Der Flurname bzw. heutige Straßenname „An der Grünen Bank“ bezeichnet einen Aussichtspunkt auf der Horchheimer Höhe im Bereich der Gemarkung Horchheim, nahe der Grenze zu Niederlahnstein. Die Benennung geht auf einen historischen Ruheplatz am Waldrand zurück, der sich auf dem zur Familie Mendelssohn gehörenden Gelände „Im Junkerstück“ befand (Plan Nr. 58, F/4).
An dieser Stelle wurde eine Sitzbank errichtet, die aufgrund ihrer exponierten Lage mit weitem Ausblick und ihrer landschaftlichen Einbindung im lokalen Sprachgebrauch früh als „Grüne Bank“ bezeichnet wurde. Die Bezeichnung entwickelte sich zu einem gebräuchlichen Flurnamen, der später in die amtliche Straßenbenennung übernommen wurde.
Die Benennung wurde durch einen Beschluss des Stadtrates vom 1. Oktober 1964 bestätigt. In den zugehörigen Verwaltungsunterlagen wird die Bezeichnung als volkstümlicher Name für einen Ruheplatz beschrieben, dessen Anlage auf Joseph Mendelssohn zurückgeführt wird (Stadtratsunterlagen 1964; vgl. Honsdorf 2003; Liessem 2014, S. 458). Der Bezug verweist damit auf eine landschaftlich gestaltete Ruhezone innerhalb der ehemaligen Besitzungen der Familie Mendelssohn.
In jüngerer Zeit wird der Name „An der Grünen Bank“ auch für ein Neubaugebiet der Stadt Lahnstein verwendet, das unweit der Gemarkungsgrenze zu Horchheim zwischen Lagweg und dem Bereich der Deines-Bruchmüller-Kaserne erschlossen wurde. Die Bezeichnung knüpft damit an die historische Flur- und Erinnerungslandschaft an und erhält den Ortsnamen im aktuellen Siedlungsgefüge.
(Heimatfreunde Horchheim, Koblenz-Horchheim, 2026)
Quellen
- Plan Nr. 58, F/4 (Flur-/Lageplan „Im Junkerstück“).
- Stadtratsunterlagen der Stadt Koblenz: Sitzung vom 1. Oktober 1964.