berücksichtigung der historischen Gegebenheiten, Materialien und Strukturen saniert. Im ehemaligen Schuppengebäude entsteht ein Atelier für kreatives Arbeiten.
(Jörg Kreutz, Oberkailer Zeitspuren e.V. - geschichtlicher Verein der Ortsgemeinde Oberkail, 2026)
Quellen
Kreisarchiv Bitburg: Akten des Standesamtes Oberkail.
LHAKo, Außenstelle Kobern-Gondorf: Bestände 734-1104, 736-2291 und 736-3427.
LHAK, Außenstelle Rommersdorf: Bestände 587,005 und 587,008.
Pfarrarchiv Oberkail und Bistumsarchiv Trier: Kirchenbücher der Pfarrei Oberkail.
Wallscheid-Hausarchiv (aus dem Klossen-Haus), heute im Besitz von Josef Wallscheid.
Urteilsschrift des Rheinischen Appellations-Gerichtshof zu Cöln in seiner öffentlichen Sitzung des ersten Civil-Senats vom 22. April 1835