Zündhütchenfabrik Schmitt & Co. in Küppersteg

später Rheinische Zündhütchen- und Sprengkapselfabrik GmbH

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Leverkusen
Kreis(e): Leverkusen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 03′ 10,44″ N: 6° 59′ 42,11″ O 51,0529°N: 6,99503°O
Koordinate UTM 32.359.478,05 m: 5.657.620,22 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.569.811,95 m: 5.658.003,06 m
Die Zündhütchenfabrik Schmitt & Co. in Küppersteg wurde 1897 von Nikolaus Schmitt gegründet und fusionierte im Jahr 1908 mit dem nur wenige hundert Meter entfernten Werk der Sprengkapselfabrik F. Paulus. 1924 wurde das Schmittsche Werk nach einer Übernahme der Firma liquidiert.

Die Zündhütchen-Fabrik Schmitt & Co. des Nikolaus Schmitt
Die Firma Schmitt & Co. wurde zum 7. Dezember 1897 von Nikolaus Schmitt gegründet. Trimborn (2002) führt dazu an, dass hinter der Gründung vermutlich bereits die Fabrik elektrischer Zünder GmbH (FEZ, eine Tochter der Rheinisch Westfälische Sprengstoff AG, RWS) stand, die wiederum mit der bereits seit 1873 in unmittelbarer Nachbarschaft bestehenden Opladener Dynamitfabrik eng verbunden war.
Im Jahr 1908 erfolgten die Fusion mit dem nur wenige hundert Meter entfernten Werk der bereits 1876 in Küppersteg gegründeten Sprengkapselfabrik F. Paulus (vgl. daher zu Schmitt & Co. auch dort, ebenso zu der historischen Entwicklung von Zündhütchen).

Die beiden vereinigten Firmen standen nach dem Zusammenschluss unter dem Namen Rheinische Zündhütchen- und Sprengkapselfabrik GmbH offenbar einige Jahre unter der Leitung von Nikolaus Schmitt.
Nach der Fusion mit F. Paulus war Schmitt & Co. das kleinere Unternehmen des Verbunds. Beide Fabriken wurden nun als „Abteilungen“ eines FEZ-Werks Küppersteg geführt, das 1910 mit der Übernahme des Düsseldorfer Unternehmens Braun & Bloem erheblich ausgeweitet wurde. In der Schmittschen Fabrik wurden elektrische Zünder gefertigt.
Am 23. März 1921 ging das gesamte Küppersteger Werk zur Altenaer Selve Aktiengesellschaft über. Zum 1. Januar 1924 wurde die Firma Nikolaus Schmitt als kleinerer Anteil des Verbundes Paulus/Schmitt in den Besitz der Fabrik elektrischer Zünder GmbH überführt und wurde noch im gleichen Jahr von dieser liquidiert (Trimborn 2002):
„Der Inhaber erhielt eine Rente, sein Sohn wurde von der FEZ in Küppersteg beschäftigt“ und ein Jahr später wurde das Betriebsgelände der damaligen Stadt Wiesdorf zum Kauf angeboten (Küppersteg und Bürrig sind beide heute Stadtteile von Leverkusen, sie gehörten vor 1930 zeitweise zu der Bürgermeisterei und späteren Stadt Wiesdorf).
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Lage, historische Karten, Objektgeometrie
Bauschen (2002) lokalisiert das Gelände „an der damaligen Fürstenbergstraße (heute: Heinrich-Claes-Straße)“, während Trimborn (2002) dieses „an der früheren Fürstenbergstraße (heute Amselweg)“ verortet, dort „in unmittelbarer Nähe zur Opladener Dynamitfabrik von 1873. Die Heinrich-Claes-Straße und der Amselweg folgten früher dem gleichen Verlauf und werden heute durch die Bundesautobahn A 3 getrennt.

Auf den Kartenblättern der zwischen 1836 und 1850 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme zeigt sich das spätere Areal des Werks noch vollständig unbebaut. In der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) ist die 1897 gegründete Zündhütchenfabrik Schmitt & Co. dann nicht eindeutig auszumachen. Hier ist neben einer Signatur „Dynamit-Fbr.“ (wohl eindeutig für die Opladener Fabrik) noch etwa einen Kilometer südlich davon eine nicht weiter spezifizierte „Fbr.“-Signatur im Bereich der heutigen Küppersteger Straßen Montessoristraße und Pestalozziweg ausgewiesen, die aber wohl nicht mit Schmitt & Co. im Zusammenhang steht. Auch die zeitlich nachfolgenden topographischen Karten TK 1936-1945 lassen keine Spuren der 1924 liquidierten Firma mehr erkennen (vgl. Kartensicht).
Das einstige Werk ist hier daher einzig mit einer symbolischen Objektgeometrie im Bereich der heutigen Straßen Heinrich-Claes-Straße und Amselweg eingezeichnet. Ergänzende Hinweise zu dessen früherer Lage sind willkommen!

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2026)

Internet
koeln-muelheim.de: Eine Historie mit viel Zündstoff (Text Matthias Bauschen, Kölner Stadt-Anzeiger vom 25.01.2002, abgerufen 04.02.2026)
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Literatur

Junkers, Günter (2017)
Brisante Sprengstoffe aus Leverkusen. In: Niederwupper 28, S. 133-140. o. O.
Trimborn, Friedrich (2002)
Explosivstoffabriken in Deutschland. Ein Nachschlagewerk zur Geschichte der Explosivstoffindustrie (2. völlig überarbeitete Auflage der Ausgabe von 1995). S. 145-146, Köln.

Zündhütchenfabrik Schmitt & Co. in Küppersteg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Heinrich-Claes-Straße / Amselweg
Ort
51373 Leverkusen - Küppersteg / Deutschland
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1897, Ende 1908 bis 1924

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Empfohlene Zitierweise
„Zündhütchenfabrik Schmitt & Co. in Küppersteg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356898 (Abgerufen: 20. März 2026)
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