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Alter Weg von Dreiborn nach Leykaul (2024)
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Rasthütte am Standort des ersten Leykaul-Hofes (2024)
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Details der Ausstattung der Rasthütte Leykaul (2024)
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Reste des Bruchsteinmauerwerks des ersten Leykaul-Hofes (2024)
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Ruine des ersten Leykaul-Hofes (2024)
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Wiesen des ehemaligen Hofes Leykaul auf der Dreiborner Hochfläche (2024)
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Alter Weg von Dreiborn nach Leykaul (2024)
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Rasthütte am Standort des ersten Leykaul-Hofes (2024)
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Details der Ausstattung der Rasthütte Leykaul (2024)
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Reste des Bruchsteinmauerwerks des ersten Leykaul-Hofes (2024)
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Ruinenreste des ersten Leykaul-Hofes (2024)
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Lage: Die heutige Rasthütte Leykaul im Nationalpark Eifel befindet sich etwa drei Kilometer westlich von Dreiborn, 200 Meter vom oberhalb verlaufenden Wanderweg „Wildnistrail“.
Geschichte: Wie im westlichen Bereich des Wüstebachtals und am Püngelbach wurde auch auf dem östlichen Hang des Wüstebachtals Schiefer gebrochen. Der Wüstebach bildete im 18. Jahrhundert eine Territorialgrenze zwischen dem Amt Monschau und dem Schleidener Gebiet, sodass der Siedlungsplatz Leykaul meist den Zusatz „bei Dreiborn“ erhielt. Die ersten Hinweise auf eine Wohnstätte liefern die Kirchenbücher, die Heiraten, Taufen und Sterbefälle verzeichneten. So wird bei einer Heirat 1776 und einer Taufe 1777 in den Dreiborner Kirchenbüchern von Einwohnern auf dem Leyberg bzw. der Leykaul bei Dreiborn gesprochen. Es handelte sich um Familien von Schieferbrechern, die ursprünglich aus dem Raum Fumay in der Wallonie stammten. Durch die Dichte der Eintragungen muss spätestens seit den 1780er Jahren von einer kontinuierlichen Besiedlung der Dreiborner Leykaul ausgegangen werden. Irritierend ist dagegen, dass die Gebäude auf zeitgenössischen Karten nicht verzeichnet sind. Im Gegensatz dazu sind allerdings Schieferbrüche in der Region vermerkt. Akten belegen aus den 1770er Jahren Schieferabbau am Osthang des Wüstebachtals. Der dort hergestellte Dachschiefer wurde unter anderem für Reparaturen an der Burg in Schleiden verwendet. Konzessionsnehmer war Johan Jacob Wolter (Schöffe in Dreiborn) und sein Kompagnon Johan Peter Neihsen mit weiteren Personen. Wahrscheinlich beschäftigten sie vor Ort wallonische Facharbeiter. Um 1800 gibt es allerdings keine Nachrichten über diese Arbeiter mehr, die vermutlich zu anderen, lukrativeren Schieferbrüchen abgewandert waren. 1804 erscheint die Familie von Hubert Kirch auf der Dreiborner Leykaul in den Kirchenbüchern. Diese Familie hat über vier Generationen hinweg Schiefabbau vor Ort betrieben. Hubert Kirch hatte das Handwerk direkt in der Nähe auf der Leykaul im Wüstebachtal gelernt. Nun suchte er am östlichen Hang auf Dreiborner Seite nach guten Lagerstätten und fand diese offensichtlich 1825. 1826 baute er das oberhalb liegende Wohnhaus aus und betrieb zusätzlich Landwirtschaft, um ein gesichertes Einkommen zu haben. Ein erstes Wohngebäude hat schon in den 1770er Jahren dort gestanden, da vor Ort ein Türsturz mit der Jahreszahl 1775 gefunden wurde. Vermutlich handelt es sich bei dem Gebäude von Hubert Kirch um das Haus, dessen Grundmauern man heute noch an der Rasthütte des Nationalparks Eifel erkennen kann. In den 1850er Jahren erweiterten die drei Söhne von Hubert Kirch den Schieferbergbau, sodass etwa 20 Personen dort von der Dachschieferproduktion lebten. Als 1876 die Urenkelin des Hubert Kirch Johann Hubert Theodor Dardenne heiratete, der in den Schieferbrüchen auf der anderen Seite des Wüstebachtals arbeitete und ein Enkel des dortigen ersten Namensträgers war, kam der Name Dardenne auch auf die Dreiborner Seite. Kurze Zeit später heiratete ihr Bruder, Heribert Wilhelm Kirch, eine Schwester seines Schwagers Johann Hubert Theodor Dardenne, sodass die Familien Kirch und Dardenne jetzt weiter den Siedlungsplatz der Dreiborner Leykaul bewohnten. Es wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts oberhalb des Ursprungshofes links ein weiterer Winkelhof sowie rechts des Weges nach Dreiborn ein kleineres Haus gebaut. Der Winkelhof links ist während des Krieges zerstört und etwas größer wieder aufgebaut worden. Hier wohnten zuletzt die Schwestern Maria und Antonia, geborene Dardenne, deren Männer im Zweiten Weltkrieg gefallen waren. Zusammen mit dem ehemaligen Zwangsarbeiter Pawel Sluzala bewirtschafteten sie den Hof bis zu ihrem Tod. Als Hauserbe wohnte Sluzala zuletzt alleine dort, bis er 2008 starb und die Nationalparkverwaltung das Haus erwarb und abreißen ließ. Das rechts des Weges stehende Gebäude ist das letzte der Leykaul-Siedlung und bis heute erhalten. Ein nach dem Zweiten Weltkrieg errichtetes kleines Wochenendhaus etwas weiter unterhalb des Weges ist inzwischen ebenfalls abgerissen worden. Heute erinnern nur noch Informationstafeln sowie ein Grabstein in der Rasthütte Leykaul an die über 200jährige Siedlungsgeschichte des einsam gelegenen Siedlungsplatzes der Leykaul auf der Dreiborner Hochfläche.
(Gabriele Harzheim, 2024)
Literatur
Schröder, Maria (2025)
Die Schiefergruben Dreiborn und Dedenborn am Wüstebach. In: Das Monschauer Land Jahrbuch 2025, S. 83-106. Monschau.
Steinröx, Hans / Neuss, Elmar (Hrsg.) / Geschichtsverein des Monschauer Landes (Hrsg.) (1994)
Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes. Festschrift zum 80. Geburtstag des Verfassers. (Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes, 3.) Monschau.
Ortswüstung Leykaul auf der Dreioborner Hochfläche
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1776, Ende 2008
Empfohlene Zitierweise
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Gabriele Harzheim (2024): „Ortswüstung Leykaul auf der Dreioborner Hochfläche”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356356 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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