Töpferei Heinrich Kallscheuer
Zunächst gehörten dem Düppenbäcker Heinrich Kallscheuer die Grundstücke Y 374, 375, 376 zwischen der Norkstraße und der Jägerstraße. Er erwarb die Flächen um das Jahr 1824 von Peter Reinartz (LA NRW R 7207 / 1824).
Im Jahr 1838 baute er hinter seinem Haus Nummer 197 im Herberthals Gäßchen (ebenfalls alter Name für die Gasse, die zum Tonabbaugebiet im Herbenthal führte) einen Töpferofen (StaF Akt. 189 fol. 29 ff). Der Ofen sollte gartenwärts angelegt werden (LA NRW R 8849).
Dieses Grundstück Y 348 mit Haus und Töpferei am Rinkenpfuhl gehörte ihm laut Urkataster um das Jahr 1840 (LA NRW R 7209/1840). Eine Handwerkerliste aus dem Jahr 1850 führt Heinrich Kallscheuer unter der Adresse Haus Nummer 215 (StAF 182/21). Um das Jahr 1856 gingen die Grundstücke Y 347, 348, 349 sowie Y 347, 348, 349 in das Eigentum des Theodor Schmitz über (LA NRW R 7212 1856 / 4).
KALLSCHEUER, HEINRICH „Düppenbäcker - 1838 baut einen Töpferofen hinter seinem Hause Nr. 197 im Herbertals-Gäßchen, StaF Akt. 189 fol. 29 ff - 1850 in einer Handwerkerliste aufgeführt, StaF Akt. 182 fol. 20“ (Göbels 1971).
Töpferei Anton Lövenich und Richard Flock
Laut Bebauungsplan von 1901 waren die Grundstücke des Heinrich Kallscheuer aufgeteilt worden. Die Hälfte, die an die Jägerstraße grenzte, gehörte einem Friedrich Hahn und umfasste zwei Gebäude, davon eines mit der Hausnummer 320. Laut Adressbuch von 1899 arbeiteten in Haus 320 die vermutlich miteinander verwandten Töpfer Anton Lövenich und Richard Flock, die hier wohl gemeinsam eine Töpferei betrieben. Das Haus 320 wurde 1913 zur Verbreiterung der Jägerstraße abgerissen. Die andere Hälfte gehörte dem Töpfer Richard Flock. Das heutige Wohnhaus Rinkenpfuhl 12 ist ihm zuzuordnen.
LÖVENICH, ANTON „Töpfer - 1861 Febr. 28 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Jakob L. und der Rebecka Ramrath, Geburtsreg. 40/1861 - 1886 Juli 13 heir. Gertrud Henn, 19 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 24/1886“ (Göbels 1971).
FLOCK, RICHARD „Töpfergeselle - 1859 Juni 1 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Johann F. und der Margaretha Lövenich, Geburtsreg. 97/1859 - 1884 Nov. 28 heir. Wilhelma Scheidweiler, 22 Jahre alt, aus Sieghaus, Traureg. 54/1884 - 1887 Jan. 4 zeigt den Tod der Tochter Margarethe an, Sterbereg. 3/1887 - 1896 Febr. 20 zeigt den Tod der Ehefrau an, ebd. 19/1896 - 1928 Febr. 28 stirbt zu Frechen, Rinkenpfuhl 34, ebd. 24/1928“ (Göbels 1971).
Beschreibung
Das Wohnhaus Rinkenpfuhl 12 ist ein eingeschossiges, traufständiges Haus mit Satteldach. Es gehörte einst dem Töpfer Richard Flock. Die Gebäude des ehemaligen Töpfereigeländes entlang der Jägerstraße mussten um 1913 für die Verbreiterung der Jägerstraße weichen. Hier wurden Parkplätze angelegt und das Grundstück lässt sich anhand der Nachbarparzellierungen nachvollziehen. Friedrich Hahn zog in die Norkstraße 33 in ein neu errichtetes Haus (mündliche Hinweise Ortsansässiger).
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)
Quellen
Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
- LA NRW R 7207 / 1824
- LA NRW R 7209/1840
- LA NRW R 7212 1856 / 4
- LA NRW R 8849
Stadtarchiv Frechen
- StaF 189 fol. 29 ff
- StAF 182 fol. 21