Gebäude
Das Objekt ist ein dreigeschossiger, teilunterkellerter Giebelbau, der massive Längswände im Erdgeschoss sowie eine gegen den Felsabhang gesetzte Rückwand bis ins zweite Obergeschoss besitzt. Die restliche Konstruktion besteht heute aus einer teils verputzten, teils verschieferten Fachwerkkonstruktion, hierbei sind im Dachraum die zeittypischen Zierelemente des Giebels sichtbar. Das steile Satteldach ist vorn mit abgewalmter Giebelspitze und Schieferdeckung versehen. Die oberen Etagen weisen straßenseitig jeweils eine bemerkenswerte Auskragung auf und sind gleichmäßig dicht durchfenstert. Rechts befindet sich der Hauseingang mit gutem zweiflügeligem Türblatt in späten Rokokoformen, um das Jahr 1790. Das Oberlicht ist mit klassizistischem Gehänge ausgesetzt. Erhalten geblieben sind alte Jalousieklappläden. Das Erdgeschoss hingegen wurde durch einen nachträglichen Ladeneinbau verändert. Das originale Dachwerk (liegender Stuhl) ist vorhanden.
Innenraum
Das Innere zeigt in den oberen Geschossen eine weitgehend bauzeitliche Raumaufteilung. Die großzügige Holztreppe mit bewegten Brettbalustern und reich profilierten Wangen stammt aus dem Umbau, ihre Pfosten sind mit den Bezeichnungen W LM / 1790 verziert. Weiterhin sind mehrere barocke Türen sowie einfacher Deckenstuck erhalten. Im Erdgeschoss befindet sich ein Kellerraum mit Kappendecke aus der Zeit um das Jahr 1900. Im Hausgang führt eine Falltür zum kleinen, flachgedeckten Vorratskeller.
Geschichte
Das Gebäude wurde vermutlich im frühen 17. Jahrhundert in Mischbauweise errichtet und im ausgehenden 18. Jahrhundert umgebaut. Später, im 19. Jahrhundert befand es sich im Besitz des jüdischen Kaufmanns Wilhelm Liebmann. Ursprünglich bildete es eine Hofanlage mit dem Anwesen Nr. 40.
Kulturdenkmal
Das Wohnhaus Blücherstraße 38 in Bacharach wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Mainz-Bingen geführt (Stand 14.05.2025). Der Eintrag lautet:
„Blücherstraße 38
dreigeschossiges Fachwerkhaus, verputzt, wohl frühes 17. Jh., Umbau spätes 18. Jh.“.
(Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Mainz, 2025, bearbeitet von Kristina Sus, Universität Koblenz unter Verwendung eines Auszugs der Denkmaltopografie der Bundesrepublik Deutschland - Kreis Mainz-Bingen, 2007)