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Theater und Konzerthaus Solingen, Schauseite mit vorgelagertem Kassenpavillon (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Blick auf das Gebäude von der Konrad-Adenauer-Straße aus (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Schauseite mit vorgelagertem Kassenpavillon (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, kleines Foyer im Kassenpavillon, im Hintergrund der Schalter für den Ticketverkauf (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Schauseite mit vorgelagertem Pavillon, rechts die tiefer gelegene Konrad-Adenauer-Straße (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Türgriffe von Henryk Dywan (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Zugang zum vorgesetzten Kassenpavillon (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Saalplan im Kassenpavillon (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Schauseite mit vorgelagertem Zugangsgebäude (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Bühneneingang an der rückwärtigen Gebäudeseite (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Türgriffe von Henryk Dywan (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Seitenansicht (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Erinnerungstafel an die NSU-Morde zwischen 2000 und 2007 im Park des Theaters (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Schauseite mit vorgelagertem Kassenpavillon (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Steinplatten am Zugang zum Gebäude (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Schauseite (2026)
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Theater und Konzerthaus Solingen, Schauseite (2026)
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Das Theater und Konzerthaus Solingen gehört zu den markantesten Kultur- und Architekturleistungen der Nachkriegsmoderne in der Region. Es wurde 1963 eröffnet und entstand an einem historisch vorgeprägten Ort, an dem sich seit dem 19. Jahrhundert mit der „Schützenburg“ und der späteren Stadthalle zentrale Stätten des Solinger Kulturlebens befanden. Der Neubau wurde notwendig, nachdem die Stadthalle 1957 infolge eines Brandes zerstört worden war; der anschließende Ratsbeschluss zur Errichtung eines neuen Kulturzentrums zielte bewusst auf eine funktionale und identitätsstiftende Großform, die die kulturelle Mitte der Stadt neu definieren sollte.
Bau der Nachkriegsmoderne Der aus einem Wettbewerb hervorgegangene Entwurf des Architekten Hans-Joachim Budeit formuliert diesen Anspruch in der Architektursprache der internationalen Nachkriegsmoderne, zu deren bekanntesten deutschen Vertretern die Architekten Egon Eiermann, Sep Ruf, Gottfried Böhm oder Hans Scharoun zählten. Bei der „Nachkriegsmoderne“ handelte es sich nicht um eine einheitliche neue Stilrichtung, sondern um ein Spektrum unterschiedlicher Antworten auf Wiederaufbau, Industrialisierung, neue Materialien und gesellschaftlichen Wandel nach 1945. Das Gebäude ist als klar gegliedertes, zweigeschossiges Doppelensemble konzipiert, dessen etwa 120 Meter lange Hauptfassade durch eine Reihung kubischer Bauelemente strukturiert wird. Diese horizontale Ausdehnung, kombiniert mit großflächigen Verglasungen, erzeugt einen transparenten, lichtdurchfluteten Eindruck und verweist deutlich auf die Gestaltungsprinzipien des Bauhauses Dessau. Die architektonische Haltung ist dabei von funktionaler Klarheit und konstruktiver Ehrlichkeit geprägt: Die Trennung der kubischen Architekturelemente entspricht der inneren Disposition, denn Theater- und Konzertbereiche sind akustisch vollständig entkoppelt, zugleich jedoch über gemeinsame Foyers, Wandelgänge und einen Innenhof räumlich verbunden. Städtebaulich wird dieser Ansatz durch die leicht erhöhte und von der Straße zurückgesetzte Lage des Baukörpers verstärkt. Ursprünglich führte eine breite Freitreppe zum Haupteingang und markierte damit deutlich den Übergang vom Alltag zur Sphäre der Kunst - ein Motiv, das typisch für viele Kulturbauten der 1950er und 1960er Jahre ist. Die Anlage verstand sich somit bewusst als „Ort des kulturellen Innehaltens“ innerhalb des urbanen Gefüges - ohne sich davon abzuheben.
Multifunktionalität und differenziertes Nutzungskonzept Diese spezifische Grundrissorganisation ist als Kernleistung des Entwurfs zu werten. Sie erlaubt die gleichzeitige Nutzung unterschiedlicher Veranstaltungsformate und spiegelt damit den programmatischen Anspruch eines multifunktionalen Kulturhauses wider. Der große Konzertsaal mit über 1.000 Plätzen, der Theatersaal (heute Pina-Bausch-Saal) mit etwa 720 Plätzen sowie ein kleiner Konzertsaal sind jeweils eigenständig proportioniert und akustisch optimiert. Die Erschließung erfolgt über großzügige Foyerzonen, deren Raumfluchten bewusst als soziale Begegnungsräume konzipiert sind. Budeit formulierte damit eine Architektur, die weniger repräsentativ-monumental, als vielmehr kommunikativ und nutzungsorientiert ist. Das spiegelt sich in dem vorgelagerten Kassenhaus, das als eigenständiger, bewusst niedrig gehaltener Pavillon konzipiert ist und eine klar definierte funktionale wie räumliche Rolle innerhalb der Gesamtanlage erfüllt. Architektonisch handelt es sich um einen eingeschossigen, flach gedeckten Baukörper mit stark horizontaler Ausrichtung. Auch hier zeigen reduzierte Formensprache, klare Kubatur und eine weitgehende Transparenz durch großzügige Verglasungen die entscheidenden gestalterischen Prinzipien der Nachkriegsmoderne. Diese Offenheit ist nicht nur gestalterisches Mittel, sondern Teil des Nutzungskonzepts: Der Kartenverkauf soll sichtbar, zugänglich und niederschwellig organisiert sein. Tragende Elemente treten optisch zurück; die Wirkung ist die eines leichten, beinahe schwebenden Pavillons, der sich dem dominanten Hauptbau bewusst unterordnet. Die Bauidee des Kassenhauses ist funktional präzise: Es ist als vorgelagerter Filter- und Verteilerraum gedacht. Der eigentliche Erwerb von Eintrittskarten wird räumlich aus dem Hauptgebäude ausgelagert, um die dortigen Foyerbereiche von Wartesituationen und Publikumsstau freizuhalten. Gleichzeitig entsteht eine klar definierte erste Kontaktzone zwischen Institution und Besucher - noch vor dem eigentlichen Betreten des Kulturbaus.
Kulturbau im Stadtraum Seine Aufgabe geht damit über die reine Ticketverkaufsfunktion hinaus. Das Kassenhaus wirkt als Schwellenbau, der den Übergang vom offenen Stadtraum in den institutionell geprägten Innenraum organisiert. Es strukturiert die Annäherung an das Gebäude in zwei Stufen: zunächst der informelle Zugang zum Kassenpavillon, dann - mit bereits geklärter Eintrittssituation - das gezielte Aufsuchen der Eingänge des Hauptbaus. Auch diese Staffelung ist typisch für größere Kulturbauten der 1950er und 1960er Jahre, bei denen Besucherführung und funktionale Entzerrung zentrale Entwurfsparameter waren.
Städtebaulich erfüllt das Kassenhaus eine vermittelnde Funktion. Durch seine geringe Höhe und offene Gestaltung nimmt es dem großmaßstäblichen Hauptgebäude die unmittelbare Dominanz im Nahbereich und schafft einen menschlichen Maßstab an der Schnittstelle zur Straße. Es markiert den Zugang, ohne eine harte Grenze zu setzen, und unterstützt damit die intendierte Offenheit des Kulturortes. Der Kassenpavillon ist kein beiläufiger Nebenbau, sondern ein integraler Bestandteil der architektonischen Gesamtkomposition: ein funktional spezialisierter, formal zurückhaltender Bau, der Erschließung, Besucherführung und städtebauliche Einbindung präzise organisiert.
Ein wesentlicher Bestandteil der architektonischen Konzeption ist die enge Verzahnung von Baukunst und bildender Kunst im Sinne des Konzepts „Kunst am Bau“. Etwa ein Prozent der Baukosten, etwa 130.000 DM bei einem Gesamtkostenvolumen von etwa 13 Millionen DM wurde hierfür aufgewendet, was zur Integration bedeutender künstlerischer Arbeiten führte, darunter Wandmalerei, plastische Werke und Reliefs in den Foyer- und öffentlichen Außenbereichen.
Die Künstler und der Architekt Besonders zu erwähnen sind die Arbeiten von Willy Schürmann (geb. 27.4.1913 in Leichlingen, gest. 13.6.2008 in Leichlingen) - das große Wandgemälde im Foyer und ein monumentaler Wandteppich. Schürmann steht für eine abstrakte, farbbetonte Nachkriegsmoderne. Seine Arbeiten strukturieren das Foyer visuell und setzen einen bewussten Kontrast zur strengen, kubischen Architektur.
Von Max Kratz (geb. 3.5.1921 in Remscheid, gest. 2.7.2000 in Düsseldorf) stammt das Kupferrelief im Konzertfoyer und die Bronzeplastikgruppe „Finale“ im Innenhof. Kratz arbeitete stark plastisch und materialbetont. Das Kupferrelief ist ein typisches Beispiel für die Integration von Metallkunst in die Architektur der 1960er Jahre; die Figurengruppe im Hof erweitert das Kunstprogramm in den Außenraum.
Die Marmorskulptur in einer eher zurückhaltenden, reduzierten Formensprache in der Theaterlounge stammt von Horst Rodewald - typisch für die skulpturale Moderne im Innenraum, wo die Materialwirkung des weißen Marmors, Atmosphäre und Ruhe im Vordergrund stehen.
Henryk Dywan (geb. 1.5.1933 in Konitz, gest. 8.2.2022 in Solingen) entwarf die Türgriffe des Haupteingangs mit den maskenhaften Gesichtern - eine kleinformatige, aber programmatisch wichtige Schnittstelle zwischen Architektur, Nutzung und Symbolik des Theaters.
Diese künstlerischen Interventionen sind nicht additiv, sondern integraler Bestandteil der architektonischen Wirkung und unterstreichen den gesamtkünstlerischen Anspruch des Hauses, das damit ein vergleichsweise geschlossenes Beispiel für die Integration von bildender Kunst in die Architektur der frühen 1960er Jahre ist. Charakteristisch ist dabei die Konzentration auf wenige, klar positionierte Werke, die starke Präsenz im Foyer als sozialem Raum, die Kombination verschiedener Medien wie Malerei, Textilkunst, Relief sowie Skulptur und schließlich die bewusste Auswahl regionaler Künstler.
Hans-Joachim Budeit (geb. 1927) zählt zu den profilprägenden Vertretern der deutschen Nachkriegsmoderne im Bereich des Theater- und Versammlungsstättenbaus. Nach seiner Ausbildung in Weimar, Dresden und Berlin sowie ersten Tätigkeiten im Rheinland machte er sich ab Ende der 1950er Jahre mit dem eigenen Büro in Dortmund einen Namen. Charakteristisch für seine Entwurfshaltung ist eine an funktionalen Erfordernissen orientierte, formal reduzierte Architektursprache, die sich in die Tradition der sachlichen Moderne einordnet.
Neben dem Solinger Bau gehören insbesondere die Theater- und Konzerthalle in Siegen sowie das Stadttheater Würzburg zu seinen bedeutenden Bauten. Diese Bauwerke zeigen eine konsequente Weiterentwicklung des Typus „Mehrzweck-Kulturgebäude“, bei denen flexible Nutzungen, klare Erschließungsstrukturen und eine präzise Abstimmung von Raum, Akustik und Funktion im Vordergrund stehen. Auch im Wohnungs- und Kirchenbau war Budeit tätig, doch liegt sein Schwerpunkt auf öffentlichen Kulturbauten, in denen sich seine architektonische Haltung exemplarisch manifestiert.
Budeit gehört nicht zu den „großen Namen“ der deutschen Nachkriegsarchitektur, wie etwa Sep Ruf oder Egon Eiermann, sondern eher zu jenen Architekten, die den funktionalistischen Wiederaufbau praktisch umgesetzt haben und auf städtebauliche Integration und Nutzungslogik statt auf ikonische Einzelgesten setzten. Sie trugen damit entscheidend zur Alltagsarchitektur der jungen Bundesrepublik bei. Aus fachlicher Perspektive ist Budeit daher weniger als „Stararchitekt“, sondern als typischer Vertreter einer leistungsfähigen Planergeneration zu verstehen, die den baulichen und kulturellen Wiederaufbau der Bundesrepublik wesentlich getragen hat.
Fazit Das Solinger Theater ist insofern ein exemplarisches Zeugnis dieser Epoche: kein spektakuläres Solitärgebäude, sondern ein präzise durchdachter, kulturell aufgeladener Funktionsbau mit hoher ästhetischer und stadträumlicher Wirkung. Gleichwohl lässt sich das Gebäude als ein Schlüsselwerk der funktional geprägten Kulturarchitektur der frühen Bundesrepublik einordnen. Es verbindet städtebauliche Setzung, klare Formensprache und innovative Raumorganisation zu einem Ensemble, das ästhetisch und nutzungstechnisch den Anspruch einer modernen, demokratisch verstandenen Kulturinstitution formuliert.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
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