Bei dem eingeschossigen traufständigen Wohnhaus mit Satteldach in der Alte Straße könnte es sich um das Wohnhaus der ehemaligen Töpferei Johann und Peter Schaaf handeln.
Der Töpfer und Fuhrmann Johann Schaaf (1824-1890) produzierte zunächst gegenüber der Kirche Sankt Audomar an der Hauptstraße. Danach gehörten ihm noch weitere Grundstücke in Frechen, unter anderem auch das seines Vaters Anton Schaaf, der auf dem Gelände des ehemaligen Klarenhofes in der Hauptstraße produzierte. Um das Jahr 1878/1879 kaufte er von Peter Odenthal die Grundstücke Z 35, 36 und 37 (LA NRW R 7215 1878/79 / 9), heute Alte Straße 121. Die Parzellen reichten von der Alte Straße bis zur Hasenweide. 1899 lebte in dem Haus laut Adressbruch von 1899 sein Sohn, der Töpfer Peter Schaaf (1849-1922). Dieser wird in dem Adressbuch 1899 nicht mehr als Töpfer, sondern als Maurer aufgeführt. Ob überhaupt und wie lange hier von Johann oder Peter Schaaf Keramik produziert wurde, ist nicht bekannt. Johann wurde 1858 die Ausübung seines Handwerkes untersagt (StaF 187 fol. 54) und er wurde in diesem Jahr auch nicht auf der Liste der Angehörigen der Töpferinnung geführt (StaF 187 fol. 59). Ihm gehörte zwar nach dem Tod seines Vaters Anton Schaaf dessen Töpferei (LA NRW R 7212 1862/ 4); aber auch hier ist unsicher, ob er sie weiter betrieb. Auch wenn es sich nicht um eine ehemalige Töpferwerkstatt handeln sollte, ist dieses Wohnhaus ein Zeugnis für die Lebensverhältnisse Frechener Töpfer in der Zeit des Niedergangs des Frechener Handwerks, als diese alternative Berufe ergriffen, wie zum Beispiel im Fall des Peter Schaaf als Maurer oder alternativ als Fabrikarbeiter.
Die Lebensdaten lauten laut Göbels (1971): SCHAAF, JOHANN „Töpfer und Fuhrmann - 1824 Juli 27 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Anton Sch. und der Katharina Paefgen, Geburtsreg. 87/1824 - 1847 Mai 1 heir. Adelheid Deutzmann, 20 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 4/1847 - 1849 Aug. 17 zeigt die Geburt des Sohnes Peter an, Geburtsreg. 122/1849 - 1852 März 15 zeigt den Tod der Tochter Anna Maria an, Sterbereg. 35/1852 - 1856 in einer Töpferliste aufgeführt, StaF Akt. 187 fol. 20 - 1858 wird ihm vom Bürgermeister die Ausübung des Gewerbes untersagt, ebd. fol. 54 - 1859 Apr. 15 zeigt den Tod der Tochter Katharina an, Sterbereg. 34/1859 - 1890 Okt. 25 stirbt zu Frechen, ebd. 166/1890“ (Göbels 1971).
SCHAAF, PETER „Töpfer - 1849 Aug. 17 geb. zu Frechen, Sohn der Ehel. Johann Sch. und Adelheid Deutzmann, Geburtsreg. 122/1849 - 1874 März 13 heir. Elisabeth Esser, 22 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 17/1874 - 1877 Febr. 13 zeigt den Tod des Sohnes Johann Joseph an, Sterbereg. 33/1877 - 1922 Nov. 11 stirbt zu Frechen, Alte Str. 121, ebd. 127/1922“ (Göbels 1971).
Der hier präsentierte Inhalt steht unter der freien Lizenz CC BY 4.0 (Namensnennung). Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
Nicole Schmitz (2026): „Wohnhaus der Töpfer Johann und Peter Schaaf Alte Straße 121”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360275 (Abgerufen: 8. Oktober 2026)
Möchten Sie dieses Objekt in der Kuladig-App öffnen?
Wir verwenden Cookies
Dies sind zum einen technisch notwendige Cookies,
um die Funktionsfähigkeit der Seiten sicherzustellen. Diesen können Sie nicht widersprechen, wenn
Sie die Seite nutzen möchten. Darüber hinaus verwenden wir Cookies für eine Webanalyse, um die
Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren, sofern Sie einverstanden sind. Mit Anklicken des Buttons
erklären Sie Ihr Einverständnis. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Datenschutzseite.