Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Max, Sara und Sohn Ernest in Mutterstadt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Mutterstadt
Kreis(e): Rhein-Pfalz-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 26′ 31,03″ N: 8° 21′ 18,29″ O 49,44195°N: 8,35508°O
Koordinate UTM 32.453.247,80 m: 5.476.787,32 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.453.304,43 m: 5.478.539,03 m
  • Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Max, Sara und Sohn Ernest

    Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Max, Sara und Sohn Ernest

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    Gemeinde Mutterstadt, Michael Hemberger
    Fotograf/Urheber:
    Michael Hemberger
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  • Ernest Löb mit seinen Eltern

    Ernest Löb mit seinen Eltern

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    Gemeindearchiv Mutterstadt
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    unbekannt
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Löb Max (*11.10.1868 Mutterstadt - †22.02.1953 Ludwigshafen), Handelsmann, und Sara (*01.05.1869 Mutterstadt - †04.05.1953 Mundenheim) Löb lebten in der Speyerer Str. 1. Fünf Söhne hatten sie: Jakob, Friedrich, Emil, Adolf und Ernest. Adolf starb schon im Kleinkindalter, Friedrich war 35 Jahre alt, als er 1936 in Mutterstadt starb. Jakob (* 12.01.1900, Mutterstadt) und seine Frau Eva, geb. Handke (*15.02.1902 Bückeburg), flüchteten 1938 nach Frankreich. Emil (*03.03.1904, Mutterstadt) floh im Oktober 1937 nach Argentinien und Ernest (*21.05.1908 Mutterstadt - †15.11.1993 New York) emigrierte 1939 über England in die USA.
Max und Sara wurden nach Gurs deportiert. Max war in Ilôt B, Baracke 15. Mithilfe französischer Geschäftsfreunde des ältesten Sohnes Jakob, wurden beide im Februar 1941 aus dem KZ befreit. „Sie lebten dann verborgen, unter sehr primitiven Umständen, bis zum Ende des Krieges“, schreibt der Sohn Ernest in einem Brief.
Erst 1951 kehrten sie in das Haus in Mutterstadt zurück. Sie wären wohl schon früher zurückgekommen, wenn ihr Haus frei gewesen wäre. Am 25. Mai 1946 antwortete ihnen Heinrich Hartmann, damaliger Bürgermeister, auf ihre Anfrage, ob sie zurückkehren könnten, dass ihr Haus in der Speyerer Str. 1 zwar vom Krieg beschädigt, aber bewohnbar sei. Drei Familien müssten allerdings ausziehen, damit Löbs wieder einziehen könnten. Nur wüsste er derzeit nicht wohin mit den Familien, keine einzige Wohnung sei frei, es fehle an Baumaterial und Arbeitern. „Überzeugt können Sie aber davon sein, dass wir für unsere stets hochgeschätzten jüdischen Mitbürger alles, was in unserer Macht steht, tun werden.“
Max Löb starb am 22.02.1953 in Ludwigshafen, Sara am 04.05.1953 in Mundenheim. Beide sind hier in Mutterstadt auf dem jüdischen Friedhof beerdigt worden.
Ernest Löb machte nach der Volkschule in Mutterstadt und der Realschule in Mannheim eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete als Handelsvertreter in der Tabakbranche.
Am 10.11.1938, er war dreißig Jahre alt, wurde auch er verhaftet und nach Dachau als „Schutzhäftling“ gebracht. Nach sechs Wochen kam er zurück und inzwischen hatte sein Bruder Jakob, der in Paris lebte, seine Auswanderung vorbereitet. Am 16. März 1939 floh Ernest nach Paris und vier Wochen später nach England. Am 11. Mai kam er schließlich in New York an. Im August 1942 wurde er von der U.S.-Armee eingezogen und „brachte es zum Sergeanten“. So kam er im März 1945 als amerikanischer Soldat nach Deutschland und erlebte hier das Kriegsende. Auch seine Eltern sah er - in Frankreich - wieder. Zurück in den USA heiratete er 1949 und kam 1952 mit seiner Frau Lottie nach Mutterstadt, um seine Eltern zu besuchen.
Durch Herbert Metzger, Gründungsvorstand des Historischen Vereines, Ortsgruppe Mutterstadt, entstand ein reger Briefkontakt, der auch zu einem persönlichen Kennenlernen führte. Während der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Brands der Mutterstadter Synagoge wurde ein Brief mit den Erinnerungen von Ernest Löb an diesen Tag, der „unauslöschlich in seinem Gedächtnis eingeprägt war“ vorgelesen. Dieser schließt mit dem Aufruf an die jüngeren Generationen: „VERGESST NIE die Ereignisse jenes Tages.“
Am 15.11.1993 starb Ernest Löb in New York.

(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt, 2022)

Internet
www.mutterstadt.de Schicksale Max, Sara und Ernest Löb PDF-Datei 1,4 MB (abgerufen 05.06.2026)
www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 05.06.2026)
www.mutterstadt.de Erstverlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 05.06.2026)
judeninmutterstadt.org Der 10.11.1938 (Synagogenbrand) aus Sicht des Ernest Loeb (abgerufen 05.06.2026)

Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Max, Sara und Sohn Ernest in Mutterstadt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Speyerer Straße 1
Ort
67112 Mutterstadt
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2022

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Christina Wolf: „Stolpersteine zur Erinnerung an Löb Max, Sara und Sohn Ernest in Mutterstadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360214 (Abgerufen: 8. Juni 2026)
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