Zusammen mit den lilafarbenen Blüten der Rundblättrigen Glockenblume (Campanula rotundifolia) und dem gelb blühenden Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum) erfreuen sie nicht nur das menschliche Auge, sondern sind wertvolle Nahrungshabitate für zahlreiche Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten. Die beiden letztgenannten Arten zeigen Nährstoffarmut an, was gleichzeitig die Artenvielfalt fördert, denn auf solchen Flächen finden die sonst eher konkurrenzschwachen Arten ihre Nischen.
Nördlich von Oberkemmerich erscheint der Bewuchs im Saum etwas üppiger, hier wachsen Hochstauden wie der weiß blühende Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris), der von Fliegen und Käfern besucht wird und Rainfarn (Tanacetum vulgare), der mit seinen gelben Blütenknöpfen unter anderem Wildbienen und Schwebfliegen anlockt.
Ein ebenfalls blütenreicher Böschungssaum befindet sich an einem benachbarten Feldweg, der zum Teil entlang eines alten Hohlwegs verläuft, der versteckt in einem angrenzenden Gehölzstreifen liegt. Hier blühen unter anderem Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) und Vogel-Wicke (Vicea cracca). Und der Fund einer abgestreiften Schlangenhaut, auch „Natternhemd“ genannt, einer Ringelnatter (Natrix natrix) zeigt: Die Säume sind für viele Tiergruppen wichtige Korridore in der Landschaft.
(Biologische Station Oberberg, 2025. Erstellt im Rahmen des Projektes „Lebenslinien - Blühende Säume für die Artenvielfalt“. Ein Projekt der Biologischen Stationen Rhein-Berg und Oberberg im Rahmen des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege.)
Internet
www.lanuk.nrw.de: „Blühende Vielfalt am Wegesrand - Praxis-Leitfaden für artenreiche Weg- und Feldraine“, LANUV o.J. (Volltext-PDF, 3,5 MB, abgerufen 19.12.2025)