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Kreuzweg Druidenstein
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Druidenstein bei Kirchen an der Sieg (2024)
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Kreuzweg Druidenstein
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Kirchen an der Sieg, Wanderweg zum Kreuzweg und zum Druidenstein (2024)
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Kirchen an der Sieg, Kreuzwegstation auf dem Weg zum Druidenstein (2024)
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Kirchen an der Sieg, Kreuzwegstation auf dem Weg zum Druidenstein (2024)
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Kirchen an der Sieg, Golgatha-Gruppe am Druidenstein (2024)
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Druidenstein bei Kirchen an der Sieg (2024)
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Kirchen an der Sieg, Kreuzwegstation auf dem Weg zum Druidenstein (2024)
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Kirchen an der Sieg, Kreuzwegstation auf dem Weg zum Druidenstein (2024)
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Der Kreuzweg am Drudenstein bei Kirchen (Sieg) ist ein religiöses Andachtsensemble, das in enger Verbindung mit der Frömmigkeitsgeschichte des Sieger- und Westerwaldraumes steht. Der Druidenstein selbst, eine markante basaltische Felsformation vulkanischen Ursprungs, wurde bereits im 19. Jahrhundert zu einem identitätsstiftenden Naturdenkmal und Ziel von Ausflügen. In diesem Zusammenhang entwickelte sich auch die Idee, den Ort durch eine christliche Überformung als Stätte christlicher Andacht aufzuwerten.
In der Nähe der Heilig-Kreuz-Kirche trifft man am Ende der Druidenstraße in Herkersdorf auf den Beginn eines Kreuzweges, der sich auf rund 600 Meter Länge zum Druidenstein hinaufschlängelt und die Leidensgeschichte Jesu Christi zeigt. Der Bau der insgesamt 14 Stationen in Form von kleinen Grotten geht auf den 1919 gegründeten Katholischen Kreuzwegbauverein Herkersdorf (heute Katholischer Kirchbauverein Herkersdorf-Offhausen e. V.) zurück. Aus Dankbarkeit für die vielen aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrten Männer der Ortschaften Herkersdorf und Offhausen nahm der Verein 1919 mit 45 Mitgliedern seine Arbeit auf, einen Kreuzweg zu schaffen. Die Entwürfe für die Grotten fertigte der Herdorfer Bauunternehmer Peter Becher. Zur Ausschmückung der Kreuzwegstationen dienten kristallisierte Mineralien, die vorwiegend durch Herdorfer Bergleute gestiftet wurden.
Auch im Hinblick auf die Finanzierung des Kreuzweges zeigte sich der Verein einfallsreich. So wurden von 1920 bis 1923 zur Fastenzeit mit Laiendarstellern im Saal des damaligen Restaurants „Sigambria“ in Kirchen die Herkersdorfer Passionsspiele aufgeführt, die auch überregional auf sich aufmerksam machten. Die dabei erwirtschaften Gewinne flossen in den Bau der Kreuzweganlage, so dass am 14. Oktober 1923 die Grundsteinlegung für die erste Grotte erfolgen konnte. Die Jahre darauf waren der wirtschaftlichen Gesamtsituation im Land und der Geldentwertung geschuldet, so dass das Vorhaben ins Stocken geriet. Dennoch konnte die 14. Station mit der Grablegung Jesu und der gesamte Kreuzweg am 16. Oktober 1927 unter großer Einwohnerbeteiligung eingeweiht werden. Dabei zog eine Prozession in Richtung Druidenstein, in deren Verlauf jede einzelne Station geweiht wurde.
Kreuzwege wurden in dieser Zeit im ländlichen Raum häufig an topografisch markanten Punkten angelegt, um die Leiden Christi zu vergegenwärtigen und gleichzeitig Dankesgelübde einzulösen. Der Aufstieg zum Druidenstein bot hierfür aufgrund seiner exponierten Lage und der symbolisch aufgeladenen Naturkulisse besonders geeignete Voraussetzungen. Die einzelnen Stationen wurden entlang des ansteigenden Weges positioniert und ermöglichen eine sukzessive meditative Annäherung an das Gipfelareal mit einer Golgatha-Gruppe.
Die Stationen sind in Form von kleineren Kapellen ausgeführt, die in regelmäßigen Abständen entlang des Weges angeordnet sind. Ihre architektonische Gestaltung ist vergleichsweise zurückhaltend und orientiert sich an regionalen Bautraditionen: einfache, aus Naturstein errichtete Gehäuse mit eingelassenen Reliefdarstellungen oder Bildtafeln. Die bildkünstlerische Ausführung der Szenen ist überwiegend narrativ angelegt und zielt auf eine klare, für den Betrachter unmittelbar verständliche Vermittlung der Passionsgeschichte.
Von 1985 bis 1992 wurden die Stationen des Kreuzweges saniert. Die jährliche Pflege und Unterhaltung der Anlagen übernimmt der Katholische Kirchbauverein. Der Kreuzweg steht nicht isoliert, sondern bildet zusammen mit dem Druidenstein und der umgebenden Landschaft ein Ensemble, in dem Naturerlebnis und religiöse Kontemplation miteinander verschränkt sind. Diese Verbindung entspricht einem verbreiteten Konzept katholischer Andachtsorte jener Zeit, bei dem landschaftliche Dramaturgie bewusst zur Intensivierung religiöser Erfahrung genutzt wurde. Bei den heutzutage seltener gewordenen Neubauten von Wegekapellen in der Landschaft wird diesem Prinzip immer noch gefolgt. Bis in die Gegenwart hinein erfüllt der Kirchener Kreuzweg eine liturgische Funktion: Prozessionen finden jedes Jahr an Christi Himmelfahrt und am Karfreitag statt, an denen Gläubige von nah und fern teilnehmen.
(Karl Peter Wiemer und Besucherzentrum Naturregion Sieg , Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
Internet naturregion-sieg.de: Seite zum Kreuzweg (abgerufen am 20.07.2026) siegener-zeitung.de Artikel „Ein ungemütlicher Kreuzweg zum Druidenstein in Herkersdorf“ (abgerufen am 20.07.2026) siegener-zeitung.de: Artikel „Kreuzweg und Himmelfahrtsmesse am Naturdenkmal Druidenstein in Herkersdorf“ (abgerufen am 20.07.2026) druiden-hexen-siegerland.de: Nationaler Geotop Druidenstein (abgerufen am 20.07.2026)
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1927
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Karl Peter Wiemer und Besucherzentrum Naturregion Sieg : „Kreuzweg in Kirchen an der Sieg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-360114 (Abgerufen: 21. Juli 2026)
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