Anfänge des Schieferabbaus in Bundenbach
Die Römer, welche nachweislich bereits auf dem Schmidtburgberg bauten, betrieben schon Schieferbergbau im weitesten Sinne, denn sie bauten die erste Burg aus Schiefer. Im Mittelalter wurde der Schiefer (da nicht brennbar) sehr begehrt, als verschiedene Landesfürsten diese Form der Dacheindeckung vorschrieben, um Brandkatastrophen besser vorzubeugen. Während des Zweiten Weltkrieges war der Abbau in Bundenbach unterbrochen und wurde danach noch bis 1964 fortgeführt. (Text Ortsgemeinde Bundenbach)
Das Schieferbergwerk
Die Grube Herrenberg wurde im Jahr 1822 erstmals urkundlich erwähnt. Handgepickelte Stollen und Abbaue zeugen jedoch bereits von Schürfungen im 16. Jahrhundert, ferner gibt es Anzeichen auf römerzeitlichen Schieferbergbau. Die Stilllegung der Grube Herrenberg erfolgte im Jahr 1964. Die Einstellung der Förderung des Bundenbacher Schiefers in den 1960er Jahren ist u.a. mit der Konkurrenz synthetischer Baustoffe, billiger Energie, fehlendem Nachwuchs und der allgemeinen Abwanderung in besser bezahlte Berufe während des Wirtschaftswunders zu begründen.
Ein Besucherbergwerk entsteht
Im Jahre 1975 begannen Bundenbacher Bürger in Privatinitiative mit der Erschließung der Grube als Schaubergwerk, um dem Besucher die Arbeit des Layenbrechers (Bergmanns) zu vermitteln. Ein Jahr später erfolgte die Eröffnung. 1988 fand eine bauliche, barrierefreie Umgestaltung statt. Terrassenähnlich liegen Abbaue und Weitungen im Berginneren übereinander. Phantastische Quarzadern im Wechsel mit graublauem Schiefergestein zeichnen Bilder ausgefallener Seltenheit und Struktur - abstrakte Kunst der Natur. Goldglänzende Pyrite in den Wänden und Tropfsteine, die sich an den Firsten gebildet haben, bestechen durch ihre unverfälschte Schönheit und Natürlichkeit.
Filmkulisse
Die Schiefergrube ist auch Schauplatz der Filme HEIMAT und HEIMAT 3 von Edgar Reitz. In HEIMAT schlendert das junge Hermännsche mit seinem Klärchen durch die Bergwerkhöhle. Noch ahnt Hermann nicht, dass er Jahre später als Komponist hierher zurück kehren und seine eigene Komposition mit einem Chorgesang in Hunsrücker Platt inszenieren wird. Sie soll „Gehaichnis“ heißen. Es ist ein Ausdruck, der im Hunsrücker Dialekt für Geborgenheit, Vertrauen und Nestwärme steht. Mit diesem Kunstwerk setzt er dem Hunsrück ein Denkmal und damit endet das elfteilige Filmepos. In HEIMAT 3 dient die Schiefergrube als Schauplatz für das Museum von Ernst Simon. Im Film befindet sich dieses auf seinem Anwesen.
Weitere Nutzungsformen
Im Winter 2004/Frühjahr 2005 wurde von der Gemeinde Bundenbach innerhalb der Schiefergrube ein Therapieraum eingerichtet, nachdem der Hahnenbacher Heilpraktiker Edmund Esch herausgefunden hatte, dass die klimatischen Bedingungen im Stollen eine nahezu staubfreie Luft gewährleisten. Die konstante Temperatur beträgt 8 Grad Celsius und die relative Luftfeuchtigkeit liegt immer über 90 Prozent. Durch die natürliche Bewetterung des Stollens wird eine Linderung oder sogar Besserung (Heilung) von Atemwegerkrankungen, chronischer Bronchitis und Bronchialasthma sowie Nasenschleimhautschwellungen (Muschelschwellungen) günstig beeinflusst. Die Patienten werden während der Sitzungen, die eine Stunde dauern und mit Wellnessmusik begleitet werden, von
Edmund Esch fachmännisch und medizinisch betreut. Eine Therapie umfasst 10 Sitzungen von täglich je 1 Stunde. Vor und nach dem Aufenthalt im Stollen führt der Therapeut eine systembezogene Vor- und Nachuntersuchung mit den Patienten durch.
Gedenkort der Barbarafeier in Bundenbach
Der 4. Dezember, der Barbaratag, begann für die Bundenbacher Bergleute in früheren Zeiten mit einer Messe, um ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara, zu gedenken. Diese Tradition wurde bis in die Gegenwart fortgeführt und auch die Grube Herrenberg in die Feierlichkeiten eingebunden. In den Tiefen des Schieferstollens wurde der verstorbenen Bergleute gedacht, umrahmt von Beiträgen des heimischen Knappenchors und befreundeten Chören. Nach den traditionellen Bergmannslied „Glück auf der Steiger kommt“ wurde zum Bergmannsfrühstück eingeladen, das einstmals aus Brot, Kümmel, Salz und einem Gläschen Schnaps bestand. (Informationstext der ehem. Verbandsgemeinde Rhaunen)
Hinweis
Anfang 2022 erfolgte die vorübergehende Schließung auf Grund eines größeren Steinfalls. Aktuell kann das Besucherbergwerk daher leider nicht besichtigt werden. Werfen Sie stattdessen einen Blick auf unseren 360 Grad-Rundgang.
(Tourist-Information EdelSteinLand, Büro Herrstein, 2025)
Internet
vr-easy.com: 360-Grad-Tour durch das Besucherbergwerk Grube Herrenberg in Bundenbach (abgerufen 17.02.2026)
www.museumsportal-rlp.de: Besucherbergwerk Grube Herrenberg (geschlossen) (abgerufen 21.07.2025)
www.sgoerner.de/: Schiefergrube Herrenberg (abgerufen 21.07.2025)
museen.de: Bergwerk Schiefergrube „Herrenberg” (abgerufen 21.07.2025)