Heckkreuz an der Panzersperre bei Simmerath

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Simmerath
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 35′ 59,06″ N: 6° 17′ 2,63″ O 50,59974°N: 6,28406°O
Koordinate UTM 32.307.802,75 m: 5.608.837,13 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.520.155,75 m: 5.607.158,59 m
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Das Heckkreuz bei Simmerath ist ein historisch-topographisches Zeugnis mit mehrfacher Bedeutung: Es steht in einem sensiblen Übergangsbereich zwischen religiöser Erinnerung und militärhistorischem Denkmal. Das Kreuz befindet sich unweit der Reste des Westwalls (Panzersperre bei Simmerath), im Naturschutzgebiet Kranzbruchvenn bei Simmerath.

Am 13. August 1829 war der Bauer Jakob Heck beim Mähen von Heidekraut - traditionell als Viehstreu verwendet - im damals noch unentwässerten und offenen Venngebiet vom Blitz getroffen und auf der Stelle getötet worden. Zu seinem Andenken wurde an dieser Stelle ein Kreuz errichtet. Die Inschrift auf dem Kreuz lautet: ANNO 1829 DEN 13. AUGUST IST JACOB HECK VON EICHERSCHEID HIER VOM BLITZ UND DONNER ERSCHLAGEN WORDEN.

Zwar liegt die Errichtungszeit des Kreuzes im 19. Jahrhundert, seine heutige Anlage steht allerdings in einem Umfeld, das bedeutend durch die Kampfgeschichte des Westwalls im Zweiten Weltkrieg geprägt ist. Die Betonfundamente und Höckerlinien („Drachenzähne“) des Westwalls sind im Gelände noch klar erkennbar und Teil zahlreicher Wanderwege rund um Simmerath. Der Rundweg „Westwall-Eifelkreuz“ führt vorbei an dieser Anlage und weist direkt auf das Heckkreuz hin. So verbindet das Kreuz nicht nur eine persönliche Geschichte mit religiösem Gedenken, sondern ist eingebettet in ein Landschafts- und Erinnerungssystem: das Kranzbruchvenn als naturnahes Gebiet, Relikte des Westwalls als historisches Mahnmal und der Fußweg als touristisch und bildungsorientiert genutzter Pfad.

Heute ist das Heckkreuz daher sowohl ein Standort für stilles Gedenken als auch Teil eines größeren Kultur- und Landschaftsraums, der die Themen Glauben, Tod, Krieg und Natur miteinander verknüpft. Der Blick über die noch immer monströsen NS-Betonbauten ins Venngebiet lädt zur Reflexion über vergangene Zeiten ein. Der Standort ist über gut markierte Wanderwege erreichbar und wird - darauf weisen die Beschreibungstexte hin - ausdrücklich in Verbindung mit dem Westwall-Wanderweg genannt.

Das Objekt „Heckkreuz an der Panzersperre bei Simmerath“ ist ein eingetragenes Baudenkmal, laufende Nummer 48.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)

Internet
www.euregio-im-bild.de: Wegekreuze in der nördlichen Eifel (abgerufen 28.08.2026)
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Simmerath (abgerufen 28.08.2026)




Heckkreuz an der Panzersperre bei Simmerath

Schlagwörter
Ort
52152 Simmerath
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1829

Empfohlene Zitierweise

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Karl Peter Wiemer: „Heckkreuz an der Panzersperre bei Simmerath”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356350 (Abgerufen: 9. September 2026)
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