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Sengbachtalsperre in Solingen (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, Blick auf die Staumauer (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, Blick zur Staumauer (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, oberer Teil mit Ölsperre (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, Vorsperre (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, der in die Talsperre mündende Sengbach (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, Ölsperre im oberen Teil der Talsperre (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, oberer Teil (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, der in die Talsperre mündende Sengbach (2025)
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Sengbachtalsperre oder Solinger Talsperre, Staumauer (2025)
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Die Sengbachtalsperre, auch als Solinger Talsperre bekannt, zählt zu den ältesten Trinkwassertalsperren Deutschlands. Ihre Geschichte ist eng verknüpft mit dem rasanten Bevölkerungswachstum und der florierenden Metallindustrie in Solingen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das damals bestehende Wasserwerk in Grunenburg konnte den zunehmenden Trinkwasserbedarf nicht mehr decken.
1898 beauftragte die Stadt Solingen den bekannten Talsperrenpionier Otto Intze von der Technischen Hochschule Aachen mit der Planung eines Ersatzsystems. Die Bauarbeiten erfolgten von 1900 bis 1903, wobei am 24. Juli 1901 bereits das erste Wasser über das Wasserwerk Strohn (später Glüder) gefördert wurde. Die Einweihung der Talsperre fand am 28. Mai 1903 statt - ein Meilenstein für Solingens Wasserversorgung.
Das Projekt war nicht nur technisch visionär, sondern auch wirtschaftlich: Die Talsperre wurde dreimal größer geplant als die Remscheider Anlage und sollte etwa 100.000 Menschen mit Trinkwasser versorgen.
In den folgenden Jahrzehnten blieb die Anlage im Kern erhalten, wurde aber durch diverse Einbauten und modernste Technik immer wieder angepasst. Bis 1974 lag die Talsperre außerhalb der Stadt - im ehemaligen Rhein-Wupper-Kreis; durch die Gemeindereform wurde sie nach Solingen eingemeindet.
Die Sengbachtalsperre wurde nach dem Intze-Prinzip gebaut - einem seinerzeit neuen und seitdem vielfach bewährten Konstruktionsprinzip für Staumauern. Sie besteht aus zwei Teilen: Das Hauptbecken wird von einer beeindruckenden 43 Meter hohen Gewichtsstaumauer aus Bruchstein auf einer Gründungssohle und mit einer Kronenlänge von 178 Metern und einer Kronenbreite von 5 Metern begrenzt. Die Sohlenbreite beträgt rund 36 Meter. Die Mauerkrümmung hat einen Radius von etwa 150 Metern.
Das Becken fasst bei Volllast rund 2,8 Mio. m³ Wasser, besitzt eine maximale Wassertiefe von 36 Metern und eine Wasserfläche von etwa 200.000 m² - der Stausee ist zwischen 100 und 180 Meter breit und etwa 2,4 Kilometer lang. Das Vorbecken, begrenzt durch einen Steinschüttdamm mit Betonkern, dient als Sedimentfang. Es hat ein Fassungsvermögen von etwa 100.000 m³, eine maximale Tiefe von 4,5 Metern, bei etwa 3,4 Hektar Fläche, und liegt auf etwa 148 Metern über NN.
Das Wasser - besonders weiches Oberflächenwasser - wird über eine Leitung mit 900 mm Durchmesser zur Wasseraufbereitung in das unterhalb der Talsperre an der Wupper liegende Wasserwerk Glüder geleitet. Ursprünglich wurden Rieselwiesen genutzt, um das Wasser durch Sauerstoffzufuhr und Filtration zu reinigen. Bis zu 25.000 m³ Wasser wurden täglich auf diese Weise gereinigt. Moderne Verfahren im Wasserwerk Glüder umfassen heute mehrstufige Filtration - mit Flockungsmitteln, Kohlenstoff, Kalkzugabe zur Härtung sowie Chlor zur Desinfektion - bevor das Trinkwasser in Solingen verteilt wird.
In jüngerer Zeit wurde die technische Überwachung der Anlage deutlich modernisiert: Datenlogger erfassen stündlich Wasserstand, Temperatur, Niederschlag und Wind sowie den Druck auf die Mauer und ermöglichen schnelle Reaktionen, etwa bei Trockenheit durch Zufluss aus der Großen Dhünntalsperre.
Zur Aufrechterhaltung von Wassergüte und Ökosystem investierten die Stadtwerke Solingen in Aufforstung im Einzugsgebiet - in den letzten Jahrzehnten wurden rund 400.000 Bäume gepflanzt, aktuell etwa 26.000 heimische Laubbäume Trockenheits-toleranter Arten.
Die Sengbachtalsperre vereint technisches Know how und geschichtliche Bedeutung: Sie war ein Meilenstein in Solingens Entwicklung zur zuverlässigen Wasserversorgung und dient noch heute - über 120 Jahre später - sowohl der Trinkwassergewinnung als auch als attraktives Naherholungsgebiet inmitten eines naturnahen Schutzraumes. Ihre technische Substanz ist weitgehend original erhalten, wurde aber durch moderne Technik und Umweltschutzmaßnahmen sinnvoll ergänzt.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
Internet solingen.de: Sengbachtalsperre (angerufen 08.08.2026) www.stadtwerke-solingen.de: Wassergewinnung (angerufen 09.08.2026) www.uni-wuppertal.de: Otto Intze und der Bau der Talsperren (angerufen 09.08.2026) www.erih.de: Biografie Otto Intze (1843–1904) (angerufen 09.08.2026) www1.wdr.de: 17. Mai 1843 - Der Ingenieur Otto Intze wird in Laage geboren (angerufen 09.08.2026)
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