Töpferei Andreas Lövenich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 38,57″ N: 6° 48′ 40,17″ O 50,91071°N: 6,81116°O
Koordinate UTM 32.346.122,82 m: 5.642.177,92 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.557.093,74 m: 5.642.027,39 m
In dem Areal zwischen Alte Straße, Josefstraße und Hauptstraße wurden im Jahr 1967 sowie bei Ausschachtungsarbeiten Keramiköfen und Scherbennester (= Abfallgruben für misslungene Tonwaren) gefunden, deren Inhalte in den Anfang des 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts datiert werden können. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde hier eine Steinzeugfabrik betrieben. Damit lag für diesen Standort an der Josefstraße eine Nutzungskontinuität für die Keramikproduktion von rund 400 Jahren vor (Schnitzler 1967, S. 10-13).

Für das 19. Jahrhundert ist an diesem Standort der Töpfer Andreas Lövenich belegt. Dieser betrieb mindestens seit 1839 eine Töpferei im Haus Nr. 44 (1850, StAF 182/21) beziehungsweise 45 (1856, StAF 187/21), welche sich auf den ehemaligen Grundstücken der Töpfer Simon und Johann Lövenich befand, die an die Alte Straße grenzten. Ein Haus mit Baumgarten war um 1839 von Simon Lövenich auf Andreas Lövenich übergegangen (Z 644/2 und 644a, LA NRW R 7209 / 1839/10). Einen östlich an diesen Grundstücken angrenzenden Kannenofen (Flur Z 643) verkaufte Johann Lövenich um das Jahr 1850 auch an Andreas Lövenich (LA NRW R 7210 1850 / 6). In welchem verwandtschaftlichen Verhältnis Andreas Lövenich zu Simon oder Johann Lövenich stand, ist bislang ungeklärt. Im Rahmen eines Liquidationsverfahrens der Grundstücke des Töpfers Johann Lövenich trat Andreas Lövenich als Vormund von Johanns unmündigen Kindern auf (Kölnische Zeitung vom 14.01.1861).

Seine Lebensdaten lauten nach Göbels (1971):
LÖVENICH, ANDREAS „Kannen- und Düppenbäcker - 1801 Sept. 6 geb. zu Frechen, Sohn des Kannenbäckers Simon L. und der Sibilla Gleß, Geburtsreg. 100/1800 - 1827 Trauzeuge bei der Hochzeit Gleß-Kreuer, Traureg. 5/1827 - 1833 Dez. 6 zeigt den Tod der Tochter Sibilla an; seine Ehefrau ist Elisabeth Brust oder Bruß, Sterbereg. 88/1833 - 1835 Okt. 13 zeigt den Tod des Sohnes Peter an, ebd. 83/1835 - 1848 Jan. 2 zeigt den Tod der Mutter an, ebd. 2/1848 - 1850 in einer Handwerkerliste erwähnt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1856 in einer Töpferliste aufgeführt, ebd. Akt. 187 fol. 21 - 1856 ist Unterzeichner der Statuten der Töpferinnung; wohnt Alte Landstraße, Nordseite, Haus 45, ebd. Akt. 186 - 1856 Aug. 17 auf der Innungsversammlung zum Prüfungsmeister gewählt, ebd. Akt. 187 fol. 34 - 1858 als Prüfungsmeister bestätigt, ebd. fol. 55/-1860 unterschreibt das Prüfungsprotokoll für Simon Lövenich, ebd. fol. 63 - 1873 Nov. 28 stirbt zu Frechen, Sterbereg. 154/1873“.

Von der Töpferei des Andreas Lövenich sind keine obertägigen Reste erhalten.

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)

Quellen
  • Kölnische Zeitung vom 14.01.1861: Liquidationsanzeige (abgerufen am 29.09.2025)
  • LA NRW R 7209 1839 / 10: Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Akte 7209 1839 fol. 10
  • LA NRW R 7210 1850 / 6: Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Akte 72010 1850 fol. 6
  • StAF 182/21: Stadtarchiv Frechen, Akte 182 fol. 21
  • StAF 187/21: Stadtarchiv Frechen, Akte 187 fol. 21




Literatur

Göbels, Karl (1971)
Rheinisches Töpferhandwerk. gezeigt am Beispiel der Frechener Kannen-, Düppen- und Pfeifenbäcker. o. O.
Heeg, Egon (1994)
Frechener Adressenverzeichnis 1795 mit Ortsplan. Düren.
Schnitzler, Heinrich (1967)
Keramikfunde an der Josephstraße im Mai 1967. In: Lebendiges Frechen 22, Juli 1967, S. 10-13. Frechen.

Töpferei Andreas Lövenich

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Alte Straße
Ort
50226 Frechen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung

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Nicole Schmitz (2026): „Töpferei Andreas Lövenich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360285 (Abgerufen: 14. Oktober 2026)
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