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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, die Vorflutbögen haben der Sprengung im März 1945 widerstanden (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen; Trümmerteile der am 15. März 1945 gesprengten Brücke (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, Wappen des Großherzogtums Hessen (Hessen-Darmstadt) am Brückenturm; Bingen und das damalige Rheinhessen gehörten bis 1945 zum hessischen Staatsgebiet (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, Brückenturm (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, Brückenfundamente im Rhein und auf der rechten Rheinseite (im Hintergrund) (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, Brückenlager im Rhein (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, Blich über den Rhein auf weitere Brückenfundamente (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen mit erhaltenem Vorflutbogen (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, Informations-Tafel an der Brücke (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, massiv verkleidet mit Rustica-Quadern aus Naturstein (2026)
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Brückenkopf der ehemaligen Hindenburgbrücke auf der linken Rheinseite in Bingen, Trümmer liegen hier seit 1945 (2026)
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Die Hindenburgbrücke war eine monumentale Eisenbahnbrücke über den Rhein zwischen Bingen-Kempten und Rüdesheim, die zwischen 1913 und 1915 errichtet wurde. Ihr Bau stand in engem Zusammenhang mit der strategischen Eisenbahnpolitik des Deutschen Kaiserreichs vor dem Ersten Weltkrieg. Ziel war vor allem die Schaffung einer leistungsfähigen rechts- und linksrheinischen Verbindung zwischen den westdeutschen Industriegebieten, dem Rhein-Main-Raum und den Aufmarschgebieten in Richtung Frankreich. Die Brücke ersetzte ein seit 1861 bestehendes Eisenbahntrajekt zwischen Bingerbrück und Rüdesheim, bei dem Güterwagen mit Fähren über den Rhein transportiert wurden. Dieses Verfahren war angesichts des zunehmenden Güter- und Militärverkehrs zu langsam und technisch überholt.
Die Standortwahl erwies sich als schwierig, da die starke Strömung und das felsige Fahrwasser des Binger Lochs einen unmittelbaren Übergang bei Bingen erschwerten. Deshalb entschied man sich für eine weiter östlich gelegene Querung auf Höhe der Rüdesheimer Aue. Die Brücke verband die Nahetalbahn und die linksrheinischen Strecken mit der rechtsrheinischen Rheinstrecke und erhielt zusätzliche Zufahrtskurven bei Ockenheim und Münster-Sarmsheim. Die Finanzierung erfolgte überwiegend durch das Deutsche Reich, was die militärische Bedeutung des Projekts unterstreicht.
Konstruktiv handelte es sich um eine große Stahlbogenbrücke mit massiven Vorlandviadukten aus Naturstein und Beton. Die Gesamtanlage betrug 1175 Meter; davon entfielen rund 740 Meter auf die eigentliche Strombrücke über den Rhein. Die Zufahrten bestanden aus gemauerten beziehungsweise betonierten Gewölbebrücken, während der Hauptstrom durch eine Reihe großer stählerner Bogenfachwerkträger überspannt wurde. Charakteristisch war die damals moderne Kombination aus genieteten Stahlfachwerken und monumentalen Strompfeilern aus Basaltstein. Die Gleise lagen unterhalb der Stahlkonstruktion, wodurch die hohen Bogenbinder das Erscheinungsbild prägten. Mit ihrer technischen Monumentalität gehörte die Brücke zu jener Gruppe großer strategischer Rheinbrücken, zu denen auch die Ludendorff-Brücke bei Remagen und die Rheinbrücke bei Urmitz zählten.
Die Brücke wurde am 1. September 1915 in Betrieb genommen und diente zunächst fast ausschließlich militärischen Transporten des Ersten Weltkriegs. Erst später wurde sie teilweise für den zivilen Verkehr geöffnet. Nach Kriegsende besetzten französische Truppen das Rheinland und ließen die Gleiszwischenräume mit Holzbohlen auffüllen, so dass auch Fuhrwerke und Automobile die Brücke nutzen konnten. Fußgänger und Radfahrer konnten sie zeitweise ebenfalls passieren.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke mehrfach Ziel alliierter Luftangriffe. Die endgültige Zerstörung erfolgte jedoch im März 1945 durch deutsche Wehrmachtseinheiten beim Rückzug vor den vorrückenden amerikanischen Truppen. Nach dem Krieg verzichtete man wegen veränderter Verkehrsstrukturen und der hohen Wiederaufbaukosten auf einen Neubau. Heute sind nur noch einzelne Pfeilerreste, Vorlandbögen und Trümmerfelder erhalten. Sie bilden einen markanten Bestandteil der Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintals und zählen seit 2002 zum UNESCO-Welterbe. Die Ruinen verdeutlichen bis heute die Verbindung von Ingenieurbaukunst, Militärstrategie und Verkehrsgeschichte am Mittelrhein.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation
Historischer Zeitraum
Beginn 1913 bis 1915, Ende 1945
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Karl Peter Wiemer: „Ruinen der ehemaligen Hindenburgbrücke bei Bingen/Rüdesheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360183 (Abgerufen: 7. Oktober 2026)
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