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1. Bürgermeister von Mutterstadt
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Gemeindearchiv Mutterstadt
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Grab vom 1. Bürgermeister Jakob Weber
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Gemeinde Mutterstadt / Michael Hemberger
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Michael Hemberger
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Stolperstein zur Erinnerung an Weber Jakob (2022).
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Gemeindearchiv Mutterstadt, Michael Hemberger
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1. Bürgermeister von Mutterstadt im historisches Rathaus (1932).
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Gemeindearchiv Mutterstadt
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Grab vom 1. Bürgermeister Jakob Weber auf dem alten Friedhof. (2021)
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Gemeinde Mutterstadt / Michael Hemberger
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Jakob Weber (*11.10.1873, Ludwigshafen - †28.11.1933 Ludwigshafen), Sohn einer Mutterstadter Arbeiterfamilie, lernte zunächst den Beruf des Maurers. 1896 heiratete er in Mutterstadt Anna Frosch (*22.03.1873, Mutterstadt - †28.01.1947 Mutterstadt), mit der er sechs Kinder bekam. Drei von ihnen starben noch im ersten Lebensjahr. Erst in den Jahren 1927-28 ließ er das Wohnhaus in der Turnhallenstraße 6 erbauen, in dem er mit seiner Frau bis zu seinem Tod wohnte.
Schon früh befasste sich Weber auch im Selbststudium mit kommunal- und sozialpolitischen Problemen und war Gewerkschaftsvertreter im „Deutschen Bauarbeiterverband“. 1910 wurde er Gemeinderatsmitglied für die SPD und bekam das Amt des zweiten „Adjunkts“, d.h. Beigeordneten, übergetragen. Zwei Jahre später wurde durch sein Engagement der erste Teil des gemeindeeigenen Elektrizitätsnetzes in Betrieb genommen. Der Erste Weltkrieg (1914-1918) unterbrach seine Tätigkeiten für die Gemeinde und er kam als Soldat an die Front.
1920 wurde er zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister Mutterstadts gewählt. Während seiner Amtszeit setzte er sich insbesondere für eine bessere Infrastruktur und allgemein verbesserte Lebensbedingungen ein. Er sorgte für Wohnungs-, Kanal- und Straßenbau, einige Neubauten wie Notariats-, Postgebäude, den Bau der Pestalozzi-Schule und der Mälzerei und vieles mehr. Über sein Wirken in Mutterstadt hinaus war er Mitglied des „Kreistags Pfalz“ (heutiger Bezirksverband), Sprecher des „Pfälzischen Landgemeindeverbandes“, war Aufsichtsrat der Pfalzwerke, der Kreissparkasse und des „Wohnungsbauverbandes Pfalz“. In den Jahren 1923-24 trug er zum Scheitern der Separatistenbewegung bei.
1930 wurde Jakob Weber für weitere zehn Jahre vom Gemeinderat als Berufsbürgermeister wiedergewählt. Er war erster Vorsitzender des „Zweckverbandes für Wasserversorgung“ und schon 1931 konnten einige Haushalte an ein Wasserleitungssystem angeschlossen werden. 1932 wurde schließlich der Mutterstadter Wasserturm gebaut, um die Wasserversorgung aller Bewohner zu sichern.
Der „Prozess der ‚Machtergreifung' in den pfälzischen Kommunen“ wurde vor allem auch durch die NS-Ortsgruppen vorangetrieben. Auch die Mutterstadter Gemeindeverwaltung sollte „gesäubert“ und Weber, dem die NSDAP-Ortsgruppe schon 1933 „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ vorwarf, „gestürzt“ werden. Am 13.03.1933 wurden sämtliche Mutterstadter SPD-, KPD- und Reichsbanner-Mitglieder verhaftet, in das Landgerichtsgefängnis Frankenthal gebracht, von wo aus sie ein paar Tage später „in Schutzhaft“ in das KZ Neustadt überführt wurden. Weber wurde dort am 15.03. eingeliefert. Genau an diesem Tag beantragte die NSDAP-Ortsgruppe Mutterstadt bei der Gauleitung der NSDAP in Neustadt a/H. die Amtsenthebung Webers als Bürgermeister sowie als 1. Vorsitzender des „Zweckverbandes für Wasserversorgung“. Sie beschuldigte ihn für alles nur Mögliche - von „Amtsmissbrauch“ über „Korruption“ bis hin zu „Notzuchtsversuch“ und „notorischer Trunkenheit“. Darüber hinaus bekam er „Ortsverbot“. Am 12.04.1933 kam er wieder in „Schutzhaft“ in das Landgerichtsgefängnis Frankenthal, von wo aus er am 8. Juni in das Amtsgerichtsgefängnis Ludwigshafen überführt wurde. Dort wurde er am 22.07.1933 entlassen. Wegen des Ortsverbots musste er sich ein Zimmer in der Ludwigshafener Heinigstraße mieten. Im September war er aufgrund der Folgen der „brutalen Behandlung und der schlechten Unterbringungsbedingungen“ zur Zeit der Inhaftierung offensichtlich so krank, dass er in das Marienkrankenhaus Ludwigshafen eingeliefert wurde, wo er kurz nach einer Operation am 28.11.1933 verstarb. Seiner Frau wurde noch bis 1935 die Ausgabe seiner aberkannten Bezüge und Unterhaltszahlungen verwehrt. Das Grab von Jakob Weber befindet sich auf dem Mutterstadter Alten Friedhof.
(Zusammengestellt von Christina Wolf, Gemeindearchiv Mutterstadt 2022)
Internet www.mutterstadt.de Schicksal Jakob Weber PDF-Datei 1,4 MB (abgerufen 01.06.2026) www.stolpersteine-guide.de (abgerufen 01.06.2026) www.mutterstadt.de Erstverlegung von Stolpersteinen: Gedenken an Mutterstadter NS-Opfer (abgerufen 01.06.2026)
Literatur
Gemeindeverwaltung Mutterstadt (Hrsg.) (2017)
Ortschronik Mutterstadt. 1250 Jahre (767-2017). Landau.
Stolperstein zur Erinnerung an Weber Jakob in Mutterstadt
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