Zwischen 1895 und 2025 hat sich Baasem erheblich erweitert. Parallel dazu wurde die Infrastruktur ausgebaut, so 1906 mit der Anlage einer Wasserleitung und 1914 durch den Anschluss an das Stromnetz. Der Erste Weltkrieg und die Besatzungszeit sowie die Arbeitslosigkeit ab 1930 wirkten sich hingegen negativ auf den Ort aus. Am Ende des Ersten Weltkriegs waren 22 Baasemer Männer gefallen und vier galten als vermisst. Auch gab es trotz Verbesserungen in der Landwirtschaft immer wieder Missernten.
In Baasem wurden 1935 die ersten jungen Männer zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Sie arbeiteten u.a. beim Aufbau der Ordensburg Vogelsang und des „Westwalls“.
Baasem im Zweiten Weltkrieg Nach schweren Niederlagen in den Jahren 1942 und 1943 (Stalingrad und Nordafrika) bekam der Ort die Auswirkungen des Krieges zu spüren. Viele ausgebombte Stadtbewohnerinnen und -bewohner wurden in Baasem untergebracht. Polnische, russische und französische Kriegsgefangene wurden als Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft eingesetzt. Durch Granatenbeschuss bekam Baasem am 19. September 1944 die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges zu spüren. Am 18. Oktober wurde die die Nordwand und das Dach der Kirche von einer Granate getroffen und beschädigt. Beim Beginn der Ardennen-Offensive wurden drei Häuser durch Bombentreffer zerstört, wobei vier Menschen verletzt und einer getötet wurde. Aufgrund der abseitigen Lage war die Zerstörung im Vergleich zu benachbarten Ortschaften weniger schwerwiegend.
Am 6. März 1945 ziehen die Amerikaner ohne Kriegshandlungen in Baasem ein. Der Ort war befreit, aber der Zweite Weltkrieg hatte 20 Gefallene, neun Vermisste und vier zivile Tote gefordert.
Nachkriegszeit Nach der Währungsreform von 1948 setzte ein Wirtschaftswachstum ein. Trotzdem erholte sich die Wirtschaft in Baasem langsam, da 1950 50% (ca. 220 Personen) der Berufsbevölkerung in der Landwirtschaft tätig war und zudem zwischen 1950 und 1960 etwa 100 Personen für bessere Arbeitsbedingungen in die Städte zog.
Die Schule wurde 1958 renoviert und 1969 geschlossen, worauf die Schülerinnen und Schüler auf die Schule in Dahlem gehen mussten. Die Familie Kaufmann kaufte das Gebäude und nutzte es als Kinderheim.
Baasem als Ortsteil von Dahlem 1969 verlor Baasem schließlich seine Eigenständigkeit und wurde Ortsteil der Gemeinde Dahlem.
Die neu errichtete Familienstätte St. Ludger wurde 1971 eingeweiht.
Baasems Neubaugebiete wurden seit 1980 nur schleppend in Anspruch genommen. Dies hat vor allem mit der fehlenden Infrastruktur, wie Geschäften, Ärzten, Apotheken, Kindergärten, Schulen usw. zu tun, welche im benachbarten Dahlem häufiger anzutreffen sind. Dadurch behielt Baasem seinen dörflichen Charakter weitgehend. Im Jahre 2005 wurde in Baasem Dorfverschönerungsmaßnahmen wie die Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Hüttenstraße, Höhenstraße, Fuchsgasse durchgeführt.
Heute (2024) hat Baasem 542 Einwohnerinnen und Einwohner.
Zwischen 1895 und 2025 hat sich Baasem erheblich erweitert. Die Erweiterung setzt hauptsächlich um 1980 ein. Es sind einige einzelne Gebäude im östlichen und südlichen Teil des Ortes errichtet worden. Im Westen des Dorfes sind zwei größere Neubaugebiete entstanden. Westlich des an der Südseite gelegenen Neubaugebiets ist ein kleines Gewerbegebiet mit drei Betrieben entstanden.
(Peter Burggraaff, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2025)
Internet www.dahlem.de: Ortsgeschichte Baasem (abgerufen 15.12.2025)
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Empfohlene Zitierweise
Peter Burggraaff: „Bauliche Erweiterung und Entwicklung von Baasem 1895-2025”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356707 (Abgerufen: 7. Januar 2026)
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