Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Ida, Jakob und Marie in Mutterstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Mutterstadt
Kreis(e): Rhein-Pfalz-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 26′ 26,38″ N: 8° 21′ 19,24″ O 49,44066°N: 8,35535°O
Koordinate UTM 32.453.265,88 m: 5.476.643,70 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.453.322,51 m: 5.478.395,35 m
  • Stolpersteine zur Erinnerung an Ida Löb mit Kinder Jakob und Marie Löb

    Stolpersteine zur Erinnerung an Ida Löb mit Kinder Jakob und Marie Löb

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    Gemeindearchiv Mutterstadt, Michael Hemberger
    Fotograf/Urheber:
    Michael Hemberger
    Medientyp:
    Bild
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Ida Löb geb. Koppel (*30.10.1868 Bretten/Baden - †29.06.1946, New York) war mit Nathan Löb (*26.02.1864, Mutterstadt - †02.03.1930, Mutterstadt) verheiratet. Sie bekam vier Kinder: Jakob (*12.09.1893, Mutterstadt), Julius (*08.02.1895, Mutterstadt - †03.09.1916, Jeancourt), Karoline (*17.07.1897, Mutterstadt) und Erna (*14.07.1899, Mutterstadt).
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1930 übernahm sie die Viehhandlung in der Speyerer Str. 24, die „wirtschaftlich bedeutsam“ und im Dorf sehr „angesehen“ war.
Ida Löb wurde am 22. Oktober 1940 zusammen mit ihrer Tochter Karoline/Karola Dellheim, genannt „Ola“, Witwe von Isidor Dellheim (Kaufmann, *18.03.1883, Mutterstadt - †24.07.1935, Timmendorf, Ostsee), nach Gurs deportiert. Dort war sie in Ilôt I, Baracke 9. Am 11. März 1941 beantragte sie ihre Entlassung, weil sie in die USA emigrieren wollte. Bis zum 31.03.1941 war sie dann noch in Gurs. Über Marseille kam sie nach Lissabon, wo am 24.07.1941 das Schiff „Nyassa“ auslief und sie und ihre Tochter am 9. August 1941 nach New York brachte. Dort starb Ida Löb am 29.06.1946.
Ein besonderes Zeitzeugnis ist der Brief vom 13. Oktober 1941, den sie von New York aus an ihre Kinder und Enkelkinder schrieb. Sie beschreibt die Pogromnacht, das Leben in Mutterstadt kurz vor der Deportation, die schlimmen Zustände in Gurs und die gelungene Flucht in die USA.
Sohn Jakob war als Soldat im 1. Weltkrieg und damit einer der 25 jüdischen Kriegsteilnehmer aus Mutterstadt - 21 von ihnen waren Frontkämpfer. Sein Bruder Julius fiel am 03.09.1916 bei Jeancourt.
Auf dem Grabstein des Vaters Nathan Löb auf dem Mutterstadter jüdischen Friedhof wird auch an Julius erinnert, der „in fremder Erde ruht“ - er war ausgezeichnet mit dem Ehrenkreuz II und dem Bayerischen Militär-Verdienstkreuz mit Schwertern.
Jakob war in dritter Ehe mit Marie Löb geb. Löb (* 15.06.1902), Tochter von Bernhard und Jenny Löb aus der Neustadter Str. 2, verheiratet. Vom 12. November 1938 bis 2. Januar 1939 war er als „Schutzhäftling“-Nr. 25345 in Dachau.
Zusammen mit seiner Frau Marie und den beiden Söhnen aus seiner 2. Ehe mit Helene geb. Weil (*11.01.1904 Friedelsheim - †06.01.1936), Kurt Hermann (*18.01.1928, Ludwigshafen - †1942, Chile) und Norbert (*18.03.1931, Ludwigshafen), gelang ihm die Flucht nach Chile am 25.08.1939. Kurt Löb starb 1942 mit 14 Jahren, Norbert in den 1950er Jahren.

(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt, 2023)

Internet
www.mutterstadt.de Schicksale Ida Löb mit desen Sohn Jakob und seine Frau Marie Löb (abgerufen 10.06.2026)
www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 10.06.2026)
www.mutterstadt.de Zweite Verlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 10.06.2026)
www.judeninmutterstadt.org Besonderes Zeitzeugnis ist der Brief vom 13. Oktober 1941 (abgerufen 10.06.2026)

Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Ida, Jakob und Marie in Mutterstadt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Speyerer Straße 24
Ort
67112 Mutterstadt
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2023

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Christina Wolf: „Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Ida, Jakob und Marie in Mutterstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360249 (Abgerufen: 17. Juni 2026)
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