Lage Die Simmerather Mühle, auch als „Neu-Mühle“ bezeichnet, liegt am Zusammenfluss des Kleinen Fischbachs in die Kall nördlich von Simmerath. Dort führt auch eine Brücke über den Kallbach. Der unmittelbar hinter dem Mühlengebäude (aus Richtung Simmerath gesehen) einmündende Weg „Zum Mühlchen“ auf die Straße „Zum Eifelkreuz“ ist in einigen Bereichen als Hohlweg ausgebildet, ebenso der Bereich der Straße „Zum Eifelkreuz“ Richtung Simmerath. Bereits dies zeigt, dass es sich um eine alte Verbindung aus Richtung Lammersdorf nach Simmerath handelt, an der die Mühle errichtet wurde. Auf der Straße „Zum Eifelkreuz“ befindet sich zudem der Simmerather Kreuzweg.
Gründung und Mühlenbetrieb Die Mühle ist vermutlich erst Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet worden. In alten Katasterunterlagen wird als Erbauungsjahr 1853 genannt, wahrscheinlich hatte man aber schon früher mit dem Bau begonnen. Sie wurde von der Familie Bredenich (oder Breidenich) bewohnt. In den Katasterunterlagen werden für das Jahr 1857 als Eigentümerinnen Katharina und Eva Breidenich genannt. Die Simmerather Mühle wurde als Getreidemühle betrieben. Die beiden Frauen hatten für den Betrieb auch einen Müllergesellen, Arnold Haas, eingestellt. Er stammte aus einer „Müller-Familie“, die auch die Lammersdorfer Mühle, auch als „Haas-Mühle“ bezeichnet, und die Huppenbroicher Mühle führten. Bereits 1858 wird Arnold Haas bei einem Grundstücksverkauf genannt, wo er zusammen mit seiner Frau Elisabeth Haas, geb. Nießen, als in der Simmerather Mühle wohnend erwähnt ist. Möglicherweise war er da bereits Pächter der Anlage. Über den Mahlgang der Mühle ist nichts überliefert. Auf Karten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist westlich der Mühle an der Kall die Bezeichnung „Teich“ eingetragen, auf älteren historischen Karten aus der Zeit, als die Mühle noch in Betrieb war, ist ein Mühlenteich nicht zu erkennen. Allerdings kann man sicher davon ausgehen, dass es ein Wasserstauwerk für den Betrieb gegeben hat.
Ab 1868 ist als Eigentümer Christian Hermes eingetragen, ab 1884/85 sein Sohn Paul Hermes. Beide betrieben auch die Huppenbroicher Mühle. In den 1890er Jahren muss die Mühle abgebrannt und kurze Zeit später wieder aufgebaut worden sein. Wenige Jahre später, 1904, starb Paul Hermes und seine Witwe betrieb die Mühle mit den teilweise noch minderjährigen Kindern weiter. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg schließlich, im Jahr 1912, wurde das Mahlwerk stillgelegt und das Mühlenanwesen verkauft. Der Betrieb lohnte sich nicht mehr, da in den Höhendörfern zunehmend elektrisch betriebene Mahlwerke installiert wurden und die Landwirte den mühsamen Weg ins Tal nicht mehr auf sich nehmen wollten.
Die Mühle ist inzwischen mehrfach umgebaut worden und wird heute privat genutzt.
(Gabriele Harzheim, 2024)
Literatur
Braun, Käthe (1981)
Die Simmerather Mühle. In: Das Monschauer Land Jahrbuch 1981, S. 52f. Monschau.
Steinröx, Hans / Neuss, Elmar (Hrsg.) / Geschichtsverein des Monschauer Landes (Hrsg.) (1994)
Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes. Festschrift zum 80. Geburtstag des Verfassers. (Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes, 3.) Monschau.
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1853, Ende 1912
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