Ölmühle im Tiefenbachtal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Simmerath
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 35′ 20,61″ N: 6° 20′ 25,8″ O 50,58906°N: 6,3405°O
Koordinate UTM 32.311.753,32 m: 5.607.504,72 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.524.156,83 m: 5.605.987,18 m
  • Zufahrt zur Ölmühle im Tiefenbachtal aus Richtung Rurtal (2024)

    Zufahrt zur Ölmühle im Tiefenbachtal aus Richtung Rurtal (2024)

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  • Ehemaliges Hauptgebäude der Ölmühle (2024)

    Ehemaliges Hauptgebäude der Ölmühle (2024)

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  • Hauptgebäude der Ölmühle (2024)

    Hauptgebäude der Ölmühle (2024)

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  • Nebengebäude der Ölmühle, heutiges Wohnhaus (2024)

    Nebengebäude der Ölmühle, heutiges Wohnhaus (2024)

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  • Das Hauptgebäude der Ölmühle kurz vor dem Zweiten Weltkrieg

    Das Hauptgebäude der Ölmühle kurz vor dem Zweiten Weltkrieg

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  • Historische Ansichtskarte "Die Oelmühle im Tiefenbachtale", um 1910

    Historische Ansichtskarte "Die Oelmühle im Tiefenbachtale", um 1910

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Lage
Die Ölmühle liegt im Tiefenbachtal südlich von Kesternich bzw. östlich von Huppenbroich in der heutigen Gemeinde Simmerath. Sie ist nur über einen Waldweg im Tal aus Richtung Dedenborn erschlossen.

Geschichte der Mühle
Die Ölmühle ist nicht zu verwechseln mit der Huppenbroicher Mühle, die weiter bachaufwärts im Einmündungsbereich des Weckelbachs in den Tiefenbach lag. Sie war eine der vier Bannmühlen im Monschauer Land, die erstmals 1507/08 erwähnt sind, aber wahrscheinlich schon viel früher errichtet wurden. Die Mühle ist 1914 abgebrannt, nachdem sie mehrere Jahre bereits leer gestanden hatte. Heute lassen sich von den Baulichkeiten am ehemaligen Standort keine Spuren mehr erkennen.

Die Ölmühle weiter talabwärts dagegen ist später als die Huppenbroicher Mühle errichtet worden. Die ersten Hinweise stammen aus dem Jahr 1685/85, die besagen, dass der Probst von Reichenstein diese Mühle hat errichten lassen, wahrscheinlich zur Versorgung des Reichensteiner Klosters mit Lampen-Öl. Dazu wurden „Rübsamen“, also Rapssaaten, gemahlen und gepresst.

Bereits wenige Jahrzehnte später, 1711, schenkte der Reichensteiner Prior Cornelius Cörtges das Anwesen der Pfarre Eicherscheid. Der Wert der Immobilie wurde damals auf etwa 2000 Taler geschätzt. Da die Pfarre wegen ihrer Armut nicht imstande war, ihren Pfarrer vorschriftsmäßig zu entlohnen, sollten die Einnahmen aus der Mühle, mindestens aber 10 Taler im Jahr, der Besoldung des Pfarrers dienen. Knapp hundert Jahre nach ihrer Erbauung war das Mühlengebäude mit seiner Ausstattung allerdings durch Überflutungen und Schäden an den Mühlteichen beziehungsweise Wassergräben in einem so schlechten Zustand, dass der damalige Pfarrer Ohm etwa 300 Taler an Reparaturen hätte aufbringen müssen. Schließlich gelang ihm ein Übereinkommen mit dem Monschauer Rentmeister und Schulheißen Joseph de Berghes, der das Anwesen für jährlich 15 Taler pachtete und die Reparaturkosten übernahm. Dafür brauchte de Berghes nur ein geringes Wassergeld und keine Steuern für den Betrieb zu zahlen. In der Franzosenzeit muss die Mühle wohl in den Besitz von de Berghes gekommen sein, denn 1813 verkaufte er sie an Peter Schroeder aus Dedenborn. Es folgten im Laufe der Zeit weitere Besitzer. Wann das Mahlwerk stillgelegt wurde, kann nicht gesagt werden. Bis heute werden die Gebäude privat zu Wohnzwecken genutzt. Es existiert schon länger keine Mahleinrichtung mehr.

(Gabriele Harzheim, 2024)

Literatur

Mertens, Erich; Heidenbluth, Daniel; Bertram, Peter (2005)
Mühlen der Eifel: Die Nordeifel. Band II. Aachen.
Steinröx, Hans (1991)
Die Ölmühle im Tiefenbachtal. In: Das Monschauer Land Jahrbuch 1991, S. 36-37. Monschau.
Steinröx, Hans / Neuss, Elmar (Hrsg.) / Geschichtsverein des Monschauer Landes (Hrsg.) (1994)
Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes. Festschrift zum 80. Geburtstag des Verfassers. (Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes, 3.) Monschau.

Ölmühle im Tiefenbachtal

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Ölmühle
Ort
52152 Simmerath
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1507 bis 1508

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Gabriele Harzheim (2024): „Ölmühle im Tiefenbachtal”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356367 (Abgerufen: 3. Juli 2026)
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