Stolperstein zur Erinnerung an Marum Emma in Mutterstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Mutterstadt
Kreis(e): Rhein-Pfalz-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 26′ 24,61″ N: 8° 21′ 3,35″ O 49,44017°N: 8,35093°O
Koordinate UTM 32.452.945,42 m: 5.476.591,56 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.453.001,93 m: 5.478.343,20 m
  • Stolperstein zur Erinnerung an Emma Marum

    Stolperstein zur Erinnerung an Emma Marum

    Copyright-Hinweis:
    Gemeindearchiv Mutterstadt, Michael Hemberger
    Fotograf/Urheber:
    Michael Hemberger
    Medientyp:
    Bild
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Emma Marum (*05.03.1857, Estenfeld bei Würzburg - †11.12.1940, Gurs) wurde als Emma Esther Frank geboren. 1887 heiratete sie den Handelsmann Simon Marum (*1855 in Sprendlingen). Wahrscheinlich war sein Tod (1923) einer der Gründe für sie, von Bingen nach Mutterstadt zu ziehen: Das war im Jahr 1927. Von ihren vier Kindern lebte hier Amalie Dellheim (*07.06.1891, Bingen) mit ihrer Familie. Für sie wurden schon Stolpersteine verlegt. Sohn Markus (*03.12.1883, Bingen) wohnte in Alsenz und emigrierte über Luxemburg nach Brasilien, wo er um 1970 starb. Alfred (*04.07.1885, Bingen) lebte zuletzt in Wanne (Herne, Nordrhein-Westfalen) und fiel als Leutnant im 1. Weltkrieg (01.12.1917).
Sohn Wilhelm (*16.11.1889, Bingen) wohnte in Neuß und war vom 17.11. - 12.12.1938 in Dachau inhaftiert. Am 19. September 1939 emigrierte er nach Luxemburg und floh von hier aus nach Belgien, von wo aus er die Auswanderung von ihm und seiner Frau in die USA vorbereiten wollte. Doch wurde er im Mai 1940 in das südfranzösische Lager Saint Cyprien gebracht, von dort nach Drancy und am 17.08.1942 nach Auschwitz.
Emma Marum wohnte seit 1927 in der Dannstadter Straße 15. Vermieter war Julius Dellheim, der Mann ihrer Tochter. Später ging das Haus in den Besitz der Familie Marum über. Interessant ist ein Schreiben an den Bürgermeister der Stadt Neuß vom 28.03.1941: „Betreff: Wohnhaus des Juden Wilhelm Israel Marum in Mutterstadt. Der seither in Neuß a./Rh. wohnhafte Jude Wilhelm Israel Marum besitzt in Mutterstadt ein Wohnhaus, das von dessen Mutter bis zu deren Abschub bewohnt war. Zurzeit steht das Anwesen leer. Da hier große Wohnungsnot herrscht, kann ich diesen Zustand nicht länger dulden. Um weiteres unternehmen zu können, bitte ich mir mitzuteilen, ob für Marum ein Treuhänder oder sonst ein Bevollmächtigter bestellt ist.“
Danach wurde das „Judenhaus“ in der Dannstadter Straße 15, „früher Marum“, vermietet.
Am 22.10.1940 wurde Emma Marum von Mutterstadt aus nach Gurs deportiert, wo sie am 11. Dezember 1940 starb. Sie bekam dort den Grabstein Nr. 350. Mit 83 Jahren war sie das älteste, jüdische Opfer aus Mutterstadt.

(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt, 2023)

Internet
www.mutterstadt.de Schicksal Emma Amrum (abgerufen 09.06.2026)
www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 09.06.2026)
www.mutterstadt.de Zweite Verlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 09.06.2026)

Stolperstein zur Erinnerung an Marum Emma in Mutterstadt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Dannstadter Straße 15
Ort
67112 Mutterstadt
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2023

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Christina Wolf: „Stolperstein zur Erinnerung an Marum Emma in Mutterstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360240 (Abgerufen: 17. Juni 2026)
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