Wie sah das Palais aus?
Das Palais war ein recht schlichter, verputzter, dennoch beindruckender, zweigeschossiger Bau, der letztlich auf ein spätmittelalterlichen Burghaus derer von Helfenstein bzw. der von Reiffenberg zurückgeht. Der kurtrierische Hofrat Fritsch gelangte 1752 in den Besitz des Anwesens und ließ es abreißen, um anschließend einen Neubau zu errichten, das spätere Palais Mendelssohn, das er aber aus Geldmangel nicht vollenden konnte.
Das langgezogene Anwesen hatte eine betonte Mitte, einen polygonalen Risaliten, dem beidseitig ein langgestreckter Flügel von jeweils neun Achsen angefügt war. Bei der inneren Neuausstattung unter Joseph Mendelssohn war der große preußische Architekt Johann Claudius von Lassaulx (1781-1848) beteiligt.
Was hat sich erhalten?
Von dem großen Komplex ist lediglich ein kleines Rundtürmchen an der Grundstücksgrenze zur Emser Straße erhalten, im unteren Bereich spätmittelalterlich, im oberen von Lassaulx (um 1830). Typisch für den Architekten ist das bewusste Einsetzen von unterschiedlichem Steinmaterial, so eine eigenartige Farbigkeit erzeugend: braun- bis rostrote Grauwacke, dunkelgraue Basaltlava, hellgrauer Tuff. Im Inneren sind weißliche Tonfliesen mit zwei unterschiedlichen Mustern, vom Architekten entworfen, verlegt worden. Auch der halbrunde Bruchsteinturm auf der nördlichen Schmalseite des Palais könnte noch zum alten Burghaus gehört haben.
Der Abriss - Niederlage der Denkmalpflege
Das Palais wurde 1970 durch Brandstiftung in Mitleidenschaft gezogen, war aber in einem solchen Zustand, dass es leicht hätte instand gesetzt werden können, wurde aber im Mai 1973 abgerissen, was als eine der größten Niederlagen der Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz angesehen werden muss.
(Udo Liessem, Koblenz-Horchheim, 2025)