Stolpersteine zur Erinnerung an Eppler Isidor, Bertha und Heinz in Mutterstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Mutterstadt
Kreis(e): Rhein-Pfalz-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 26′ 29,57″ N: 8° 21′ 12,18″ O 49,44155°N: 8,35338°O
Koordinate UTM 32.453.124,45 m: 5.476.743,42 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.453.181,03 m: 5.478.495,11 m
  • Stolpersteine zur Erinnerung an Eppler Isidor, Bertha und Heinz

    Stolpersteine zur Erinnerung an Eppler Isidor, Bertha und Heinz

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    Gemeindearchiv Mutterstadt, Michael Hemberger
    Fotograf/Urheber:
    Michael Hemberger
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  • Heinz Epler

    Heinz Epler

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    Gemeindearchiv Mutterstadt
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
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    Bild
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Eppler Isidor (*16.03.1868, Mutterstadt -†11.01.1941 Gurs) betrieb einen „gutgehenden“ Viehhandel in der Neustadter Str. 15. Aus seiner ersten Ehe mit Rosalie geb. Neu (*05.11.1873, Edenkoben - †26.04.1914 Mutterstadt) gingen zwei Söhne hervor: Jakob (*04.09.1896, Mutterstadt) und Eugen (* 21.07.1899 Mutterstadt). Jakob wurde ebenfalls Viehhändler und heiratete 1925 Paula Siegel in Eubigheim. Sie bekamen ebenfalls zwei Söhne: Kurt (*14.10.1926 Ludwigshafen) und Heinz (*11.09.1927, Mannheim - †14.10.2012 New York.).
Isidor und sein Sohn Jakob waren in die Gesellschaft integriert und geachtete Bürger, besuchten am Schabbat den Gottesdienst in der Synagoge und feierten im Kreis der Familie die jüdischen Feiertage.
Heinz und sein Bruder Kurt besuchten die Volksschule in Mutterstadt. „Als Hitler an die Macht kam, fühlten wir uns Jahr um Jahr mehr und mehr isoliert“. Heinz erinnerte sich an die nächtlichen Fackelzüge der Nazis und wie SA und SS das Anwesen in der Neustadter Straße als ‚von Juden bewohnt' markierten. Das Anwesen bestand aus zwei Häusern, dahinter lagen die Ställe für Kühe und Pferde, eine Scheune und ein Garten mit Gemüse und Blumen.
Im August 1938 emigrierte Jakob mit Frau und Kindern nach Cleveland/Ohio. Alle hatten mit Hilfe von Verwandten in den USA Visa bekommen. Heinz war zehn und Kurt elf Jahre alt. Der Großvater blieb zurück. Ende Dezember 1938, 24 Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau, heiratete Isidor ihre Schwester Bertha (*04.06.1872, Edenkoben -†17.04.1944 Marseille).
Isidor und Bertha wurden am 22.10.1940 nach Gurs verschleppt. Dort starb Isidor am 11.01.1941. Bertha kam von Gurs („Ilôt“/Block 1, Baracke 24) aus in das Auswandererlager Marseille, „Hôtel du Levant“, wo sie am 17.04.1944 verstarb. Sie hatte Papiere zur Ausreise in die USA und auf dem Schiff Excalibur, das am 02.01.1942 von Lissabon Richtung USA ablegen sollte, war ein Platz für sie reserviert.
Heinz wurde nach dem Dienst in der US-Armee Kaufmann und baute zusammen mit seinem Bruder ein erfolgreiches Textilunternehmen auf. Kurt starb mit 69 Jahren. 1984 verkaufte Heinz das Unternehmen und war vier Jahre Präsident, danach Ehrenpräsident, des „American Jewish Joint Distribution Committee“, einer jüdischen Hilfsorganisation mit Sitz in New York. In den 1990er-Jahren kam es durch die Bürgeraktion „Gedenken und Versöhnungskultur mit überlebenden jüdischen Mutterstadtern“ zur Kontaktaufnahme mit Heinz Eppler. Dieser besuchte daraufhin mehrmals Mutterstadt, so zum Beispiel 1998, als er seiner Ehefrau Ruthe und den Enkelkindern das Dorf und die Wurzeln der Familie zeigte. 2005 hielt er bei der Gedenkveranstaltung der protestantischen Kirche zur Erinnerung an die 100 Jahre zuvor eingeweihte Synagoge eine berührende „Versöhnungsrede“. Außerdem spendete er eine hohe Summe für die Restaurierung der Stumm-Orgel der protestantischen Kirche.
Bei der Enkelin Nancy befand sich noch im Jahr 2003 das „Ewige Licht“ der Mutterstadter Synagoge. Es war ein Hochzeitsgeschenk. Nachdem die Öllampe kurz nach dem ersten Weltkrieg durch eine elektrische ersetzt wurde, hatte man sie aufbewahrt. 1938 übergab sie der jüdische Gemeindevorsteher Theodor Marx (1872 - 1958), Großvater Werner Dellheims, an Paula Eppler, als hätte er die Zerstörung der Synagoge vorausgesehen. Herbert Metzger, damals Mitglied des Historischen Vereins e. V., Ortsgruppe Mutterstadt, entdeckte die Lampe bei seinem Besuch der Epplers in New York im Jahr 2003.
Heinz Eppler starb am 14. Oktober 2012 in New York.

(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt, 2022)

Internet
www.mutterstadt.de Schicksale Isidor, Bertha und Heinz Eppler PDF-Datei 1,7 MB (abgerufen 06.06.2026)
www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 06.06.2026)
www.mutterstadt.de Erstverlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 06.06.2026)

Stolpersteine zur Erinnerung an Eppler Isidor, Bertha und Heinz in Mutterstadt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Neustadter Straße 15
Ort
67112 Mutterstadt
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2022

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„Stolpersteine zur Erinnerung an Eppler Isidor, Bertha und Heinz in Mutterstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360215 (Abgerufen: 8. Juni 2026)
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