Die Fanghütten der Salmfischer
Karl Simrock beschreibt die Salmfischerei in seinem Werk „Das malerische und romantische Rheinland“ von 1865 folgendermaßen:
„Sobald sich das Schiff wieder in Bewegung setzt und nun in den Felsenkeßel St. Goars tritt, wird der Reisende wunderlich verkleidete Kähne bemerken, die sich theils an den Ufern, theils tiefer im Strome zu halten pflegen. Man hat sie Cabriolets [gemeint ist hier nicht der Autotyp, sondern ein leichter, zweirädriger Einspänner mit Verdeck] verglichen, welche mit ihren Lederwänden bis auf ein Fenster rundum geschloßen, unbespannt, mit dem Kasten bis über die Sitze im Rhein ständen. (...) Hier lauern die Fischer in den beschriebenen Kajüten dem Fisch auf ohne von ihm gesehen zu werden; sie aber sehen ihn wohl durch das Fenster und heben ihn, sobald er ihr großes Fischgarn berührt, aus dem Wasser. Dem Gewicht nach lieferte der Waag Werb im Jahre 1779 nicht weniger als 8159 Pfund Salmen. Der Lachs gehört zu den Zugfischen, die im Frühjahr herdenweise aus dem Meer in die Ströme ziehen, und dass er im Rheine seiner großen Tiefe wegen, nie gerne gelaicht, vielmehr zu diesem Zweck von jeher Nebenflüsse aufgesucht habe, um hier seine Eierchen zwischen Steine aber in andere kleine Vertiefungen zu legen.“ (Simrock 1865, S. 274)
Streit der Salmfischer mit der Dampfschifffahrt
Interessant ist eine Stelle in Simrocks Buch, in der ein Rechtstreit der Salmfischer mit der Dampfschifffahrt beschrieben wird. Daraus geht hervor, dass die Salmfischer die Klage erhoben hatten, da sie durch die zunehmende Dampfschifffahrt den Fischgrund gefährdet sahen. Daraufhin bekamen sie von der Kölnischen Gesellschaft das Recht eingeräumt, die Dampfschiffe kostenfrei nutzen zu dürfen. (Ebd.) In in Sankt Goarshausen erinnert die Bronzeskulptur des Salmfischers Ernst noch heute an diese, heute ausgestorbene Berufsgruppe.
(Florian Weber, Universität Koblenz, 2026)