Joseph-Mendelssohn-Grundschule in Horchheim

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 19′ 42,88″ N: 7° 35′ 45,51″ O 50,32858°N: 7,59598°O
Koordinate UTM 32.400.066,99 m: 5.576.107,01 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.400.102,14 m: 5.577.897,76 m
  • Seitenansicht der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (2026)

    Seitenansicht der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (2026)

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    Ortsmuseum Koblenz-Horchheim, Fotosammlung Heimatfreunde Horchheim e.V.
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  • Zeichnung der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (1987)

    Zeichnung der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (1987)

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    Ortsmuseum Koblenz-Horchheim, Fotosammlung Heimatfreunde Horchheim e.V.
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  • Namensschild an der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (2026)

    Namensschild an der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (2026)

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  • Vorderansicht der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (2026)

    Vorderansicht der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (2026)

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  • Vorderansicht der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (1960)

    Vorderansicht der Joseph-Mendelssohn-Schule in Koblenz-Horchheim (1960)

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  • Die alte Schule befand sich im Gemeindehaus an der Ecke Emser Straße/Kirchstraße in Horchheim (1890)

    Die alte Schule befand sich im Gemeindehaus an der Ecke Emser Straße/Kirchstraße in Horchheim (1890)

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Im Jahr 1839 äußerte Joseph Mendelssohn in Koblenz-Horchheim den Wunsch, sich am Bau eines neuen Schulhauses für die Kinder der Gemeinde zu beteiligen. Durch seine Initiative erhielt die bereits seit längerer Zeit diskutierte Idee eines Schulneubaus entscheidende neue Impulse. Trotz seiner großzügigen finanziellen Unterstützung dauerte es noch sechs Jahre, bis das neue Schulgebäude in der Kirchstraße fertiggestellt und 1846 seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Frühgeschichte des Schulwesens in Horchheim
Planungen und Impulse für den Schulneubau im 19. Jahrhundert
Bau und architektonische Ausführung
Erweiterungen und Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert
Benennung in Joseph-Mendelssohn-Schule
Internet


Frühgeschichte des Schulwesens in Horchheim
Die Geschichte des Schulwesens in Horchheim reicht bis in das 17. und 18. Jahrhundert zurück. Bereits für diese Zeit ist eine einklassige Elementarschule nachweisbar, in der Kinder verschiedener Jahrgänge gemeinsam von einem Lehrer unterrichtet wurden. Der Unterricht fand zunächst im ehemaligen Gemeindehaus an der Ecke Emser Straße/Kirchstraße statt. Der 1572 errichtete Bau diente über Jahrhunderte als Mittelpunkt des örtlichen Gemeinwesens und wurde bis in das frühe 20. Jahrhundert als Schulstandort genutzt. Die Lehrkräfte waren eng in das örtliche Gemeinwesen eingebunden und übernahmen neben dem Unterricht häufig zusätzliche Aufgaben wie Küster-, Organisten- oder Gemeindeschreiberdienste. Ihre Entlohnung erfolgte zunächst teilweise in Naturalien wie Korn, Wein oder Brennholz. Die Schule war damit nicht nur ein Bildungsort, sondern ein wichtiger Bestandteil der kommunalen und kirchlichen Organisation des Dorfes. Im frühen 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler deutlich an. Die vorhandenen Räume reichten zunehmend nicht mehr aus. Um 1838 wurde die bisherige gemeinsame Beschulung von Jungen und Mädchen aufgehoben und in getrennte Klassen für Knaben und Mädchen überführt.

Planungen und Impulse für den Schulneubau im 19. Jahrhundert
Erste konkrete Überlegungen zu einem Schulneubau gehen auf das Jahr 1822 zurück. Ein durch Bauinspektor Johann Claudius von Lassaulx eingereichter Entwurf wurde jedoch als „höchst unzweckmäßig“, „unpassend“ und „raumverschwenderisch“ zurückgewiesen. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb die Situation angespannt. Im Jahr 1832 forderte die Regierung in Koblenz die Gemeinde erneut ausdrücklich zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur auf, um eine Aufteilung der überfüllten Elementarschule zu ermöglichen.

Zunächst konnte lediglich eine Übergangslösung geschaffen werden: Im Erdgeschoss des Gemeindehauses wurde ein zusätzlicher Schulraum eingerichtet, der 1833 fertiggestellt wurde. Einen entscheidenden Impuls erhielt die Entwicklung im Jahr 1839, als der in Berlin ansässige Gutsbesitzer und Bankier Joseph Mendelssohn während eines Aufenthalts in Horchheim den Wunsch äußerte, die Gemeinde möge ein neues Schulgebäude errichten. Zugleich erklärte er sich bereit, das Vorhaben finanziell zu unterstützen.

Am 22. August 1840 kam es zu einer gemeinsamen Beratung zwischen Schulvorstand, Ortsvorstand, einem Vertreter der Regierung in Koblenz sowie Joseph Mendelssohn. Dabei wurden der Neubau einer Schule auf einem Grundstück in der Kirchstraße sowie die Einrichtung einer zweiten Lehrerstelle beschlossen. Mendelssohn sagte eine Spende von 400 Reichstalern zu, unter der Bedingung eines zeitnahen Baubeginns. Die Regierung in Koblenz würdigte dieses Engagement ausdrücklich und hob seine bereits erworbenen Verdienste um die Gemeinde hervor.
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Bau und architektonische Ausführung
Nach längeren Planungs- und Genehmigungsprozessen wurde der Schulneubau 1846 fertiggestellt. Die Bauabnahme erfolgte am 7. März 1846, der Unterricht im neuen Gebäude begann am 10. September 1846. Das Schulhaus entstand in einem ehemaligen Wingert an der Kirchstraße. Die schlichte Joseph-Mendelssohn-Schule, der Kernbau, stand 1844 im Rohbau fertig, war wie nahezu sämtliche Lassaulx-Schulen ein unverputzter, zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, ist aber heute durch mehrfache Vergrößerungen in seiner Wirkung stark beeinträchtigt. Das Gebäude zeigt auf der unverbauten südlichen Giebelseite eine Gliederung durch sehr flache Ecklisenen und eine im Giebeldreieck diese verbindende aufsteigende Bogenblende sowie ein einfaches Schlitzfenster. Auffallend ist je eine Dreifenstergruppe auf der östlichen Traufseite, und zwar in beiden Geschossen. Der zweigeschossige Massivbau mit Satteldach entspricht damit den zeittypischen Schulbauten des 19. Jahrhunderts und folgt in seiner Grundkonzeption den funktionalen Entwurfsprinzipien von Johann Claudius von Lassaulx. Charakteristisch ist die klare, auf einfache geometrische Gliederung reduzierte Fassadengestaltung.
Durch spätere Erweiterungen und Umbauten veränderte sich das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes erheblich, der historische Kernbau blieb jedoch in seiner Substanz erhalten.

Erweiterungen und Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte das Bevölkerungswachstum in Horchheim zu mehrfachen Erweiterungen der Schule. Bereits 1877 entstand ein zusätzlicher Bau mit Klassenraum und Lehrerinnenwohnung. Ende der 1870er Jahre wurde das sogenannte Horchheimer Schulbankmodell eingeführt, eine lokal entwickelte zweisitzige Schulbank. Weitere Ausbaumaßnahmen folgten in den 1890er Jahren. Neben zusätzlichen Klassenräumen entstanden auch funktionale Nebenräume, darunter eine Unterbringung für eine Feuerwehrspritze sowie eine Arrestzelle („Gemeindebulle“). Um 1893 standen sechs Klassenräume zur Verfügung, die jedoch bald erneut an ihre Kapazitätsgrenzen stießen. Bis etwa 1910 wurde der Schulkomplex durch weitere Bauabschnitte erweitert und in eine einheitliche U-förmige Anlage überführt.

Im 20. Jahrhundert erlebte die Schule mehrere strukturelle Veränderungen. 1905 wurde eine Fortbildungsschule eingerichtet, die bis 1931 bestand. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Schule 1937 in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt. Dabei wurden konfessionelle Strukturen aufgehoben und der Unterricht zunehmend ideologisch geprägt. 1944 führte der Zweite Weltkrieg zur Schließung der Schule, wobei große Teile der Ausstattung verloren gingen oder zerstört wurden. Bereits 1945 konnte der Unterricht unter eingeschränkten Bedingungen wieder aufgenommen werden.
In der Nachkriegszeit erfolgte der schrittweise Wiederaufbau. 1957 wurde ein weiterer Klassenraum geschaffen. In den 1960er Jahren folgte ein umfassender Erweiterungsbau mit zusätzlichen Klassen-, Fach- und Verwaltungsräumen, in den der sanierte Altbau integriert wurde. Im Zuge der Schulreformen wurde die Einrichtung 1969 in die Grundschule Koblenz-Horchheim überführt. 1979 wurde der Bau einer Sporthalle beschlossen, die 1981 eröffnet wurde. Anschließend wurde das Schulgelände zu einem modernen Spiel- und Bewegungsbereich umgestaltet. Parallel bestand im 20. Jahrhundert eine evangelische Volksschule in Horchheim, die 1921 gegründet und im Zuge der Schulreformen 1969 aufgelöst wurde.
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Benennung in Joseph-Mendelssohn-Schule
Im Jahr 1995 erhielt die Grundschule den Namen „Joseph-Mendelssohn-Schule“. Vorausgegangen war ein Antrag der Schule und ihres damaligen Leiters Hans-Rudolf Perschbach, mit dem die historische Verbindung zwischen dem Schulstandort und seinem bedeutendsten Förderer hervorgehoben werden sollte. Der Koblenzer Stadtrat beschloss die Umbenennung am 18. Mai 1995 einstimmig. Eine vom Horchheimer Goldschmied und Bildhauer Josef Welling gestaltete Gedenktafel erinnert seither an Joseph Mendelssohn und seine Unterstützung beim Bau des Schulgebäudes im 19. Jahrhundert.

Heimatfreunde Horchheim e.V., Koblenz-Horchheim, 2025)

Internet
gshorchheim.koblenz.de: Geschichte der Grundschule Horchheim (abgerufen 11.06.2026)
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Literatur

Liessem, Udo (2014)
Die profanen Denkmäler von Horchheim – Ein Überblick. In: Horchheim 1214-2014. Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim. Herausgegeben von Heimatfreunde Horchheim e. V. in Verbindung mit dem Ortsring und der Pfarrei, Redaktion: Hans Josef Schmidt, S. 246-262, hier 257 ff.. Koblenz.
Perschbach, Hans-Rudolf (2014)
Die Horchheimer Schule. In: Horchheim 1214-2014. Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim. Herausgegeben von Heimatfreunde Horchheim e. V. in Verbindung mit dem Ortsring und der Pfarrei, Redaktion: Hans Josef Schmidt, Koblenz.

Joseph-Mendelssohn-Grundschule in Horchheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kirchstraße 8
Ort
56076 Koblenz - Horchheim
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Heimatfreunde Horchheim e.V. (2025): „Joseph-Mendelssohn-Grundschule in Horchheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360262 (Abgerufen: 16. Juni 2026)
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