Naturschutzgebiet „Tote Rahm“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Naturschutz
Gemeinde(n): Kempen, Kerken, Krefeld
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen), Krefeld, Viersen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 24′ 6,67″ N: 6° 28′ 22,16″ O 51,40185°N: 6,47282°O
Koordinate UTM 32.324.217,72 m: 5.697.544,72 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.532.946,74 m: 5.696.459,28 m
  • Eine Tümpelfläche innerhalb des Naturschutzgebietes Tote Rahm (2026).

    Eine Tümpelfläche innerhalb des Naturschutzgebietes Tote Rahm (2026).

    Copyright-Hinweis:
    Hans-Georg Wende / Biologische Station Krickenbecker Seen e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Hans-Georg Wende
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  • Kammmolche im Naturschutzgebiet Tote Rahm

    Kammmolche im Naturschutzgebiet Tote Rahm

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    Hans-Georg Wende / Biologische Station Krickenbecker Seen e.V.
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Das zum Gemeindegebiet der Stadt Kempen gehörende ungefähr 98 Hektar große Naturschutzgebiet „Tote Rahm“ liegt zwischen den beiden Ortsteilen St. Hubert und Tönisberg und wurde bereits 1929 unter Schutz gestellt. Seit Anfang der 2000er Jahre ist das Gebiet zum größten Teil auch als Fauna-Flora-Habitat ausgewiesen und somit ein Schutzgebiet des europäischen Natura-2000-Netzwerks. Der Name geht auf den gleichnamigen Bach zurück, der das Areal durchfließt. Die dauerhaft nassen Böden führten dazu, dass die Gegend als landwirtschaftlich „tot“ bezeichnet wurde, sodass bis heute kaum landwirtschaftliche Nutzung stattfindet.

Aus geomorphologischer Sicht liegt die „Tote Rahm“ in einer ehemaligen Hochflutrinne des Rheins, in der sich vor 10.000 Jahren ein nacheiszeitliches Niedermoorgebiet gebildet hat. So erfüllt es eine Trittsteinfunktion im Biotopverbund Niederrhein, indem es das Naturschutzgebiet „Orbroich“ bei Krefeld mit der „Elsdonker Rahm“ verbindet.

Um 1925 war das Gebiet durch Flachmoorsümpfe geprägt, die damals noch eindrucksvolle Bestände der bis zu zwei Meter großen Deutschen Schneide aufwiesen. Die Melioration, welche mit den damaligen Möglichkeiten als nicht rentabel galt, führte später zu einem Verlust des Torfkörpers. Feuchtwiesen entstanden, auf denen seltene Orchideenarten wuchsen. Die fortschreitende Austrocknung der „Toten Rahm“, gepaart mit Nutzungsaufgabe und natürlicher Sukzession, führte zur Ausbreitung von Erlen und Grauweiden, welche heutzutage den Hauptbestandteil des Gebiets einnehmen.

Die Restvorkommen der artenreichen und nährstoffarmen Pflanzengesellschaften befinden sich in zwei Bereichen des Schutzgebiets, der sogenannten „7-Tümpelfläche“ und der letzten Moorwiese im Gebiet, dem „Mörken“. Die besondere Wertigkeit dieser Bereiche ergibt sich heute aus dem Vorkommen der seltenen Schneide sowie den hier ausgebildeten Hundsstraußgrasrasen mit Fadensegge, Sumpfblutauge und Grausegge. Die nährstoffarmen Tümpel beherbergen verschiedene Arten seltener Armleuchteralgen und bedeutende Vorkommen des Kammmolchs im Kreis Viersen.

(Dennis Heynckes und Norbert Neikes, Biologische Station Krickenbecker Seen, 2026)

Internet
www.naturschutzinformation.nrw.de: Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW (abgerufen 18.12.2025)
www.natura2000.nrw.de: Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen (abgerufen 18.12.2025)
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Literatur

Biologische Station Krickenbecker Seen e.V. (Hrsg.) (2019)
MAKO Erläuterungsbericht. DE-4504-302. o. O.
Der Oberkreisdirektor des Kreises Viersen (Hrsg.) (1995)
Naturschutzgebiete im Kreis Viersen. In: Umweltreport Kreis Viersen 1, S. 12. o. O.
Höppner, Hans (1925)
Die Rahmsümpfe bei St. Hubert. In: Die Natur am Rhein 1 (2), S. 5-12. o. O.
Raberg, Beate / Biologische Station Krickenbecker Seen e.V. (Hrsg.) (1996)
Zwischen Niep und Niers. Schlootkuhlen, Der breite Eschel, Toterahm, Niep. (Die Naturschutzgebiete im Kreis Viersen 6.) Nettetal.

Naturschutzgebiet „Tote Rahm“

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Dennis Heynckes, Norbert Neikes: „Naturschutzgebiet „Tote Rahm“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356921 (Abgerufen: 26. Februar 2026)
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