Lage und Gebäudebeschreibung
Erster Weiterverkauf des Arkadenbaus durch die Witwe Feltes
Barings-Haus, Haupichgasse 1
Burgstraße 14 und 16
Burgstraße 14 – Schillings-Haus
Burgstraße 16 – Bänisch-Haus
Kulturdenkmal
Quellen
Lage und Gebäudebeschreibung
Die Fassaden der drei Gebäude sind verputzt und in hellen Farbtönen gehalten. Fenster- und Türrahmungen sind durch einen gelblich abgesetzten, allerdings nicht einheitlich abgestimmten Anstrich hervorgehoben. Lediglich die Rückseite des Gebäudes Haupichgasse 1 zeigt heute wieder die ursprüngliche regelmäßige Fensteranordnung. Der rechte, offene Arkadenbogen mit dem Zugang zum Haus Nummer 12 lässt den ehemaligen Laubengang erahnen, der sich vermutlich über den gesamten Westflügel des Schlosses erstreckte. Die Fassaden der Häuser Burgstraße 14 und 16 bilden das Mauerwerk, das einst die innere Rückwand dieses Ganges darstellte. Hinter dem vorgelagerten Schuppen haben sich zwei weitere der ursprünglich wohl acht Arkadenbögen in zugemauerter Form erhalten. An der Seite vor dem Eingang zu Haus Nummer 14 ist zudem noch der Ansatz eines weiteren, von rechts gezählten vierten Bogens erkennbar. Neben dem bereits erwähnten Schuppen aus dem 20. Jahrhundert entstanden auch die niedrigeren, vorgelagerten Gebäudeteile in der Mitte zwischen den beiden Häusern erst nach der Privatisierung im 19. Jahrhundert, damals als Stall- und Scheunengebäude. Die stark unregelmäßige Fensteranordnung an den beiden linken Häusern sowie die dort teilweise verbauten Spolien zeugen von einer langen Nutzungsgeschichte mit zahlreichen funktionalen Anpassungen.
Alle drei Gebäude besitzen Satteldächer mit ähnlicher Neigung. Die Traufhöhe zur Außenseite (zur Haupichgasse hin) ist bei den beiden Häusern Burgstraße 14 und 16 etwas niedriger als bei Haupichgasse 1, das aufgrund seiner größeren Gebäudetiefe auch einen deutlich höheren First aufweist. Zur Innenseite des ehemaligen Schlosshofes hin wurden die Dächer über den mittig angefügten Vorbauten einfach weiter heruntergezogen. Der angebaute Schuppen besitzt ein zum Hof hin abfallendes Pultdach, das bis zum Fenstersims des Obergeschosses reicht. Insgesamt zeigt die Gebäudefront eine typische Überlagerung historischer Substanz mit späteren Veränderungen: Die ursprüngliche Funktion als Arkadenbau ist nur noch fragmentarisch ablesbar, doch Elemente wie die erhaltenen Bögen oder die wiederhergestellten Obergeschossfenster am rechten Gebäude geben weiterhin wichtige Hinweise auf die frühere Gestalt und Bedeutung des Bauwerks.
Erster Weiterverkauf des Arkadenbaus durch die Witwe Feltes
Am 21. April 1816 erwarb der Metzger und „Spekulant“ Peter Aubart aus Dudeldorf nicht nur den benachbarten kleinen Südflügel der Oberkailer Schlossanlage vom Vorbesitzer Johann Betanier, sondern auch den Westflügel von Anna Maria Kuhnen, der Witwe des Schlossaufkäufers Michael Feltes. Es muss sich dabei um den ganzen Westflügel – also die heutigen drei Gebäude – gehandelt haben, denn in der Notariatsurkunde wird der Besitz genau beschrieben: Der „Antheil vom Schloß gelegen zu Oberkail, mit dem daran gelegenen Weyergraben“, wird „begränzt einer Seit durch den Flügel des Herrn Johann Betanier Gendarme, und ander Seit durch Jenen des Johann Weber.“ Der damals bereits trockengelegte Weiher, dessen Graben mitverkauft wurde, befand sich zwischen den Gebäuden und der heutigen Haupichgasse. Auf der vorderen Seite der Gebäude gehörte außerdem ein nicht näher beschriebener Teil des Hofes zum Verkaufsobjekt.
Der bauliche Zustand des Gebäudes zu diesem Zeitpunkt lässt sich aus den Notariatsakten nicht eindeutig erschließen. Mehrere Hinweise sprechen jedoch dafür, dass dieser eher schlecht war: Bereits in französischer Zeit wurde der Zustand der gesamten Schlossanlage als zunehmend verwahrlost beschrieben. Die Besitzerfamilie Feltes-Kuhn hatte ihren Wohnsitz nicht in den Gebäuden des früheren Schlosses. Zudem lag der Kaufpreis für den deutlich kleineren Südflügel über dem des Westflügels. Hinweise aus den 1820er Jahren, wonach bei einem benachbarten Grundstücksverkauf durch Peter Aubart auch vorhandene oder künftig auf das Grundstück herabfallende Steine dem Käufer gehören sollten, deuten darauf hin, dass Teile des Mauerwerks der Schlossanlage bereits beschädigt waren, bröckelten oder an manchen Stellen gar einstürzten. Trotz dieses vermutlich schlechten Zustands fand Peter Aubart Käufer für den Westflügel: Matthias Bickendorf für das heutige Haus Haupichgasse 1 sowie Friedrich Wallenborn für die späteren Häuser Burgstraße 14 und 16.
Barings-Haus, Haupichgasse 1
Vermutlich schon bald nach 1816 verkaufte Peter Aubart den Teil des Schlossflügels, der heute das Haus Haupichgasse 1 bildet, an Matthias Bickendorf (1773-1838). Dieser stammte aus dem Dieders-Haus (Hauptstraße 1) und war seit 1803 mit Anna Elisabeth Weymann (1780-1831) vom Hof Schwickerath verheiratet. 1818 erwarben sie unter anderem auf Erbpacht-Basis „ein altes Gebäude“ in Oberkail. Ob es sich dabei bereits um diesen Teil des früheren Schlossflügels handelte, den sie nach ihren Bedürfnissen umbauten, ist nicht eindeutig belegt. Sicher ist jedoch, dass sie 1821 das dort errichtete Haus bewohnten. 1828 wurde dieses in der niedrigsten Steuerklasse 1 geführt und 1835 im Zusammenhang mit einem Urteil um die Brennholznutzungsrechte – wie alle nicht als Stockhäuser geltenden Gebäude – als „Beihaus“ bezeichnet. Im selben Jahr erwarb der Sohn Peter Bickendorf das benachbarte Haus (heute Burgstraße 18). Er hatte im Jahr zuvor eine eigene Familie gegründet. Die Tochter Elisabeth Bickendorf war seit 1834 verheiratet und lebte in Plüttscheid. Im Elternhaus dürften 1835 neben dem verwitweten Vater nur noch die unverheirateten Töchter Anna (31 Jahre alt) und Anna Katharina (16 Jahre alt) gewohnt haben, sofern sie nicht anderweitig als Mägde tätig waren. Nach dem Tod des Vaters wurde das Haus verkauft.
Neuer Eigentümer wurde Nikolaus Baring (1807-1870) aus Welschbillig. Er war seit 1836 mit Veronika Siegeler (1808-1873) verheiratet, die aus dem Boden-Haus (Bitburger Straße 2) stammte. Drei ihrer Kinder verstarben im Kleinkindalter. Der Sohn Matthias Baring heiratete 1872 nach Meisburg. Der jüngste Sohn Jakob Baring wanderte zwei Monate nach dem Tod seiner Mutter als 22-Jähriger nach Nordamerika aus. Im Elternhaus blieb der älteste Sohn Wilhelm Baring (1838-1914), der seit 1871 mit Maria Wirtz (1845-1917) aus Pickließem verheiratet war. Er war Polizeidiener und betrieb nebenher eine kleine Landwirtschaft. Im Gebäudebuch von 1910 wird sein Anwesen mit „Wohnhaus und Abort“, „Scheune mit Stall“ sowie einem „Holzschuppen“ angegeben. Die Eheleute hatten drei Töchter: Veronika (1872-1913) blieb ledig im Elternhaus wohnend, Elisabeth (1878-1916) heiratete 1904 den Schreiner Karl Heck (1872-1953) aus Musweiler und lebte mit ihrer Familie im Elternhaus, Maria (1880-1970) heiratete 1909 den aus Hofweiler stammenden Bahnarbeiter Peter Reiter und kehrte kurz danach wieder nach Oberkail ins Elternhaus zurück. Das Anwesen wurde im Jahr 1911 an Elisabeth überschrieben und sofort bauten die Eheleute Heck-Baring das Wohnhaus sowie Scheune und Stall neu und richteten eine Schreinerwerkstätte ein. Vermutlich ist dadurch die heute noch vorhandene Fassadenstruktur entstanden. Im Jahre 1928 wurde in der Ecke zwischen den Gebäuden Burgstraße 12 und Haupichgasse 1 der Neubau einer Schreinerwerkstätte aufgezogen.
Drei Kinder erreichten das Erwachsenenalter: Wilhelm Heck (1905-1990) übernahm das Elternhaus. Er hatte 1937 die aus dem Jäja-Haus (Wittlicher Straße 17) stammende Elisabeth Luise Schmitt (1906-1978) geheiratet. Anna Maria Heck (1908-1977) wohnte mit ihrem Ehemann Johann Fandel in Bitburg. Matthias Heck (1911-1985), der zusammen mit seinem älteren Bruder Wilhelm die väterliche Schreinerei fortführte, erbaute zusammen mit seiner Ehefrau Barbara Puchta (1919-1967) für ihre Familie 1949 aus der Ruine des halben ehemaligen Südflügels des Schlosses das Haus Haupichgasse 3.
Josef Heck, einziger Sohn der Eheleute Heck-Schmitt heiratete 1970 und verzog nach Bendorf bei Koblenz. Die drei Töchter dagegen blieben in Oberkail. Maria Heck, heiratete 1963 Hubert Fischer aus dem Haus Am Sägberg 1. Zusammen bauten sie in der Schulstraße 17 ein eigenes neues Haus. Die älteste Tochter, Erna Heck, heiratete 1968 Huberts älteren Bruder Johann Fischer und lebt seitdem auf dem Sägberg. Die jüngste Tochter, Rita Heck, heiratete 1972 Johann Weinandy aus Kyllburgweiler. Sie wohnten die ersten Jahre mit Ritas Eltern im Haupischecken und verzogen dann in ihren Neubau auf der Flips 27.
Wilhelm Heck lebte als Witwer zunächst alleine in seinem Haus, zuletzt dann abwechselnd bei seinen Töchtern. Direkt nach seinem Tod wurde das Haus Haupichgasse 1 verkauft und von Dieter und Eveline Mentz erworben. Sie begannen mit einer schrittweisen Sanierung und richteten sich wohnlich ein. Nach Dieters Tod 1997 gingen die Renovierungsarbeiten weiter. Die zugemauerten Fensteröffnungen an der Rückseite wurden wieder geöffnet und in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt, so dass nach der einheitlichen Farbgestaltung 2006 und der Fensteranpassung am Obergeschoss des Nachbarhauses Burgstraße 12 seit 2021 von außen der Zustand des Schlosses, wie er im 18. Jahrhundert gewesen sein muss, wieder gut sichtbar ist. Evi Mentz und Manfred Wientgen bewohnen damit seit über 20 Jahren eines der kuriosesten Häuser im Ort: Vorne die Fassade eines durchschnittlichen Kleinhandwerker- und kleinlandwirtschaftlichen Anwesens, hinten Arkadenbögen und herrschaftliche Fenster mit Gesimse der früheren Schlossanlage.
Burgstraße 14 und 16
Zur Zeit des ersten preußischen Katasters von Oberkail (1828-1832) gehörten die heutigen Häuser Burgstraße 14 und 16 noch ungeteilt Friedrich Wallenborn (1766-1837). Dieser war der Erstgeborene des Hofmannes Johann Wallenborn von Hof Eulendorf. Als dieser starb, war Friedrich gerade einmal 18 Jahre alt. Im November 1795 heiratete er Anna Kreutz (1767-1830) aus Schwarzenborn. Friedrich versuchte sich zwar auch nach 1794 in den verschiedenen politischen Systemen zu behaupten, doch er konnte weder den Eulendorfer Hof kaufen noch als Pächter führen. Zudem musste er sich harten Erbauseinandersetzungen mit seinen Geschwistern stellen. Notariell ist ein Kauf- bzw. Tauschgeschäft aus den Jahren 1817/1818 zwischen Peter Aubart und Friedrich Wallenborn belegt. Demnach gab Wallenborn einen Anspruch auf einen Teil des Hofes Rodenbüsch bei Bettenfeld an Peter Aubart und sollte im Gegenzug ein Haus und einige Ländereien in Oberkail erhalten. Ob es sich bei dem Gebäude um den ehemaligen Schlossflügel handelt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, es ist aber anzunehmen.
Nach Friedrich Wallenborns Tod kaufte Sohn Theodor (geboren 1800) im Jahr 1838 das Haus am heutigen Standort Haupichgasse 3. Im folgenden Jahr kam es dann zu einer Aufteilung des früheren Westflügels unter den verbliebenen Geschwistern: Nikolaus (1797-1862) erhielt den größten Teil, der dem heutigen Haus Burgstraße 16 entspricht. Matthias (1802-1858) erhielt rund 30 Quadratmeter Gebäudegrundfläche, Katharina (1805-1876) mit dem Vorplatz insgesamt 70 Quadratmeter und Eva (1807-1861) auch nur rund 30 Quadratmeter des Gebäudes. Katharina war seit 1828 mit Nikolaus Thiery senior (1798-1866) verheiratet. Er stammte aus dem Müllers-Haus (Kyllburger Straße 2). Von ihren sieben Kindern ist eines nur sechs Jahre alt geworden, zwei Töchter namens Katharina (geboren 1838 und 1845) sowie der 1841 geborene Sohn Theodor sind Ende der 1860er Jahre in die USA ausgewandert. Die drei ältesten Kinder blieben im Dorf: Margaretha Thiery, die älteste Tochter, heiratete 1869 mit bereits 41 Jahren, Nikolaus Schuster. Sie übernahmen den elterlichen Teil am ehemaligen Westflügel des Schlosses. Es gab keine überlebenden Nachkommen von ihnen. Nikolaus Thiery junior war mit Katharina Laetsch aus dem Ousch-Haus (Kyllburger Straße 1) verheiratet und lebte mit ihr dort. Eva Thiery war mit Peter Joseph Kneupper verheiratet und lebte mit diesem im Haus Burgstraße 3. Eva blieb unverheiratet, hatte aber zwei uneheliche Kinder, die jedoch nicht älter als ein paar Wochen wurden. Nach ihrem Tod übernahm ihr Schwager Nikolaus Thiery senior diesen Gebäudeteil.
Matthias heiratete 1839 die Witwe Anna Maria Bures (1795-1856) aus Metterich. Nach beider Tod erbten die Nichten Katharina und Margaretha Thiery den Anteil am Gebäude. Katharina war ledig und ist in die USA ausgewandert, Margaretha heiratete, wie oben bereits beschrieben, 1869 Nikolaus Schuster. Damit gehörten alle drei Teile des Hauses Burgstraße 14, als ein Wohnhaus vereint, spätestens ab den 1870ern den Eheleuten Schuster-Thiery.
Burgstraße 14 – Schillings-Haus
Margaretha Thiery muss vor 1880 verstorben sein, da ab diesem Zeitpunkt Nikolaus Schuster als alleiniger Eigentümer in Erscheinung tritt. Seine Erbin war seine Kusine Katharina Schuster (1847-1930), die mit Theodor Bickendorf (1849-1918) verheiratet war. Den Grundbuchaufzeichnungen zufolge waren sie zwischen 1885 und 1895 Eigentümer des Hauses in der „alten Burg“. Anschließend errichteten sie in der Neustraße 2 ein neues Haus und zogen dorthin um. Im Jahr 1895 ist Josef Schilling (1860-1935) als neuer Eigentümer verzeichnet. Er war seit 1887 mit Maria Schneider (1864-1933) verheiratet. Josef Schilling stammte aus einem kleinen Haus in der Neustraße, das heute zu Neustraße 2 gehört und von seinem gleichnamigen Vater erbaut worden war. Maria Schneider stammte aus dem Schreinisch-Haus (Burgstraße 4). Von den insgesamt 16 Kindern des Ehepaares sind nachweislich zehn bereits als Säuglinge oder in früher Kindheit verstorben. Josef Schilling war von Beruf Anstreicher. Im Jahr 1910 umfasste das Anwesen ein „Wohnhaus und Abort“, einem vor dem Haus angebauten Stall sowie einen Holzschuppen, der vor dem Haus Haupichgasse 1 stand. Das kleine Stallgebäude wurde 1911 als Schweinestall neu errichtet. Nach dem Tod der Eltern übernahmen 1935 der Arbeiter Karl Schilling (1896-1961) und seine in Kyllburg geborene Ehefrau Katharina Hormann (1900-1979) das Anwesen. Gegen Ende der 1950er Jahre lebte ein Neffe von Katharina, Nikolaus Hormann, bei dem kinderlosen Ehepaar. In den letzten Lebensjahren lebte die Witwe allein im Haus, danach war dieses zunächst vermietet. Anschließend wohnte die Familie Schmitz-Fleckenstein im Haus, bevor diese es im Jahr 2000 an die heutigen Besitzer verkaufte.
Burgstraße 16 – Bänisch-Haus
Im Zuge der Teilung des Besitzes unter den Wallenborn-Geschwistern im Jahr 1839 erhielt Nikolaus Wallenborn (1797-1862) das heutige Haus Burgstraße 16. Er war seit 1828 mit Isabella Elisabeth Seitz (1802-1877) aus Wenzelhausen verheiratet. Ihre Tochter Katharina Wallenborn (1830-1900) erwarb um 1865 gemeinsam mit ihrem Ehemann Matthias Conrad das Haus Meisburger Straße 13. Es ist anzunehmen, dass ihre Mutter Elisabeth geb. Seitz ebenfalls dorthin zog. Spätestens 1867 gehörte das Haus in der Burg dann Matthias Heck aus Musweiler (geboren 1841), der seit 1865 mit der drei Jahre älteren Katharina Siegeler verheiratet war. In den 1870er und 1880er Jahren lebte die Familie vermutlich im Haushalt des Bruders Peter Siegeler in der Kyllburger Straße 23. Im Jahr 1891 wanderten die Eheleute Heck-Siegeler mit zwei ihrer Kindern nach Nordamerika aus.
Bereits 1873 war Karl Antony (1821-1898) aus dem Bänisch-Haus (Kirchstraße 4) neuer Eigentümer des Anwesens Burgstraße 16 geworden. Mit ihm ging der Hausname „Bänisch“ auf dieses Haus über und blieb dort für die nächsten 120 Jahre bestehen. Karl Antony war mit Angela Schaefer (1824-1902) aus Großlittgen verheiratet. Von ihren Kindern starben die Tochter Maria Anna im Alter von vier Jahren, der Sohn Matthias im Alter von 19 Jahren. Nur die Tochter Maria Anna (1869-1937) heiratete und hatte Nachkommen. Ihr Ehemann war der Zimmermann Matthias Wagner (1867-1945) aus Spangdahlem. Im Gebäudebuch von 1910 wird Maria Anna entsprechend der damaligen Gepflogenheiten als Eigentümerin geführt: „Wagner, Matthias, Zimmermann Ehefrau Maria Antony, ohne Stand“. Das Anwesen bestand zu dieser Zeit aus einem „Wohnhaus mit Keller und Abort“, einem kleinen angebauten Stall sowie einem gegenüberliegenden Holzschuppen im ehemaligen Schlosshof. Nach dem Tod der Ehefrau wurden ihr Witwer sowie die „Miterben“ als Eigentümer eingetragen.
Da drei Kinder früh verstorben waren, handelte es sich bei den Miterben vermutlich um die beiden überlebenden Kinder Karl (1898-1974) und Angela (1900-1984). Karl lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in zweiter Ehe in Krefeld, wo er später auch verstarb. Angela hingegen blieb ihr Leben lang unverheiratet im Elternhaus wohnen. „Bänisch Ängelchen“, wie sie im Dorf genannt wurde, übte den Beruf einer Näherin aus. Nach ihrem Tod erwarben Karl und Dorothe Strick aus Aachen das Haus, sanierten es und nutzten es als Ferien- und Wochenendhaus für sich und ihre Familie. Nach dem Tod von Karl musste Dorothe Strick schließlich aus Altersgründen gezwungen, das Haus zu verkaufen. Neue Eigentümerin ist seit 2025 Margarete Rose Schmidt aus Köln.
Kulturdenkmal
Der Arkadenbau als Westflügel des Oberkailer Schlosses wird als Bestandteil der ehemaligen Burganlage im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Eifelkreis Bitburg-Prüm (Stand 2025) geführt. Der Eintrag lautet: „Burgstraße 4-18, 20, Bitburger Straße 3, Haupichgasse 1 und 3; ehem. gräflich Manderscheidsche Burg Kail (Denkmalzone); um 1340 Ausbau des Hofes zur Wasserburg, ab 1809 tlw. abgebrochen und parzelliert; bauliche Reste der ehem. Vierflügelanlage, im Wesentlichen 17. Jh. (1625) und um 1700, tlw. Umbau zu Quereinhäusern, 19. und frühes 20. Jh.“
(Jörg Kreutz, Oberkailer Zeitspuren e.V. - geschichtlicher Verein der Ortsgemeinde Oberkail, 2026)
Quellen
- Kreisarchiv Bitburg: Akten des Standesamtes Oberkail.
- LHAK, Außenstelle Kobern-Gondorf: Bestände 734-1104, 736-2291 und 736-3427.
- LHAK, Außenstelle Rommersdorf: Bestände 587,005 und 587,008.
- Pfarrarchiv Oberkail und Bistumsarchiv Trier: Kirchenbücher der Pfarrei Oberkail.